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Organ

des

Internationalen Entomologen-Bundes

zu

Guben.

Herausgegeben unter Redaktion von P. Hoffmann. VII. Jahrgang (1913/1914).

Mit 8 Tafeln und 41 Abbildungen im Texte. _

un

E. Fechners Buchdruckerei (H. Scholz) Guben.

Anmerkuns. Durch ein Versehen des Setzers sind in den Nummern 31 und 32 die Seiten 211 bis 214 doppelt gezähli worden. Es ist daher hinter diesen Seitenzahlen die betreffende Nummer jedesmal in Klammern beigefügt, z.B. 211 (Nr. 31), 211 (Nr. 32).

Inhalts-Verzeichnis.

I. Original - Arbeiten.

Bandermann, Franz: Zwei Generationen von Antheraea pernyi im Zeitraume von 6 Mo- naten im Jahre 1912

: Zur Ueberwinterung von Pyrameis ata- lanta Ess. : Ueberwinterung des Falters und der Puppe

von Pyrameis atalanta L.

: Gelbe Falter von Pieris brassicae : Zur Aberration der Deilephila euphor-

biae E:

: Ueberwinterungsversuche mit P. atalanta IL,

—- : Purus major als Puppendieb

Basar, E.: Ein Naturschutzpark im Thüringer Walde Bens, H.: Wie ich zu meiner Schmetterlings-

sammlung gekommen Brombacher, Ernst: Etwas über den Licht- fang . Bryk, Felix: Ueber eine neue Gattung der Fa- milie Zygaenidae : Ueber den Ehering von Kailasius roma- novi Gr. Gr. Mit 2 Figuren : Kritische Zusammenstellung der Formen von Kailasius charltonius Gray. Mit 7 Ab- Lee auf Tafel 4 und 5 149, : Neue Acontinae aus dem Zoolog. Museum zu Berlin : Fortsetzung zu meinem "Aufsatze über neue Noktuiden Bunge, Herm.: near: or ab. Albınsosuhr caeca nova ab. Abgebildet Tafel 8, Figur 5 Closs, A.: Eine auffallende OAberration von @e: lerio euphorbiae L. : ee triangulifera forma nova Cornell Prof. Dr.: Erwiederung : Nochmals die Argus-Nomenklatur : Zur Nomenklatur und Diagnose der euro- päischen Theclinen . 231, 239, Daehne, Curt: Die Hauptmeldestelle für neue Benennungen. Eine zeitgemäße Betrachtung Diemer, Willy: Etwas über Arctia hebe und über eine neue Form derselben. Mit 6 Abbildungen auf Tafel 2 Ebner, E.: Beiträge zur Kenntnis der Orthopte: ren-Fauna von Oesterreich-Ungarn 294, 297, Enslin, E., Dr.: Ein ideales Klebemittel für Insektenpräparation . Eischer,E., Dr. med.: Zenonek als Klebestoff Fritsch, W.: Eine au iele für neue Benennungen : ; f 2 B . Fuchs, Ferdinand, Dr.: Ueber die Schmetter- lingsfauna der Vogesen. (Angabe von Sam- melausflügen, kurzes Artenverzeichnis) Gaede, M.: Milionia fulgida ab. reducta ab. n. Grabe, Albert: Neue Noctuiden für Westfalen : Agrotis molonthina in Westfalen . : Scodiona fagiaria Thnb. : Sammlerkniffe Gramann, August, Dr.: Erebia melampus

Neue Aberrationen von Fuessl,

.25,-

283,

Seite

93

153, 161 201

217

5 73

318

63, 69 112

243, 251

180

97 308, 309

195 260

nn.

Graumnitz, Curt von: Erlebnisse beim In- sektensammeln in fremden Ländern 5

: Die Blattschneider-Ameisen Südamerikas . Gremminger, A.: Ein Sammeltag im oberen

Donautal : Nachtrag E , 5 ; ? e Grund, Arn.: Ueber neue und bekannte Lepi- dopterenformen der. kroatisch-slavonischen Fauna 5 : : 0 n ' Hasebroek,K,, Dr.: Eine bemerkenswerte bei Hamburg” auftretende Schmetterlingsmuta- tion. Mit 5 Abbildungen auf Tafel 8 Hensel, Osk.: Eine merkwürdige Beobachtung Hentschel, Herbert: Naturschutz und Entomo- logie i : Das Insektenaquarium i : H ilg ert, Toni: Zu: „Ein merkwürdiger. "Vor- gang“ Hein merkwürdiger Falter von n Heeperia car- thami Hb. Sie, 3 Ist Agrotis fimbria eine Mordraupe? Holtz, Martin: Eine Ansichtskarte als Schmet-

terlings- Mosaik \ Kiefer, H.: Il. Nachtrag zur Macrolepidopteren- ii des steirischen Ennstales 154, 163,

167, 179, 191, 194, 203, 207, 213 (Nr. 32), 218, 225, 233, 253 Kitt, M., Prof. Dr.: Noctuidae . 286 Kleine, R: Einige Bemerkungen über Eiablage und Ei von Cassida viridis L. Mit 2 Ab- Degen 94 : Das Fraßbild 259 Kloboucek, V.: Das Liebesleben der Musca domestica L. (Stubentliege) . ; . 138, 142 Krausse, Anton, Dr.: Sardische Silphiden 169 Kunze, F.: Etwas über Earias clorana L. 242

Leonh ardt, Wilhelm: Die Odonaten der nä- heren Umgebung Cassels. Mit 15 Abbil- dungen . ö b ; .4,

Linstow, v., Prof. Dr.: Animalische Nahrung

der Raupen

: Schmetterlingszüge in Europa : : Tragisches Ende eines Totenkopfes. _ Mit

1 Abbildung

Eine Aberration von Aglia tau.

2 Abbildungen auf Tafel 6

: Agrotis orbona Hufn.

: Die Bewaffnung der Beine "der deutschen

Noctuiden. Mit 6 Abbildungen . h

: Orrhodia vaccinii L. und ligula Esp.

Mit 4 Abbildungen .

: Die Chinesen und der Schmetterling Loguay, Richard: Ein Besuch beim u EN ENT 2 : Zucht von Caligula cachara Moore . ! Matthes, M.: Kreuzungsversuche mit Calli- morpha v. italica und dominula und umge- kehrt. Mit 9 Abbildungen auf Tafel 1

Meißner, Otto: Ein merkwürdiger Schmarotzer von Cimbex femorata L.

: Ergebnisse eines Kreuzungsversuchs” zwi- schen Diapheromera femorata Say und Dixip- pus morosus Br.

Mit

55, 72, 79, 86, 98

Meißner, Otto: Meine diesjährige femorata- Seite

Zucht ; x S . 170, 270

: Die Nahrung der” Lampyriden 6 5 282 Mell, R.: Die Gattung Dercas Dbl. Mit 8 Ab-

bildungen auf Tafel 7 ; : R 193

Müller, Emil: Das „Einseifen‘‘ der Raupen : 165 Natzmer, G. v.: Lebensweise und Organisation der unterirdisch lebenden Ameisenarten.

Eine biologische Studie . f 2 r 176

: Ueber die Winterruhe der Ameisen ; 6 274

Niepelt, Wilhelm: Morpho aurora Westw. ® 97 : Ergänzung zu dem Artikel: Morpho aurora

W estw. (6) & 5 5 115

: Neue afrikanische Tagfalter en 121

: Nochmals Schlesiens Parnassier . © i 128

: Eine neue Agrias-Form . ö Eee, 201

: Neue Tagfalter von Peru 211 (Nr. 32)

QOugriumoff, Nicolas: Zu: „Ein merkwürdiger Vorgang“ 99 Pikate Ly caena alcon BE und Aspilates formosaria Er. in Pommern. Ein Beitrag zur Natur-

denkmalpfllege . . . 2 BEL. i 124 Plucinski, K v.: Dilina tiiae © in copula : mit Hyloicus pinastri J . 58 Ramme, Dr.: Eine für die Mark neue . Feldheu- schrecke . . . RR Are : ; 228 Reikaewski, Max: Zu: „Ein merkwürdiger Vorgangsasutt jardad: sbratsit® 5 h 100 Reinberger: Ueberwinterung von Schmetter- lingspuppen 2 3 o i 130 : Das „Einseifen‘“ der Raupen le. 131 : Entwicklung aus der Puppe ausgeschälter Schmetterlinge 2 151

Reiss, Hugo: Erstmaliges Auftreten einer gelben Form von Zygaena stoechadis Bkh. trans.

ad v. dubia Stgr. . h 113 Richelmann: Einige neue afrikanische Tag- falter. Mit 8 Abbildungen auf Tafel 3 . 105 Rosch, P.: Lycaena arcas bei Halle . h E 142 Rosenberg, ]J.: Biologische Insektensamm- lungen e : : ! 2 i : e 95 Roth, Jean: Die Zucht von Smerinthus populi v. austauti 4 ; : A R = 5 35 Rudow, Prof. Dr.: Einige Zuchtergebnisse 22, 28 : Einige Ergebnisse der Sommerreise . 012951837 : Biologische, nicht nur systematische Sanım- lung : : 319, 325, 334 Satory, Ferdinand: Lepidopterologische Erinne- rungen an das Ostrau-Karwiner Kohlenrevier 57 Schaefer, Hans: Ein Beitrag zum Liebesleben in der” Natur . 114 Scherdlin, Paul: Einiges über den Äpfelwurm (Carpocapsa pomonella L.) . eh. 6 121

: Einiges über Leichenfauna 257, 267, 273 Schmidt, Arthur: Zur Ueberwinterung von Py-

rameis atalanta . 83 Schneider, Rud.: Der Totenkopf im Bienen-

stock . 163 Schulze, Paul, Dr.: Zur Nomenklatur von Ly-

cacna argus L. und argyrognomon Bergstr. 10 Schwanz, W.: Ein Zuchtversuch mit Catocala

fraxini. ab. moerens Fuchs . 319

Selzer, August: Die Zucht von Colias nastes B. v. werdandi Zett. aus dem Ei und die Beschreibung der in den letzten Ständen noch unbekannten Raupe . 293 : Meine zweite Sammelreise nach Lappland. Mit 3 Abbildungen j . 343, 355 Skala, Hugo: Worauf soll in einer Abhandlung über die Lepidopteren eines Landes Bedacht genommen werden? 36 Sterzenbach, Ralph: Zur "Frage der „Treib- zucht durch Einwirkung grünen Lichtes‘‘ 208, 212 (Nr. 32)

Stolze, Otto: Zucht von Dianthoecia pro- xima Hb, x 0 49 : Zucht von Hadena gemmea Ar). : 3 64 Strand, Embrik: Sich selbst im Wege . 52 : Eine neue Form von Anthocharis carda- mines L. Mit 3 Abbildungen . . . 323

IV

Seite Trautmann, W., Dr.: Sammeln von Psychidae 34 : Beitrag zur Kenntnis unserer Hummel- fauna. Bombus silvarum v. equestris . s 18/ : Apterona pusilla Stgr.. . 206. : Bombus hortorum L. var. starzmanni n.V. 20: : Beitrag zur europäischen Hummelforschung 33: Ulrich: Formen von P. mnemosyne L. . Te W agner, Fritz: Neue Heteroceren aus Central- asien p ; Eine neue Lokalform von Melanargia ines Hoffm. nebst Betrachtungen über ines Hoffm. und arge Sulz. Mit 3 Abbildungen 11/ Warnecke, G.: Dritter Nachtrag zur Makro- lepidopteren- -Fauna von Flensburg . 11 : Zur Frage der Ueberwinterung von Pyra- meis atalanta in Deutschland 211 (Nr. 3 Wichgraf, F.: Eine neue äthiopische Limaco- dide und anderes TER zZ

Wüsthoff, W.: Bericht über "meine Ferien- reise nach Tirol im August 1912 (Fort- setzung und Schluß) . i a 4, : Zucht von Larentia ruberata Fır, 2 g : Das Ei von Agrotis multifida Ld. und

Agrotis alpestris B. 5 : Bericht über eine Sammelreise nach Tirol

DB. . 3 237, 295, 298, 30 Ziaibel, Dre Zn Eizucht von Orrhodia fraga- riae Esp. . e 5 ß e & L 35

ll. Sachregister.

Abendpfauenaugen, Nomenklatur, Gattungen, Arten, Unte: arten und Formen .230.

Aberrationen von Aglia tau L. 175, 211 (Nr. 31); Arctia caj L. 97, hebe L. 97; Chrysophanus virgaureae L. 172 Malacosoma castrensis L. 75, 89, neustria L. 75; Mk litaea trivia Schiff, 128; Parnassius charltonius Gra 150, 153, 162; Polygonia c-album L. 173.

Aberrationen zu erzielen 284.

Abnormitäten und ihre Entstehung 59, 76.

Abraxas grossulariata L., Futterpflanzen 313.

Acanthia hirundinis Gen. (Hem.), Schwalbenwanze 139.

Acanthopsyche opacella H.-S., Gewohnheit 235.

Acherontia atropos L. 249, im Bienenstock 163, Heimal berechtigung 291, Honigräuber 123, Verpuppung 76.

Achroea grisella F., Nahrung der Raupe 28.

Acidalia incursata Hb., Zucht 221.

Acraea silvicola Richelmann n. sp. 106. f

Acripia banakana Bryk n. sp. 218.

Acronycta abscondita Tr. und euphorbiae FE, Unterschei dung 301, 302.

Acronycta euphorbiae F. und ihre Formen 301.

Acronycta leporina L. aberr. 135, Gespinst 339.

Acronycta megacephala F. ab. ochrea Tutt 135.

Acronycta menyanthidis View., Ei und Eiablage 349, Formeı und Generationen 264; Krankheiten der Raupe, Nah rung, Zucht 264.

Acıonycta rumicis L., späte Flugzeit 32.

Acupalpus elegans Dej. (Col.) bei Halle-186. .

Aegilips nitidula Dim. und opaca Htg. (Hym.), Schmarotzeı bei Tachina agilis Mg. (Dipt.) 23.

Aegocera irangiana Wichgraf n. sp. 14. :

Aeschna cyanea Müller (Neur., Od.), Flugzeit, Fundstellen Verbreitung 87.

Aeschna grandis L. (Neur., Verbreitung 87.

Aeschna isoceles Müller (Neur., Od.), Flugzeit, Fundstellen! nn 87.

Aeschna juncea L. (Neur., Od.), Flugzeit, Fundstellen, Ver- breitung. 37.

‚Aeschna mixta Latr. Verbreitung 37,

Actherisierung der Puppen 78,

Aglia tau L., Aberrationen und Varietäten 175, 31 (Nr. 31), Literatur 176, Typus einer eigenen Unterfamilie 197.

Aglia tau ab. cuspidata Linstow n. ab. 175,

Aglossa pinguinalis L., Nahrung der Raupe 28.

Agrias amydon Hew. f. aristoxenus Niepelt n. subsp. 201.

Agrias sardanapalus Bates f. decyanea Niepelt n. f. 121,

Od.), Flugzeit, Fundstellen,

(Neur., Od.), Flugzeit, Fundstellen,

a .

\3 #46

Guben, den 5. April 1913. _7. Jahrgang.

FT

Entomologen- Bundes.

des Internalionalen

Herausgegeben unter Mitarbeit bedeutender Entomologen.

Die „Internationale Entomologische Zeitschrift“ erscheint jeden Sonnabend.

Abonnements nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen zum Preise von 1.50 M. vierteljährlich an, ebenso der Verlag in Guben bei direkter portofreier Kreuzband Zusendung.

Insertionspreis für die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Abonnenten haben für ihre entomologischen Anzeigen vierteljährlich 25 Zeilen frei.

Schluss der Inseraten-Annahme jeden Mittwock früh 7 Uhr.

Inhalt: Kreuzungsversuche mit Callimorpha v. italica und dominula und umgekehrt. Neue Heteroceren aus Centralasien. Bericht über meine Ferienreise nach Tirol im August 1912. (Fortsetzung) Vorläufige Mitteilung Aus den Sitzungen der Entomol. Gesellschaft zu Halle a. S

MENAUISERCE Ai Cara y Tan und | eh ne endeten Beer ommulm und umgekehrt. a?

zur Aufzucht benutzt wurde, zur Kopula zu bringen,

Von M. Matthes, Mägdeburg-B. mißlang. Der Mut war mir schon gesunken, doch ul eine Dal hoch einmal wird es versucht, rasch wurden zwei

In No. 42 der Frankfurter Entomologischen Zeit- Gazebehälter auf die einfachste Art hergestellt, am schrift 1912, welche mir von befreundeter Seite zur | nächsten Tage die geschlüpften Falter dominula 2 2 Einsicht überreicht wurde, interessierte mich besonders | uud sfalica SS‘ in den einen, und dominula Sc der Aufsatz: „Einiges über Zucht von Callimorpha und stalica 22 in den anderen Kasten gebracht, donna gekreuzt mit dominula“ von Hermann Roth. | und siehe da! in der Dämmerstunde kam Leben in

Da ich nun auch einige Ertahrungen mit ähn- | die Gesellschaft und es dauerte gar nicht lange, da lichen Kreuzungen gesammelt habe, möchte ich die hatten sich einige Paarungen vollzogen. Bei späteren geehrten Mitglieder unseres Bundes, welche Interesse Wiederholungen hatte ich gleichfalls Glück. für solche Zuchtversuche haben, bitten, einen Teil Auch die ifalica-Falter unter sich paarten sich ihrer kostbaren Zeit zur Kenntnisnahme nachstehender | schnell, wodurch ich dann die Weiterzucht sichern Zeilen zu opfern. konnte.

Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Haupt- So erhielt ich eine größere Anzahl Eier, aus mann Schreiber, welcher im Jahre 1910 seinen Urlaub | welchen wiederum nach ungefähr 12 bis 14 Tagen einer Sammelreise in die Abruzzen widmete, kam ich die Räupchen schlüpften. Diese wurden getrennt in im Juli desselben Jahres in den Besitz von Eiern | Glasbehältern aufgezogen. Ganz überrascht war ich, der schönen Callimorpha v. italica. als ich bemerkte, daß sich ein größerer Teil der

Aus diesen schlüpften bald nach der Ankunft, Raupen besonders schnell entwickelte, was bei der teils sogar schon unterwegs, die Räupchen, welche | ersten Zucht der ifalica nicht der Fall war. Wie sich bis zum Herbst langsam, dann aber nach der freute ich mich, als schon Ende August die ersten Ueberwinterung schneller zur Puppe und bis Mitte Falter schlüpften. Kaum konnte ich die Zeit er- Juni zu zwar nicht sehr großen, aber sehr variierenden warten, bis der erste, den ich schon für einen Krüppel Faltern entwickelten. hielt, als ich ihn unentwickelt sah, doch noch sein

In unserer an Naturschönheiten nicht übermäßig Prachtkleid entfaltete und vollständig ausgebildet reichen, jedoch auf entomologischem Gebiete immerhin | ins Giftglas wandern mußte. noch leidlich ausgiebigen Magdeburger Umgegend Schon war ich mir darüber klar, daß dieses Tier kommt auch die Stammform dominula vor (aus deren | anders aussah als jedes seiner Eltern. Doch an den Raupen ich, nebenbei bemerkt, im Jahre 1910 eine | nunmehr täglich schlüpfenden Faltern konnte. ich ab. rossica zog). mit Genugtuung feststellen, daß meine Versuche sehr

Mein Bestreben war, die v. italica mit unserer variierende Produkte gezeitigt hatten. dominula zu kreuzen. Die zu diesem Zwecke im In Größe sind die Falter ihren Eltern gleich. ‚April des Jahres 1911 eingetragenen Raupen der Die Zeichnung der Vorderflügel und auch der Hinter- typischen dominula entwickelten sich so ziemlich Hügel gleicht vollständig der der izalica und. ihren gleichmäßig mit denen der v, sfalica, so daß auch dunklen Varianten, doch die Färbung ist fast genau ‚die Falter zu gleicher Zeit schlüpften, nämlich Mitte das Zinnoberrot der dominula, bei einigen Tieren Juni. läßt sich ein Uebergang ins Ziegelrote nachweisen

Hi

(Fig. I bis Ill). Die Unterseite ist ziegelrot mit orangegelb vermischt. Die Leiber sind schwarz, zum Teil haben sie einen rötlichen Anflug in den Ein- schnitten. Einen ausgeprägten Unterschied der Falter aus dominula 9 X Italica 2 und italica S X do- minula 2 habe ich nicht entdecken können.

Mit diesem Resultat war mein Wunsch eigentlich erfüllt, doch sollte ich die noch immer schlüpfenden Falter alle töten? | Nein! zumal auch aus vorer- wähnter Kopula auch zfalica-Falter schlüpften und dadurch Gelegenheit gegeben war, weiter zu ver- suchen. Es wurden 7falica d‘d mit 2% der Kreu- zungen und umgekehrt je in einen Gazebehälter ge- bracht, aber auch Männchen und Weibchen der Kreu- zungen, sowie auch wieder zfalica dd‘ mit sfalıca 22. Ohne Schwierigkeiten vollzogen sich alle ge- wünschten Paarungen. Wieder nach 12 bis 16 Tagen schlüpften die Räupchen und wieder wurden sie ge- pflegt, diesmal mit noch größerer Sorgfalt, denn es galt, dieselben noch bis zum Stadium der Ueberwin- terung zu bringen. Gegen alle Erwartung gelang mir aber viel mehr; denn ein Teil der Raupen ge- dieh infolge guten Appetites bei Taubnessel, Löwen- zahn und Salat so vorzüglich, daß sie im letzten Drittel des Novembers zur Verpuppung schritten, um vom 20. Dezember an mir als Weihnachtsgeschenk die Falter zu bescheren. Leider war es mir, der örtlichen Verhältnisse halber nicht möglich, die zur schnelleren Entwicklung neigenden Raupen dieser Zucht getrennt zu halten, da ich sie ins warme Zimmer nelımen mußte, wo außer meiner Person und den Raupen noch „Leute“ wohnen, sodaß ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, von welcher Kopula die Tiere stammen. Einige sahen wohl genau so aus wie die der Sommerzucht, andere haben etwas mehr orangegelb auf den jetzt ziegelrot erscheinenden Hinterflügeln (Fig. IV bis VII). Auch die Unterseite zeigt eine gelblichere Farbe. Die Zeichnung ist fast dieselbe wie bei der Sommerzucht. Die Größe der Falter übertrifft die ihrer Vorfahren, wohl iu Folge guter Pflege. Aufgefallen ist mir, daß die ıtalica-Falter dieser Generation weniger nach den dunkleren Formen neigten, wohingegen die früheren bis zur v. dorna verdunkelt waren. Trotzdem, wie schon erwähnt, die Falter der letzen Zucht etwas größer sind als die der ersten Zuchten, sind auch einzelne besonders kleine Stücke darunter (Fig. VII). Zu bemerken wäre noch, daß sich die Paarungen stets in der Dämmerstunde vollzogen. An den Raupen, welche im Wachstum zurückblieben und jetzt über- wintern, hoffe ich noch viel Freude zu haben.

Nene Heteroceren aus Gentralasien.

Beschrieben von Fritz Wagner-Wien.

Im Nachstehenden gebe ich die vorläufige Be- schreibung einiger neuer Heteroceren, die sich in der Ausbeute Rückbeil’s aus dem Jli-Gebiet vorfanden.

Eine ausführliche Besprechung behalte ich mir für die Bearbeitung des 2. Teiles meines eben im Druck befindlichen „Beitrag zur Lepidopterenfauna des Jli-Gebietes“*) vor und bemerke nur, daß sämt- liche hier als neu beseiniebene Formen den Herren Bang-Haas, Hzmpson, Püngeler und Rebel vorge- legen haben.

Da dieselben den genannten Herren jedoch fremd waren, oder bei einigen doch zum mindesten ein ein- wandfreies, Zweifel ausschließendes Urteil nicht er-

*) Eutomol. Mitteilungen, hrsg. vom Deutschen Entomol, Museum, Berlin, II, Jahrg. 1913.

2

zielt werden konnte, nehme ich, selbst: auf die Gefahr hin, dawit ein oder das andere Synonym zu schaffen, keinen Anstand, deren Beschreibung zu veröffentlichen.

Agrotis flammatra F. nov. var. central- asiae. Alle in Anzahl erhaltenen mittelasiatischen Stücke zeichnen sich durch bedeutend hellere, & rau- braune Grundfarbe aus, auf welcher die dunkelbraunen Zeichnungselemente bis auf den Wurzelstrahl gänz- lich verschwinden.

Agrotis plumbina nov. sp. Der Dirivia Hh. zunächst, - Vorderflügel dunkelbleisrau mit schwaclı kupfrigem Schimmer.- Zeichnungsanlage bei deutlich gezeichneten Stücken wie bei birivia, bei den meisten Exemplaren aber sehr verloschen oder fehlend. Hin- terflügel auch im männlichen Geschlechte bräunlich, gegen die Basis heller, mit von unten durchschla- sendem Mittelmond. Unterseite schmutzig bräunlich- weiß, mit dunkier Bogenlinie auf allen Flügeln und schwachem Mittelmond. Bei einem der vorliegenden Pärchen beides nur angedeutet. Die bei dirivia fast rein weiße Körperbehaarung etc. ist hier ausgesprochen bräunlich, die Fühlergeißel bedeutend schlanker, weniger stark gezähnt.

Agrotis püngeleri nov. sp. In die decora- grisescens-cos Gruppe gehörig und vielleicht am besten hinter letzterer einzureihen.

Männliche Fühler stark sägezähnig, Thorak u- bekleidung, sowie Behaarung der Brust und Beine rauh und zottig.

Vorderflügel gelbbraun, beim 2 dunkler, Hinter- flügel schwärzlichbraun, an der Basis nur wenig heller, mit weißlichen in der Wurzelhälfte dunkleren Fransen.

Drei Querlinien, eine nahe der Wurzel, je eine bei % und % der Vorderflügel scharf hervortretend, schwärzlich. Beim 2 noch eine undeutliche Schatten- binde im Mittelfeld und eine schwache Wellenlinie vor dem Saume. Makeln wenig: hervortretend, Nieren- makel saumwärts, Ringmakel saum- und wurzelwärts scharf schwärzlich eingefaßt. Zapfenmakel nur an- gedeutet. Knapp vor dem Saume eine Reihe schwärz- licher Limbalpunkte. Charakteristisch für beide Ge- schlechter zwei sehr distinkte schwarze Pfeilfleckchen in der oberen Hälfte des Saumfeldes nahe am Rande.

Unterseite ziemlich gleichmäßig gelbgrau mit deutlichen Mittelmonden beider Flügelpaare und dunkler Bogenlinie dahinter. Vor dem Saume wie oben eine Reihe scharfer schwarzer Limbalpunkte.

Beschrieben nach einem etwas geflogenen 3 so- wie nach einem fransenreinen, frischen 2 und Herrn Amtsgerichtsrat Püngeler-Aachen freundlichst zuge- eignet.

Expansion‘ 34 mm. Djarkent.

Agrotis deficiens nov. sp. Wie eine Miniatur- ausgabe von subconspiceua Stgr. anmutend und dieser zunächst. Die bedeutende Kleinheit, schmälere Flüge!, sowie Differenzen in Färbung und Zeichnung lassen eine Abtrennung von dieser aber doch gerechtfertigt erscheinen.

Kleiner und schmalflügeliger, 30—31 mm Expan- sion gegen 33 mm bei swdconspiceua. Makeln und Querlinien schärfer hervortretend, Vorderrand und Mittelrippe weißlich: bepudert. Hinterflügel heller bräunlich, Fransen mit fast rein weißem Außenteil, bei sudconspicua bis ans Ende bräunlich.

Unterseite heller als bei sudconspicua, nament- lich fehlt bei deficiens die Beschattung im Saumfelde der Vorderflügel, dagegen treten Mittelmond und Bogenlinie auf allen Flügeln deutlicher hervor.

Hab. Jli- Gebiet, Umgb.:

RER

Agrotis rebeli nov. sp. In die Verwandtschaft von zmustelina Chr. gehörig, mit der sie im Bau der Fühler ete. einige Aehnlichkeit besitzt.

Vorderflügel lehmfarben, gelbbraun, zwei dunkle doppelte Querlinien als Begrenzung: des Mittelfeldes wenig, eine helle, beiderseits dunkel beschattete Wellenlinie vor dem Saume ziemlich scharf hervor- tretend. Makeln dunkel graubraun (bleigrau) ausge- füllt, Ring- und Nierenmakel hell umzogen, Zapfen- makel, durch Anhäufung einiger dunkler Schuppen in der Falte, angedeutet. Am Vorderrand einige schwärzliche. Fleckchen als Beginn der Querlinien und vier weißlichgelbe Häkchen im Saumdtrittel.

Hinterflügel schmutzig gelblichweiß, vor dem Saume dunkler, mit deutlichem Mittelmond. Fransen schmutzigweiß, in der Basalhälfte dunkler.

Unterseite etwa von der Farbe der Hinterflügel, Disceus und Vorderrandsteil etwas verdüstert, Vorder- flügel mit von oben durchschlagender Nierenmakel, Hinterflügel mit deutlichem Mittelmond und einer unklaren Schattenbinde vor dem Saume. Limballinie eelblich, wurzelwärts durch schwarze Fleckchen begrenzt.

2 oberseits durch Beimischung rötlicher Schuppen im ganzen, namentlich in der Thoraxbehaarung, mehr rotbraun, Hinterflügel eine Nuance dunkler als beim cd‘, die Zeichnungen im allgemeinen auch unter- seits etwas verloschener.

Beschrieben nach einem tadellosen & und einem gut erhaltenen 2 und Herrn Prof. Dr. H. Rebel-Wien alsbescheidenes Zeichen meiner Dankbarkeit gewidmet.

Expansion 35—39 mm. Hab. Jli-Gebiet, Umgb. Djarkent.

Agrotis variegata nov. sp. Relativ kleine, schmächtige Art aus der Zritici-Gruppe, der is/andica Stgr. zunächst; männliche Fühler schwach pyra- midalzähnig.

Sehr bunt, rötlich veilbraun, mit breitem bis zur Nierenmakel reichenden beingelben Vorderrands- striemen und ebensolchen Wischen im Saumfeld, von der Zapfenmakel zum Innenwinkel, bei einem g' auch am Innenrande Ring- und Nierenmakel groß, gelb- lich ausgefüllt, Zapfenmakel scharf dunkel umzogen. Querlinien beim d undeutlich, vor dem Saume eine weißliche Wellenlinie mit einer Reihe sehr prägnanter dunkler Pfeilfiecke davor.

Hinterflügel bräunlich, gegen die Basis heller, mit deutlichem Mittelmond; Fransen von der Farbe der Hinterflügel, in der Außenhälfte weißlich.

Im weiblichen Geschlechte weniger kontrastreich, eintöniger gefärbt, die Querlinien deutlicher; nament- lich fehlen aber die gelblichen Wische, und die

Aufhellung des Vorderrandes und der Makeln ist eine geringere. Einem abeırativen sehr hellen o fehlen die

Pfeilflecke im Saumfelde der Vorderflügel.

Unterseite schmutzig: weißlich, Discus der Vorder- flügel dunkler, mit kräftigem Mittelmond auf allen Flügeln; beim 2 mit Andeutungen einer Bogenlinie

Beschrieben nach 3 d und 1 2. Expansion 32—35 mm.

Agrotis basigramma Stgr. nov. var. pal- lidior (Stgr.i. 1... Von südrussischen Stücken durch die blaugraue nicht rötliche Färbung der Vorderflügel und fast rein weiße Hinterflügel gut unterschieden.

In Mittelasien scheinbar die ausschließlich auf- tretende Form.

Agrotis mirifica nov. sp. Große, schöne Aıt aus der Verwandtschaft der /atidica Hb.

L— 45T]

Vorderflügel braun, mit breit bräunlichweiß an- gelegten dunklen Rippen und ebensolchem Vorder- rande. Ring- und Nierenmakel bräunlichweiß, erstere punktförmig, beide dunkel umzogen. Zapfenmakel lang und schmal, schlingenförmig, dunkelbraun. Unter der letzteren am Innenrande eine Anhäufung dunkel- brauner Schuppen. Eine doppelte Reihe scharfer Pfeilflecke im Saumfelde sowie knapp vor der Nieren- makel zum Innenrande, das Saumfeld selbst im äußeren Teile, desgleichen der Raum zwischen Rund- und Nierenmakel dunkelbraun.

Hinterflügel schmutzig gelblichweiß, gegen den Saum und Vorderrand hin bräunlich, mit von unten durchschlagendem Mittelmond.

Unterseite der Vorderflügel eintönig graubraun, mit einer undeutlichen Schattenkinde vor dem Saume, Hinterflügel unten weißlich, am Vorderrande dunkler; Vorderflügel mit angedeuteten, Hinterflügel mit kräf- tigen Mittelflecken. Fransen der Vorderflügel bräun- lich, an der Basis dunkler, die der Hinterflügel fast weiß. Fühler ähnlich denen von fatidica.

Beschrieben nach einem tadellosen d. Expan- sion 42 mm.

Wenngleich die vorliegende Art vielleicht mit characteristica Alph. zusammenfällt, glaube ich den- noch gut zu tun, deren Beschreibung zu veröftent- lichen, zumal Alpheraky seine chAaracteristica nur nach einem schlechten 2 autstellte.

Hypostilbia bang-haasi nov. sp. (me/anochroa B.-H. i. 1.). Vorderflügel dunkelbraun, speckig glän- zend, fast zeichnungslos. Querlinien wie bei correpta Pelr. nur als undeutliche Streifen erkennbar, die äußere jedoch das an Stelle der Nierenmakel gelegene gelblichweiße Fleckchen umgehend, nicht berührend.

Hinterflügel gelblichweiß, mit dunklerem Vorder- rand und Apicalteil, Rippen und Saumlinie dunkler. Unterseite heller, stark glänzend, zeichnungslos mit fein angedeuteten Queradern und dunklen Rippen. Hinterffügel weißlich, im Costaldrittel von der Farbe der vorderen.

Beschrieben nach 4 J' aus der Umgb. Djarkents, Expansion 31--34 mm.

Thalpochares rosea Hb. var. decolorata (Ster. i. 1.). Größer und schlanker als rosea, blab bräunlichrosa, Wurzelfeld gegen die Mitte nicht grün, sondern olivbraun, die dasselbe begrenzende weiße Linie wurzelwärts in einem viel spitzeren Zahne ein- springend; der von der Vorderflügelspitze zum Innen- rande ziehende violettrote Querstreiten fehlend. Unter- seits ohne Spur jeder rosa Färbung. Sicher gut differenzierte Lokalform, wenn nicht eigene Art.

Expansion 28 mm. Hab. Jli- Gebiet, Umgbk. Djarkent.

Hypena schwingenschussi nov. sp. Von allen Zypena-Formen durch die helle Färbung auf- fallend verschieden. Ziemlich rein grau; aus der Spitze zieht ein breiter weißer Wisch zur Mitte, bezw. zur innen braun angelegten Nierenmakel, mit dieser verschmelzend ; unterhalb dieses Wisches im Saum- feld dunkler, mehr eisengrau, die Innenrandshälfte der Vorderflügel weißlich bepudert. Von der Mittel- rippe zur Mitte des Innenrandes ziemlich steil eine weib» saumwärts dunkel angelegte Querlinie, parallel mit dieser je ein verloschener Querschatten im Wurzel- und Saumfelde Hinterflügel bräunlichgrau ohne Auszeichnung. Unterseite ziemlich gleichmäßig: hell, die der Hinterflügel dicht braun gesprenkelt.

Die Palpen erscheinen mir zarter, das Endglied kürzer als bei den verwandten Arten. Expansion 23 mm, Am besten dürfte die Art zwischen roralis H.-S. und antiqualis Hb. einzureihen sein.

Beschrieben nach einem tadellosen * und Herrn Leo Schwingenschuß-Wien, der mir bei Präparation und Sichtung der Ausbeute in so liebenswürdiger Weise behülflich war, freundschaftlichst gewidmet,

Arctia hebe L. nov. var. iliensis. Die in Anzahl erhaltenen Exemplare zeichnen sich namentlich im weiblichen Geschlechte durch ihre Kleinheit, be- sonders aber dadurch aus, daß die weißen Querbiuden der Vorderflügel sehr verengt sind und die 3. von der Wurzel an gerechnet stets fehlt. Einige Stücke haben die X-törmige Zeichnung im Saumfeld der Vorderflügel nur in der oberen Hälfte ausgebildet. Die schwarzen Fleckenbinden der Hinterflügel dagegen sind bei z/iensis m. viel kräftiger als bei Ahebe 1. Vermutlich Transitus-Form zur var. sartha Stgr.

Expansion 40 -46 mm.

Bericht über meine Ferienreise nach Tirol im August 1912. Von W. Wüsthoff, Aachen. (Fortsetzung.)

In einem der Gasthäuser fand ich denn auch Herrn Astfäller, der mit Präparieren der gestern Abend gefangenen, ziemlich reichen Beute beschäfl- tigt war. Angesichts dieser Beute konnte ich nicht umhin, meine Hilfe bei dem abendlichen bezw. nächtlichen Lichtfange, der hier von Herrn A. be- trieben wurde, anzubieten, welche auch angenommen wurde, mit dem Bemerken, daß ich alle antiliegenden Spanner nehmen könne, da er solche nicht fange. Den Nachmittag trieb ich mich in den umliegenden Abhängen umher, wo ich Wolfsmilch, Futter für meine Raupen fand, auch einen richtig gehenden Skorpion, den ersten, der mir lebend zu Gesicht kam. Aber sonst erbeutete ich nichts, noch nicht einmal einen Käfer. Nachdem ich in einem der Gasthöfe dem ganz guten Zitherspiel eines armen Verwachsenen gelauscht hatte, wurde es allmählich Zeit, das Nachtessen einzunehmen und dann auf den Fang auszuziehen Schon war es ziemlich dunkel, als wir, gut ausgerüstet mit ziemlich großem Lichtfangapparat und sonstigen Utensilien loszogen. Es ging zunächst talabwärts, dann über eine Brücke und dann sehr steil bergan, so steil, daß nur ein sehr langsames Emporkommen möglich war. Fast eine Stunde brauchten wir, um den, von Herrn A. in Aussicht genommenen Platz zu erreichen. Dieser Platz erwies sich jedoch als nicht besonders ge- eignet, weshalb wir wieder eine Strecke bergab kletterten und den Apparat an derselben Stelle aufstellten, an welchem Herr A. gestern Abend gefangen hatte. Kaum flammte das Acetylenlicht hier auf, als der Anflug auch schon stark einsetzte. Ganz besonders waren es Spanner, hauptsächlich Orth. bipunctata und Lar. caesiata, welche zu Hun- derten anflogen, um das Licht schwirrten und sich dann an die hinter demselben aufgespannte Lein- wand setzten. Eulen waren weit seltener, aber fast ausschließlich guter Qualität und seltener Art. Herr A. hatte ein eigenes Geschick, die Eulen in dem Geschwirre sofort zu bemerken und wie der Blitz in sein großes Giftglas zu befördern, während ich genug zu tun hatte, solche Spanner, die mir mitnehmenswert erschienen, auszusuchen und ab- zunehmen. Dennoch gerieten mir auch einige Eulen ins Glas. Es war nicht sehr warm, das mitge- brachte Thermometer zeigte kaum 10° C. Gegen

4

2 Uhr nachts ließ der Anflug merklich nach und wir brachen deshalb ab. Der Abstieg gestaltete sich bei der Steilheit des Abhanges und dem groben Geröll, aus welchem derselbe bestand, nicht gerade angenehm. Als wir weiter nach unten kamen, wurde es besser, zumal es nicht allzudunkel war. Am nächsten Tage, dem letzten, der mir hier zur Verfügung stand, nadelte und verstaute ich meine Beute, wobei ich leider einen großen Teil derselben, mehr als die Hälfte, als beschädigt fortwerfen mußte Ich hatte mein Hauptgepäck, auch den größten Teil meiner Sammelschachteln, in Meran gelassen, um nicht so schwer hier bergauf schleppen zu müssen. Nach dem bis dahin vorhandenen Er- gebnis meiner Sammelei konnte ich nicht ahnen, daß ich hier oben noch eine so große Beute machen würde, und hatte deshalb nur 2 Zigarrenschachteln und eine kleinere Dose, sowie eine Anzahl Tüten mit. Beim Fange selbst hatte ich oben keine Zeit zum Nadeln gefunden, sondern die beiden kleinen Giftgläser, die ich mit hatte, immer einfach in eine der Schachteln entleert und die Tiere dann mit Watte bedeckt, in welche ich einige Tropfen Aether träufelte. Dennoch waren, als ich morgens die Schachtel öffnete, einige der Eulen wieder lebendig geworden, waren umhergeflattert und hatten dabei eine große Zahl von Faltern beschädigt. Ich tütete von den Spannern ein, was mir minder wertvoll erschien, und nadelte den Rest. Bei dieser Be- schäftigung ging fast der ganze Vormittag herum. Nachmittags war ich zu faul, eine größere Tour zu unternehmen, und schlenderte daher nur, wie gestern, an den Bergen hier umher, diesmal nur in anderer Richtung, bis an einen prachtvollen Wasserfall, der aus einem der Seitentäler herab- stürzte Dann hörte ich im Gasthause in Gemein- schaft mit Herrn A. wieder dem Zitherspiel des Verwachsenen zu, der von einem stämmigen Bur- schen mit sehr dicken Fingern, trotz diesen, sehr geschickt auf der Guitarre begleitet wurde. Einige junge Mädchen, die am Nebentisch saßen, stimmten auf unseren Wunsch Lieder an, leider meist keine Tiroler Voikslieder, sondern das Lied von der „scheenen Maischterin“ usw., aber schließlich doch auch ein sehr hübsches Liedchen in echt Tiroler Mundart vom Wildschützen, wobei nur die Jodelei sehr zu wünschen übrig ließ. So ging auch dieser letzte Tag schnell herum und mit Dunkelwerden stiegen wir, Herr A. und ich, beladen mit Leucht- apparat und Utensilien, bergan zum Lichtfang. Es war heute etwas wärmer wie gestern und es lag so zu sagen in der Luft, daß wir heute einen sehr guten Erfolg haben würden. (Schluß folgt.)

Vorläufige Mitteilung.

Die Ausgabe eines neuen Mitglieder-Ver- zeichnisses ist dringend notwendig. Das zuletzt ausgegebene -Verzeichnis ist teilweise unbrauchbar geworden, weil viele Mitglieder unterdes ihre Wohnung. geändert haben und weil seitdem über 500 neue Mitglieder unserem Bunde beigetreten sind. Die Vorarbeiten für das neue Verzeichnis haben bereits begonnen. Weitere Mittzilungen werden in der nächsten Nummer gemacht werden.

Aus den entomologischen Vereinen. Beilage zur Internationalen Entomologischen Zeitschrift.

7. Jahrgang.

Aus den Sitzungen der Entomol. Gesellschaft zu Halle a. $.

Sitzung vom 1. Juli 1912.

Herr Schumann legte seine neuste Wanzen- und Käferausbeute aus der näheren Umgebung von Halle vor; desgl. Herr Sparing eine Auswahl Käfer, darunter 5 in der Heide erbeutete Stücke von Oriocephalus rusticus. Herr Daehne sprach über die Schnellkäfergattung Corymbites Latr. In Groß- deutschland kommen etwa 15 Formen vor, über deren Lebensweise, namentlich über die der ersten Stände, ziemlich wenig bekannt ist. Die Larven des metal- lisch-grünen C. pectinicornis, der in unserem Gebiet zuweilen in Massen Schwärmt, sind in Finnland als Kohlschädlinge beobachtet worden, während die fer- tigen Käfer, zusammen mit, denen von (. eastanens, in Norwegen durch Befressen der Apfelblüten schaden sollen. Kerner zeigte Herr Daehne nebeneinander unseren größten (Sienagostus rnfus) und unseren kleinsten (Ouasımus minutissimus) Schnellkäfer. Herr Hemprich zeigte Fraßstücke und lebende Käfer des großen Obstbaumsplintkäfers (Scolytns pruni). Der Schädling hat in Diemitz einige Pflau- menbäume zum Absterben gebracht, obwohl sie sich mit heitigem Harzfluß zur Wehr gesetzt und eine sroße Zahl der Angreifer dadurch erstickt hatten. Ferner zeigte Herr Hemprich einige bei Die- mitz erbeutete Bienen und. Libellen, sowie eine australische Lucanide. Herr Haupt sprach über die Dryininae, eine Unterfamilie der Bethylidae, ‚die als häufigste Schmarotzer bei Cikadinen auf- treten. Die fast durchweg winzigen Tierchen, die sich durch ihre Sprungfähigkeit auszeichnen, sind über die ganze Erde verbreitet. . Einige besitzen Flügel, andere sind flügellos; einige besitzen am .Vorderfuße ein sog. Scherenglied, anderen fehlt dieses charakteristische Organ. Ihre Eier, meist nur 1, seltener 2, heften sie den Cikaden außen an weiche Hautfalten des Vorder- oder Hinterleibes an. Die ausschlüpfende junge Larve dringt nur mit dem Kopf in ihr Opfer ein und lebt zunächst vom Blute desselben. Die befallenen Cikadinen scheinen dadurch wenig belästigt zu werden, sie sind ebenso lebhaft wie ihre gesunden Artgenossen. Der Schmarotzer erscheint an ihnen als schwarzbraunes, beutelartiges Gebilde, das im 1. Stadium noch eine, wurmartige Krümmung zeigt. Bis zur 2. Häutung erreicht die Larve eine verhältnismäßig erstaunliche Größe. Denn der Rückenteil ihrer Haut besitzt eine papierlaternen- artige Fältelung, so daß sicb die Larve außerordent- lich ausdehnen kann. Diese Fältelung wird von Häutung zu Häutung mehr ausgebildet. Die Hälften der abgestreitten Häute fallen nicht ab, sondern bleiben, da sie ja mit dem Halsteil eingeklemmt sind, als muschelförmige schützende Kla;pen zu beiden Seiten des Schmarotzers stehen. Kurz vor dem Aus- schlüpfen .erst dringt die Larve gänzlich in ihr Opfer ein; sie zerbeist die gesamten inneren Organe des- selben und versetzt sie mit einem Verdauungssaft, worauf sie den Inhalt so vollständig aufsaugt, daß die Cikadine total ausgeräumt wird. Die Schmarotzer- larve, die jetzt fast dieselbe Größe wie ihr Wirt er-

5. April 1913.

Nr. 1.

reicht hat, kriecht noch 2—3 Tage auf dem Rücken umher; dann spinnt sie sich ein und ergibt im nächsten Jahre die Wespe. Herr Lassmann führte eine etwa 400 Stück umfassende Fliegenaus- beute aus Griechenland vor, die Herr Dr. Schlüter dort während seiner letzten Sammelreise neben seiner eigenen Spezialität mit gesammelt hatte.

Sitzung vom 15. Juli 1912.

Herr Hemprich legte eine Auswahl frischer Käfer aus der Heide vor, die Anlaß zu längeren lokalfaunistischen Erörterungen gab, wobei namentlich die Herren Bandermann, Daehne und Ro- senbaum wertvolle Daten bekannt gaben. Herr Zander sprach unter Vorlegung stark befallener Zweige über das derzeitige Massenauftreten der schwarzen Bohnenlaus bei Schiepzig. Die Laus, die sonst auf Melden, Sauerampfer, Pferde- und Stangenbohnen auftritt, hat dort in ver- heerendem Maße die Birnväume befallen, was, nach Aussagen der ältesten Landwirte noch nie, vorher beobachtet ist. Zugleich mit den Läusen kamen, zahl- reiche Coceinellen auch an den vorgelegten ver- schrumpften und schwarz verfärbten Blättern krochen noch ihre Larven die aber bisher der Piage nicht Herr werden konnten. Außerdem zeigte Herr Zander eine verkrüppelte Puppe von Gastropacha quercifolia, die er bei Schiepzig an Kartoffel ge- funden hat; wahrscheinlich ist sie jedoch von einem daneben stehenden Pflaumenbaume abgefallen. Herr Rosenbaum erläuterte die frühesten Stufen der Bein- und Flügelentwicklung bei Insekten an farbigen Tafelzeichnungen. Im Gegensatze zu der verbreiteten Ansicht, dab die Organe des Vollkerfs erst zu Ende der Puppenruhe entständen, zeigte der Vortragende, dab sie in Gestalt der Imaginalscheiben be- reits in der Larve angelegt würden und später nur unwesentliche Veränderungen, in der Hauptsache Aus- einanderfaltungen, durchzumachen brauchten. Herr Bandermann führte seine letzte, zahlenmäßig wie wertmäßig gleich überraschende Ausbeute an Schmetter- lingen, Käfern und Fliegen ausder Goitzsche und vom Granauer Bruchfelde vor. Herr Schappler regte durch seine Anfrage, wie sich der Verein zur mo- nistischen Weltanschauung im allgemeinen und zu der Frage der Tierseele im besonderen stelle, eine sehr interessante, allseitige Aussprache an, die den ganzen weiteren Abend erforderte, so daß der. Vor- sitzende nach Mitternacht 4 fernerhin angesagte Vor- träge von der Tagesordnung absetzen mußte Zum ersten Punkte der Anfrage stellte Herr Daehne fest, daß der Verein als solcher seinen Mitgliedern keiner- lei Vorschriften über ihre Weltanschauung mache. Betrefis der zweiten Frage ist es hier nicht möglich, ein auch nur annäherndes Bild von dem Gange der Aussprache zu geben. Daher sei hier nur gesagt, daß für ihn hauptsächlich die Ausführungen des Herrn Daehne bestimmend waren, der zunächst einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über die wechselnde Beurteilung der „Tierseele“ in den verschiedenen naturphilosophischen Richtungen gab, dann die er- kenntnistheoretischen Schwierigkeiten der Frage, aus denen die meisten Mißverständnisse und Streitig-

keiten entsprängen, skizzierte und schließlich unter Heranziehung zahlreicher, überzeugender Beispiele aus seinen Erfahrungen als Tierhalter, Jäger und Biologe warm dafür eintrat, daß trotz aller grauen Theorien dem Tier doch ein gewisser „Verstand“ zuzusprechen sei. Den ganz anders gearteten und gewissermaßen noch in den Anfängen steckenden „Verstand“ der Tiere ohne weiteres an dem hoch- entwickelten Verstande des Menschen zu messen, sei nicht angängig, da beides inkommensurable Größen seien. Das scheinbar ungünstige Ergebnis mancher Versuche rühre daher, daß die Frage falsch gestellt sei. Der Redner erbrachte auch gleich den praktischen Beweis für diese Behauptung, indem er eine Anzahl Beispiele, die ihm aus der Versammlung heraus als Gegenbeweis vorgehalten wurden, auf ihren wahren Beweiswert zurückführte und gerade als Belege für seine eigene Meinung aufdeckte. Bei anderen Expe- rimenten sei die Frage zu schwer. Ein Mathematiker dürfte doch heispielsweise auch nicht einen hochin- telligenten Nicht-Mathematiker kurzerhand für „ver- standlos“ erklären, wenn dieser eine für jenen leichte mathematische Aufgabe nicht gleich lösen könne. Die beliebte Annahme eines sog. „Instinktes“ be- deutet nur eine Wortverschiebung, aber keine Er- klärung; zudem setze auch „instinktives Handeln“ bereits wieder gewisse geistige Fähigkeiten voraus. Bei der Widerlegung mehrerer aus der neuerdings besonders’angeschwollenen populären und pseudopopu- lären Literatur entnommenen Argumente zeigte Herr Daehne zugleich, daß diese Literatur die Frage mehr verwirrt als geklärt habe, indem in ihr bald kühne Schlüsse auf ersichtlich fehlerhaften Beobach- tungen aufgebaut, bald gute Beobachtungen durch sehr gewöhnliche Denkfehler entwertet würden. In über zweieinhalbstündiger Wechselrede wurden vor allem von den Herren Daehne, Faber, Krattt, Lier, Rosenbaum, Schappler und Schwarz so viele interessante Beobach- tungen und Begründungen für das Vorhandensein verstandesmäßiger Regunges im Tierreich zu Tage gefördert, daß auch die anfänglich Widerstrebenden schließlich ihre Zustimmung zu dem abschließenden, absichtlich vorsichtig gefaßten Resum& des Herrn Daehne erklärten. Die dankenswerte Anregung des Herrn Schappler hatte aber so nachhaltige Wirkung, daß ein guter Teil der Anwesenden nach Schluß der Sitzung die interessante Frage in einer ausgedehnten Nachsitzung im Caf& zum Leidwesen des müden Personals gründlich weiter erörterte.

Sitzung vom 5. August 1912.

Herr Rosenbaum legte einige neuropte- rologische Raritäten aus der Umgegend von Halle vor, vorallem den Ösrioptery.x psociformis, der sich von den übrigen, wohlbeflügelten (oniopfery.x-Arten leicht an seinen verkümmerten Hinterflügeln unterscheiden läßt. Ferner zeigte er eine im Freien erbeutete Copula zweier verschiedener Libellen (/schnura ele- gans 3 X. Lestes sponsa 2)! Aus der Literatur sind ihm nur 2 Fälle derartiger Kreuzung bekannt ge- worden: Selys sah 1853 eine Copula eines Männ- chens von /. elegans mit einem kleinen Weibchen von Calopteryx splendens, und Hagen beobachtete, dab ein Männchen von /. elegans ein Weibchen von Enythromma naias wenigstens zur Copula faßte. Endlich legte Herr Rosenbaum eine größere, alle Uebergänge vom hellen Gelb bis zu Tiefschwarz auf- weisende Reihe Wasserwanzen (Notonecta glauca) vor, als weiteren Beleg dafür, daß die übliche Ein- reihung ais „Varietäten“ unstatthaft und diesen Ab-

hin einzuziehen sei.

weichungen höchstens der Rang bloßer „Formen“ zuzupilligen sei. Bestätigend bemerkte Herr Schu- mann, daß er einmal in einem Freibassin 10 wohl unterscheidbare Farbabänderungen derselben Wasser- wanze beisammen angetroffen habe. Herr Haupt führte die merkwürdige Wespengruppe der Mutillen vor, deren Lebensweise und Verbreitung noch recht wenig erforscht ist. Manche Arten schmarotzen bei Käfern, z. B. Hetoca ichneumonides bei Cicindela hy- brida,; noch mehr bei Hummeln. Ein vorliegendes, aus der Altmark stammendes Hummelnest war so stark von M. europaea befallen, daß keine einzige Hummel, aber an die 60 Mutillen zur Entwicklung kamen. Die ziemlich täuschend einem Buntkäfer (Thanasimus formicarius) gleichende Art soll nach Friese erst von Halle südwärts vorkommen; doch fing vor einigen Jahren unser Dr. med. Schmiede- hausen auch in der Dübener Heide 1 Männchen. Ein Männchen von M. rufipes erbeutete Taschen- berg vor Jahren auf dem „Jägerberg“ (inmitten der Stadt Halle); der Vortragende fing die der M. enropaea sehr ähnliche, doch durch weiße Behaa- rung der Beineunterschiedene 4. dıjferens bei Dresden und in der Sächsischen Schweiz. Von der seltenen Myrmosa melanocephala, deren Wirt noch unbekannt ist, erbeutete der Vortragende am 28. Juli 1912, 1 Männchen und 2 Weibehen am Bindersee, und 2 Tage später 1 Männchen an der Fuhne bei Zör- big. Einige Arten ähneln Ameisen oder Spinnen;

‘doch lassen sie alle den Fänger nicht lange über

ihre Zugehörigkeit im Zweifel, da sie es verstehen, mit der Schnelligkeit einer Nähmaschine zahlreiche und äußerst schmerzhafte Stiche anzubringen. Ferner legte Herr Haupt seine über 500 Stück zählende letzte Cikadenausbeute vor, darunter als neu für unsere Fauna Zupteryx adspersa Herr.- Schäffer, von der er nachwies, daß sie mit Z. arte- muisiae identisch, der Kirschbaum’sche Name mit- Der grüne europäische Laternen- träger (Diciyopkora europaea) trat neuerdings bei Erdeborn, im Rösertale und an der Fuhne in unge- wöhnlicher Menge auf. Eine Seltenheit zeigte Herr Dr. Japha: die kegelförmigen, glatten Puppen des Wasserzünslers Paraponyx siratiolata, der neu- erdings im Passendorfer Teiche zahlreich auftritt. Die an Krebsschere, Wasserstern und Wassernuß fressende Raupe zeichnet sich vor den übrigen wasser- bewohnenden Raupen durch den Besitz von Tracheen- kiemen aus. Herr Spöttel I erläuterte die un- gemeine Veränderlichkeit zweier Bockkäfer (Sirangalia guadrifasciata und macnlata) an einem umfassenden Belegmaterial und noch anschaulicher in starker Ver- größerung an 18 selbstgemalten Farbentafeln. Ferner legte er 2 auch längst bei uns eingeschleppte Aller- weltskäfer vor: 7rogosita maurelanicus (aus einer Mehlmottenzucht unseres Herrn Krafft stammend), der in. Mehl und allerlei Drogen, doch -auch im Freien unter der Rinde rotfauler Laubhöizer be- obachtet ist, und den sexualdimorphen, in Mehl, Kleie etc, doch auch im Freien an Kiefer festgestellten Gnathocerus cornulus. Von einigen außerdem noch gezeigten Spezialitäten seien nur erwähnt: Dascilins cervinus, den Herr Spöttel bei Sachsa vereinzelt, bei Schmiedefeld häufig fand; Agrilus biguttatus ab. aenescens und zahlreich in der Mittagssonne an Buchen- reisig anfliegende Chrysobothris ajfInis, sowie 2 Stücke von Äulecoetus dermestoides, sämtlich aus Sachsa. Herr Schumann zeigte seine Wanzenbeute vom Thüringer Walde, Herr Bandermann eine größere Anzahl Wolfsmilchschwärmer-Raupen vom Bruchteld. Unter etwa 60 eingetragenen Raupen befanden sich

15 Farbabänderungen, die aber nach den früheren Erfahrungen des Redners doch nur die gewöhnliche Imagoform ergeben, obwohl die Färbungsunterschiede der Raupen, wie Herr Bandermann an farbigen Kartonzeichnungen des näheren zeigte, zum Teil recht erheblich sind. Zum Schlusse zeigte Herr Bander- mann ein frisch geschlüpftes, mit Eiche gezogenes prächtiges Pärchen von Antheraea pernyl und Herr Haupt aus dem Garten unseres Herrn Riedel-Dresden stammende, in den Wandungen von Mohnköpfen sitzende Gallen von Anlax papaveris, sowie zum Ver- gleich eine verwandte Art, A. minuta, aus Könnern.

Sitzung vom 19. August 1912.

Herr Haupt führte unsere einheimischen Ver- treter der Hymenopterengattungen Andrena, Spheco. "des, Dasypoda, Cerceris und Osmia vor. Besonders erwähnt seien nur im Weidatal (Muschelkalk) er- beutete Stücke von Osmia papaveris, die ihre Kunst- bauten mit Klatschmohnblüten tapeziert, und 2 aus- nehmend schöne Osmia-Nester, die an einem, in der Sandgrube des Granauer Bruchteldes gefundenen Stein saßen. Herner zeigte Herr Haupt einige große, blumenkohlartige Gebilde, die nur ein genauer Kenner noch als Natterkopfstauden erkennen konnte, welche durch Zriophyes echil so verunstaltet und total vergrünt waren. Endlich zeigte Herr Haupt mehrere Zwergformen von Sirex gigas von Herrn Brandt in der Heide gefangen und ein mäch- tiges, selten schön gezeichnetes Stück von Acherontia atropos, das ein Schüler im vorigen Jahre hier als halbwüchsige Raupe gefunden hat. Herr Bander- mann zeigte zunächst lebende Raupen von Dellephila gali*, von denen er am 11. Juli bei Zscherben 60 Stück auf Galium verum gefunden hatte, sowie die schwer auseinanderzuhaltenden Puppen von D. galıl und euphorbiae. Nach seiner Erfahrung sei bei galii-Puppen der Oberteil des Thorax schwärzer. Sodann ein Stück der im Handel gelegentlich zu hohem Preise angebotenen sog. „Puppe mit Raupen- kopf“, die nichts weiter sei als ein verkommenes Exemplar, ferner Raupen von Antheraea pernyi be- reits in 2: Generation, endlich eine im Friedhof in der Erde gefundene große Käterlarve, die Herr Daehne als die von Osmoderma eremita erkannte. Herr Brandt legte eine Ausbeute von großen Ca- raben aus der Umgegend von Garnbach vor: Pro- erusites coriaceus, Car. violaceus v. purpurascens, catennlatus, convexus, auralus, grannlatus, cancella- Zus, nemoralis und glabrafus. Herr Daehne ver- breitete sich ausführlich über Bau und Lebens- weise sowie über die Bekämpfung des Salatsamen- wicklers (Semasia conferminana), der gelegentlich beträchtlichen Schaden anrichtet. Die Herren Daehne und Rosenbaum legten eine Auswahl Ameisen vom Petersberg vor.

Sitzung vom 2. September 1912. Herr Kleine verbreitete sich in ausführlicher Darstellung über seine neuesten Untersuchungen über die Biologie von Ohrysomela fastuosa. Die Litera-

#),Die unsinnige Schreibung „ga/lii“ lehnen wir ab.

Vereinigung Jenenser Entomologen. Versammlungen jeden 1. und 3. D

tag im Monat im Hotei „Stern“, Ne, 2 Gäste stets willkommen. au

Entomologischer Verein Erfurt.

Nächste Vereinsabende Dienstag den 8. und 22. April 1913 im Restaurant Stei- niger, Prediger-Strasse 4.

Entomologischer Verein „Pacta‘ Stettin.

Regelmäßige Sitzungen am ersten und dritten Montag im Monat, abends 8!/, Uhr, im Restaurant Eyrich, Falkenwalderstr. 15.

Gäste willkommen!

turangaben über die Futterpflanzen dieses Blattkäfers erwiesen sich als wenig stichhaltig,; nach den aus- giebigen Fütterungs-Versuchen des Vortragenden be- schränkt sich der Käfer streng auf Labiaten, er hungert lieber, als daß er andere Pflanzen annähme. In der Not geht er zwar auch Leonurus, Stachys, Lamium und Mentha an, doch zieht er die auf feuchten Standorten die von.trockenen wählt er nicht heimischen Galeopsis-Arten (speciosa, tetrahit) bei weitem vor. Vermutlich hängt diese Bevorzugung mit dem verschiedenen Wassergehalt der verschiedenen Galeopsis- Arten zusammen, der beispielsweise bei tetrahit nach der Analyse des Vortragenden 87°/, bei 13°, festen Bestandteilen beträgt. An den verschiedenen Futterpflanzen er- zeugt der Käfer recht verschiedenartige Fraßbilder, die aber immer mit einem charakteristischen „Rand- ringel“ beginnen. Der durchschnittlich 25 mg schwere Käfer frißt bei einer Fraßzeit von 30 Tagen täglich fast sein eigenes Gewicht (genau 24,7 mg) Blattsubstanz, d. i. ein normal großes Blatt. Die Copula erfolgte vom 16. 20. Juni, die Eiablage vom 23. an; nach derselben beobachtete der Vor- tragende eine 2. Begattung, der aber keine weitere Eiablage folgte. Die meist elfenbeingelben, mitunter auch weißen Eier sind elliptisch, 1:3 mm groß; ihre Oberfläche zeigt fünfeckige, seltener sechseckige Ge- bilde, die jeweils von hochstehenden Leisten um- schlossen sind. Die Mikropyle ist schwer zu sehen, meist erst dann, wenn sich die Eier bereits verfärben. Dieselben werden erst hellrot, dann dunkel und entlassen darauf die durchsichtige Larve, die sich in 11/, Stunden ausfärbt und nach 7 Tagen die einzige beobachtete Häutung durchmacht. Vom 23. Tage an läßt der Fraß rapid nach; die Puppe ver- färbt sich nicht, sondern gleicht der Larve, nur ist sie etwas kürzer. Die Puppenruhe dauert 2—-3 Wochen. -— Herr Haupt zeigt das Gespinst einer Braconide (Heleorus), einen außen mit Fäden umgebenen, birntörmigen Cocon, der mit einem F'aden an einer Kiefernnadel sitzt. Ferner führte er die Schlupfwespengattung der Xoridinen, von denen er in den letzten 5 Jahren hier mehr Vertreter erbeutete als Taschenberg in 40 Jahren, ausführlich nach Bau und Lebensweise vor. Herr Rosenbaum demonstrierte 2 Neuropterengruppen, die He- meroblidae und die Coniopterygidae Die Gattung Chrysopa ist bei Halla durch die Arten vulgaris, perla, prasina und seplempunctata vertreten; die Gattung Sisyra durch die Arten fuscata und Zer- minalis, deren Larven in den gerade bei Halle reich- licher vorhandenen Süßwasserschwämmen schmarotzen, so daß die sonst seltenen Arten hier mitunter sehr häufig sind. Den Wasserameisenlöwen (Osmylus), dessen Larve gleichfalls im Wasser lebt, konnte der Vortragende dagegen nur in Lausitzer Stücken vor- legen. Die von Burmeister nach 2 Leipziger Stücken beschriebene außerordentlich seltene Psectra diptera, deren Männchen allein zweiflüglig ist, wäh- rend das Weibchen die normale Vierzahl der Flügel aufweist, ist von Herrn Haup t in der Goitzsche ge- fangen. (Fortsetzung folgt.)

= Die Strasshurger Entomologische Gesellschaft ATALANTA

hält am Sonntag, den 6. d. Mt=., nach- mittags 4 Uhr, im Gasthaus „Zum Ritter“ Stephansplan, ihre diesjährige

Generalversammlung ab. Alle Entomologen und Naturfreunde sind hierzu höflichst eingeladen.

Der Vorstand.

Berliner Entomologische Gesellschaft E. V. Versammlung jeden Freitag 9 Uhr im Restaurant „Zum Einsiedler“, Neue Pro- menade Sa.

Gäste stets willkommen!

Anhaltische Entomol. Vereinigung.

Sitzungen jeden 1. Sonnabend abends und 3. Sonntag nachmittags 2 Uhr. Ab

April bis September 1. und 3. Sonnabend ,

Hotel Kaiserhot, Dessau. Gäste willkommen.

Entomolog. Verein „Iris“, Leipzig, Sitzung jeden Montag, abends 1/9 Uhr Cafe Harimann, Grimm. Steinweg. Reichhaltige Vereins-Bibliothek, Vereins- sammlung, Tausch-Verkehr, Bespreehung aller Insektengruppen, ebenso der Futter-

pflanzen. ———— Gäste willkommen. = Der Vorstand.

Entomologischer Tisch, Cöln.

Sitzungen jeden 1. und 3. Montag im Monat abends 9 Uhr im Hotel Kaiser Wilhelm in Cöln.

Schmetterlingsfreunde willkommen!

Entomolog. Verein Hamburg - Altona,

Die Vereinsabende finden jeden zweiten Donnerstag im Monat im Restaurant Rätz- mann, Zeughausmarkt 35/37 I, und jeden vierten Freitag im Monat im Hörsaal des Naturhistorischen Museums, abends 81/, Uhr statt.

Gäste sind stets willkommen!

abends.

Entomologischer Verein Nürnberg.

(E. V.

Die Sitzungen finden jeden

2. und 4 Freitag im Monat im Lult- poldhaus, dem neuen Heim der Natür- hist. Gesellschaft, statt. \ (Haltestelle der elektr. Bahn, Linie 5, Verkehrsmuseum).

Gäste willkommen ! Die Vorstandschaft.

Berliner Entomologen- Bund £. V.

Nächste Sitzung Dienstag, den 15. April cr., abends 3!/, Uhr im „Prälaten“ Alexanderplatz, Gewerbezimmer.

Im entomologischen Teile: Besprechungd. Gattung Taeniocampa, Led.

Die Herren Mitglieder werden gebeten, interessantes Material mitzubringen.

ZEB” Gäste stets willkommen! Der Vorstand,

Verein ‚Orion‘ Erfurt.

Nächster Vereinsabend Freitag, den 18. April 1913 im Restaurant „Schobers- mühle‘“, Blücherstrasse.

Gäste willkommen.

Verein für Käfer- u. Schmeiterlings- kunde für das nördl. Böhmen

Sitz: Rumburg. . Die Mitglieder-Zusammenkünfte erfolgen jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, abends 6 Uhr im Vereinslokal „Hampels Restau- rant“ in Rumburg,

Gäste willkommen!

Verzeich. d. i. nördl. Böhmen beobach- teten Maerolep. Teil 1, Tagfalter, Teil 2, Schwärmer und Spinner, gegen Einsen- dung von 50 h für jeden Teil vom Schrift- führer Karl Freyer jun., Oberhennersdori b. Rumbüzrz, zu beziehen.

a fe

Mitglieder des

Berliner Entomologischen Vereins E, V., gegründet 1856,

erhalten frei zugesandt die

Berliner Entomologische Zeitschrift,

jährlich 4 Hefte, ca. 320—350 Seiten wissenschaftl. Textes, mit Illustrationen und Tafeln (z. Zt.: 56. Jahrg., Redakt.: H.Stichel), sie haben Insertionsfreiheit in dem Kauf- und Tauschanzeiger und Berechtigung zur Benützung der erstklassigen Bibliothek, enthaltend über 5000 Bände mit 75 entomol. und naturwiss. Zeit-

schriften, Versand auch nach auswärts.

Aufnahmefähig auch auswärtige Entomologen und Korporatio nen (Institute,

Vereine etc.).

diplom (Kupferstich). Entomol.

Berlins

Beitrag 10 Mk. p. Jahr und 3 Mk. einmalig für küns ler. Mitglieds- und Umgebung sind

zum Besuche der

Sitzungen, Donnerstags abends 84, Uhr, jeden dritten Donnerstag im Monat:

Tauschabend,

eingeladen. SW. Berlin, Königgrätzerstrasse 111.

Königgrätzer-Garten. Nähere

Auskunft erteilt der Schriftführer Dr. Paul Schulze, Charlottenburg, Schillerstr. 80.

Entomologische Gesellschaft, Halle a. d. Saale (E. V.).

Unsere Sitzungen finden jeden 1. und 3. Montag des Monats im Neumarkt- Schützenhaus, Harz 41, statt.

Gäste stets willkommen!

Entomologischer Verein Ohligs.

Versammlungen finden statt jeden 1. und 3. Samstag im Monat abends $!/,; Uhr im Hotel-Restaurant „Zum Löwen!‘! gegenüber dem Rathaus, 5 Minuten vom Bahnhof. ?

BP” Gäste willlkommen. “BE

Gesellschaft der Naturfreunde 1911 Hirschberg (Schlesien). Unsere entomologischen Abende finden jeden 1. und 3. Sonnabend im Monat im Hotel „Graf Moltke‘“ statt. Gäste sind stets und herzlich willkommen.

Der Vorstand.

Entomologischer Verein Sonneberg (Sachs.- Mein.).

Unsere Sitzungen finden jeden I. und 3. Donnerstag im Monat von abends 9 Uhr ab im Rest. Heinz, Kaiser Wil- helmsplatz, statt.

———— Gäste willkommen.

EntomologischerVerein Oberschlesien,

Vereinsabende jeden 3. Sonntag im Monat, nachm. 5 Uhr im Vereinslokal Cafe Jusezyk in Beuthen-Boulevard.

Jeden 1. Freitag im Monat ebenda: Zwangsloses Belsammensein.

Gäste stets willkommen!

Zoologisch-Entomologischer Verein Warnsdorf in Böhmen. Sitzung jeden 1. Dienstag im Monat, freie Zusammenkünfte jeden Dienstag im Gasthaus zur Grimmerflur, III. Bez.

Gäste willkommen !

Entomolog. Verein „Fauna“ Leipzig.

Von jetzt ab Sitzungen jeden Montag 8, Uhr im Saale des Börsen-Restaurant, Tröndlinring 2. Vereinsbibliothek über 750 Bände. ca. 125 Mitglieder. Im Verein werden alle Insektengruppen gesammelt und besprochen.

BES” Gäste stets willkommen. mE Der Vorstand,

Verein der Entomologen zu Halle a.$,

Sitzung jeden Donnerstag nach dem 1. u. 15.desMts. im Restaurant „Zu den 2 Türmen“, Geiststr. 23.

Gäste sind willkommen!

Entomologischer Verein Karlsbad. Gegr. 1887. .. 96 Mitglieder.

Vereinsabende jeden 1. und 3. Montag im Monat abends 8 Uhr im Vereinsheim, Restaurant „Deutsches Heim“.

Gäste stets willkommen.

Entomologen - Verein Basel und Umgegend. Sitzung jeden 1. Sonntag im Monat, freie Zusammenkünfte jeden Freitag Abend im Restaurant Henssler, Leonhardseck, Basel. :

Gäste willkommen! Die Kommission.

. . PT Entomologischer Verein „Favorita“, Wien X, Landgutgasse 11 in Johann Kawan’s Gasthaus.

Vereinsabende jeden zweiten Donnerstag von 7—9 Uhr abends. Karl Schirl, Franz Kleffler Schriftführer. Obmann. SEP” Gäste stets willkommen. BE

Entomologen-Club Teplitz- Schönau und Umgebung.

Die Sitzungen finden jeden zweiten u. vierten Donnerstag im Monat, in „Stadt Dresden“, Elisabethstrasse, statt.

Gäste willkommen. J. E. Euhr, Vorsitzender.

Entomologischer Verein „Polyxena“ Wien VII. Kirchengasse 33. Restaurant Kollmann.

Vereinsabende jeden Dienstag, abends $S Uhr. Vorträge und Diskussionen. Tausch-Verkehr, Bibliothek.

Carl Polt, Otto Neumann,

Sehriftführer. Obmann.

Entomolog. Vereinigung „Sphinz“, Wien XVI, Neulerchenfelderstr. 79. Sitzung jeden Dienstag, abends von 79 Uhr, Altermann’s Gasthaus.

Gäste stets willkommen.

Jahrbuch 1911—13

64 Seiten Text, 1. Dreifarbendrucktafel, 1 Lichtdrucktafel K. 3.30.

Jahrbuch 1910 92 Seiten Text, 4 teilweise kolor. Licht-

drucktafeln K. 2.30. Frankozusendung gegen Vorausbezahlung. Beidz Jahrgänge zusammen franko KR. 3.

Wiener eniomolog. Verein.

Die Vereinsversammlungen finden jeden Freitag, abends 8 Uhr, im Vereins- lokale: -

i. Johannesgasse No. 2

statt. z Gäste willkommen,

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13 810 Guben, den 12. April 1913.

Entomo

Organ des Internationalen

No. 2.

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7. Jahrgang.

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Entomologen- Bundes.

Herausgegeben unter Mitarbeit b bedeutender Entomologen.

Die „Internationale Entomologische Zeitschrift‘ erscheint jeden Sonnabend.

en nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen zum Preise von 1.50 M. vierteljährlich an, ebenso der Verlag io Guben bei direkter portofreier Kreuzband-Zusendung. Insertionspreis für die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Abonnenten haben für ihre entomologischen Anzeigen vierteljährlich 25 Zeilen frei.

‚Schluss der Inseraten-Annahme jeden Mittwock früh 7 Uhr.

Inhalt: Eine neue äthiopische Limacodide und anderes. Zur Nomenklatur von Lycaena argus L. und argyrognomon Bergstr.

Bericht über meine Ferienreise nach Tirol im August 1912.

Eine neue äthiopische Limacodide und anderes. .Beschrieben von F. Wichgraf.

1. Ctenolita habenichti n. sp. Delagoa - Bay. Nov. 1912.18 2 2.

Seit Prof. Karsch (Entom. Nachr. XXII S. 261 bis 285) 1896 eine Revision der afrikanischen Lima- ‚codidenfauna vorgenommen, die er in 22 gut. unter- schiedene Genera einteilte, darunter das von ihm neu aufgestellte Genus „Cfenolita“, ist von letzterem, das durch 4 Arten im Berliner Museum vertreten war, nur. noch eine. weitere Art bekannt geworden, und zwar stammen alle von der Westküste aus Togo und Kamerun. Um so mehr freute ich mich, aus Kokons, die von dem tleißigen Sammler Herrn Habenicht aus Delagoa-Bay geschickt waren, gleich auf einmal 1 9 und 2 2 einer neuen Species dieser Gattung: zu erhalten, während von den andern nur ‚entweder Sc oder 2% bekannt waren. Es ist da- her nicht mehr als recht und billig, wenn ich den Namen des Entdeckers mit der Neuheit verbinde.

Die Gesamterscheinung des Tieres ist eine sehr reizvolle, da die metallisch glänzende Farbe sich aus Silbergrau und Bronze zusammensetzt. In der Zeichnung steht es anacompa K. am nächsten, doch ist letztere Art in der Färbung viel monotoner.

&: der Basalteil der Vorderflügel ist dunkel goldbraun (die untere Hälfte deutlich kupferfarben), begrenzt nach außen von einer dunkleren hellgrau sesäumten, in der Mitte unterbrochenen unregelmä- bigen Linie, die ungefähr parallel dem Außenrande des Flügels vom ersten Drittel des Hinterrandes zum zweiten Drittel des. Vorderrandes verläuft, Wo sie den Vorderrand erreicht, entspringt eine dunkle halb- mondförmige Linie von gleichem Kupferbraun, die mit. dem Rücken nach außen ungefähr auf die Mitte des Außenrandes zugeht, ohne ihn ganz zu erreichen. ‚Der von beiden Dunkelheiten eingeschlossene. Teil des silbergrauen Grundtones zeigt sich etwas ver- dunkelt, wodurch .ein im Felde 1b sich zeigender hellerauer Fleck desto deutlicher hervortritt. Von

Jr

(Schluß)

ihm zieht sich eine eingebogene hellere Linie zu dem Berührungspunkte der beiden Dunkheiten, welche sich in der Mitte (von Rippe 2—4) zu einem zweiten helleren Fleck erweitert, der 3 dunkle Pünktchen in gebogener Linie enthält. Endlich befindet sich in dem heller grauen Spitzenteile in dunkler Kupferfleck in Dreiecksform, dessen Basis am Vorderrande liegt und aus dessen Außenseite 3 Spitzen an den Adern her- vorragen. Die Hinterflügel sind einfarbig silbergrau, beim 2 nach den Rändern zu etwas verdunkelt. Die Fransen, ziemlich breit silbergrau, erscheinen nach innen dunkler gesäumt. Die Unterseite der Flügel eintarbig grau, aber die Vorderflügel mehr mausgrau, die Hinter» flügel etwas heller gelblich grau. Der Thorax grau behaart (beim d auch der ganze Körper), die Leib- ringe beim 2 goldgelb mit dunklerer Einfassung nach hinten und der Leib unten schwarz, gelb ge- säumt. Die Brust grau behaart, wie auch die Beine. Die Tarsen gelb und braun geringelt mit dunklem Haarbusch an den Klauen bei beiden Geschlechtern. Länge des Vorderflügels 16 mm (2 20), Breite 8 mm (2 10), Länge des Leibes 18 mm (2 20), Spann- weite 34 mm (2 41). Der Kokon sieht aus wie eine Kokosnuß im Kleinen. Coll. Wichgraf.

2. Euphaedra medonoides n. sp.

Vom Kongo erhielt ich eine Zuphaedra, die ich zuerst als eine aberrierende /vperca-Form ansah nach dem roten Fleck an der Basis des Hinterflügels unten. Bei genauerer Betrachtung aber stellte es sich doch heraus, dab wir es mit einer selbständigen Art zu tun haben, einer interessanten Uebergangsform, deren Oberseite mehr zu zmedor hinneigt, die auf der Unterseite aber auch direkte Anklänge an Zu- ryphene rubrocostata zeigt, wie auch der bogen- förmige Schnitt des Hinterflügelrandes mehr an diese als an /uperca erinnert. Von letzterer unterscheidet sie sich auf der Oberseite durch helleres Blau der Basalteile, welches sich auf dem Vorderflügel deut- lieher gegen den dunklen Apikalteil abgrenzt, ebenso wie auf dem Hinterflügel gegen eine dunkle (bis 5 mm

breite) Randbinde, welche /zperca ganz fehlt. In der Zelle der Vorderflügel sind groß und deutlich die 3 medor-Flecke zu sehen, und der. dunkle Ab- schluß der Zelle tehlt auch nicht. Die Subapikai- binde, welche bei /zperca breit goldgelb am Vorder- rande entspringt und fast den Außenrand berührt, beschränkt sich hier auf 5 schmale weiße Doppel- flecke in den Feldern 4, 5 und 6, die durch die Rippen 5 und 6 getrennt sind. Der große leuchtend weiße Spitzenfleck von /zperca ist hier auf eine kleine Andeutung reduziert. Daß die Unterseite dort grau und hier ockerbraun ist, würde ja nicht gravierend sein, aber der rote Fleck an der Basis des Vorder- randes vom Hinterflügel füllt hier das ganze Feld S aus, während er bei /uperca durch eine weiße 1 mm breite Linie von der Rippe 8 getrennt ist. Die Flecke in den Zellen sind enorm groß und nicht weiß umringt, dagegen zieht sich ein blauweißes Feld durch die Basis von Feld 7 in den oberen Teil der Zelle des Hinterflügels, in dem die 2 großen Flecke sind. Von demselben schmutzieen Blauweiß ist auch die unregelmäßige Binde, welche von der Mitte des Vor- derrandes um die Zelle herumgeht und bei Rippe 4 gerade wie bei Zuryphene rubrocostata im rechten Winkel abbiest_zum Hinterrande, während sie bei Juperca gerade -zum ‚Außenrande fortläuft. Die,Sub- apikalbinde des Vorderflügels ebenso wie oben, .der weiße Apikalfleck etwas deutlicher. Länge des Vor- derflügels 37 mm, Spannweite 64 mm. Kongo. Coll, Wichgraf.

3. Gastroplakaeis rubroanalis n. sp. d Kamerun.

Auch von dieser Gattung sind nur wenige Spe- cies bekannt, darunter maputuana, die ich vor ei- nigen Jahren nach einem: Pärchen aus dem Maputo- lande (portug. Ostafrika) beschreiben konnte. Das vorliegende Exemplar von der Westküste ist ziemlich einfach granbraun getönt mit dunkleren Zeichnungen, fällt aber auf durch seinen charakteristischen Flügel- schnitt und einen großen Büschel von langen über den Hinterflügel ausgestreckten Schuppen an der äußeren Hälfte des Hinterrandes vom Vorderflügel, sowie durch den lebhaft rot gefärbten Haarbusch am After.

Der Außenrand des Vorderflügels, der nur schwach an den Rippenenden gewellt ist, springt bei Rippe 4 plötzlich etwas vor, so daß der Apikalteil von Rippe 5 bis 9 giebelförmig über den hinteren Teil hinaus- ragt. Der rötlich braune, mit grauen Schuppen ge- sprenkelte Grundton hellt sich nach außen etwas auf, während die sehr schmalen Fransen wieder dunkler sind. Vom ersten Drittel des Vorderrandes zur Mitte des Hinterrandes zieht sich eine dunkle W-förmige Ziekzacklinie. Das Ende der Zelle bezeichnet ein schwarzbrauner länglicher Punkt. (Fortsetzung folgt.)

Zur Nomenklatur von Lycaena argus L. und urgyrognomon Bergsit.

Von Dr. Paul Schulze, Berlin.

In der Intern, Entom. Zeitschrift VI. No. 31 u. f. versucht Courvoisier die Hinfälligkeit der beiden jetzt für den „Geißklee-“ und den „Stechginsterfalter“ gebräuchlichen Namen zu Gunsten der ihnen von Schiffermiller gegebenen zu beweisen.

Seine Ausführungen regen aber zu starkem Wider- spruch an, und ich will infolgedessen hier kurz meinen abweichenden Standpunkt im Anschluß an die haupt- sächlich in Frage kommenden Sätze darlegen. p. 215 kommt der Autor zu folgendem Schluß: „Somit war Argus L. nie ein Artname, sondern eine zusammen- fassende Bezeichnung für mehrere Arten, ein Sammel-

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name, analog nicht nur seinen eigenen (d. h. Linne’s P. Sch.), sondern auch unsern modernen Genusnamen, z. B. Polyommatus oder Lycaena. [Diese Tatsache bleibt bestehen, trotzdem er im Namenregister seiner Editio X den „Argus“ nicht unter die „Nomina ge- nerica“ (Gattungsnamen), sondern unter die „Nomina trivialia“ (Artnamen) setzt.| Die Bezeichnung „Ar- gus“ dart deshalb nicht ohne weiteres auf eine ein- zelne Art übertragen werden.“

Courvoisier gibt selbst zu, daß Linne den Namen als Speziesnamen auffaßt, und das wäre an und für sich wohl schon für die formale Behandlung desselben ausschiaggebend. Weil aber, wie besonders aus den angeführten Zitaten hervorgehe, mindestens 4 Bläu- lingsarten im argus enthalten seien, soll der Name mit einem Male einen Genusnamen darstellen. Zu- nächst ist zu bemerken, dab man auf Linne’s Zitate sehr wenig Gewicht legen kann, da er oft alles, was ihm den ihm. gerade vorliegenden Tieren ähnlich schien, bei deren Beschreibung mit heranzieht. In solchen Fällen, bleibt als erstes und ausschlaggebendes Moment die Diagnose übrig. Diese lautet: „Alis ecaudatis caeruleis, posticis subtus limbo ferrugineo, ocellis ‚caeruleo argenteis“. Sie kann nach dem Wortlaut ebenfalls noch 2 Arten umfassen, nämlich unsere heutigen argus.L. und argyrognomon Bergstr.

Den Namen argus deshalb, weil er eine Misch- art darstellt, als Gattungsnamen anzusprechen, liegt nicht der geringste Grund vor. Uebrigens ist hier Courvoisier selbst inkonsequent, denn l. c. p. 37 weist er nach, daß „Linne’s virgaureae ein Sammelname war, der mindestens 3 Arten galt“; trotzdem verlangt er nicht folgerichtig, daß nun virgaureae als Genus- name behandelt werden solle, was ja auch schon des Genitives wegen unmöglich wäre. Daß auch Linn@s erste Nachfolger, trotzdem für die gesamten Bläulinge die Bezeichnung „Arg/“ verbreitet war, unter Papilio argus L. einen bestimmten Falter ver- standen (von dem einige aber offenbar eine weitge- hende Variabilität annahmen), beweisen Rottemburgs Beschreibungen von Pap. semiargus und Icarus. Er sagt im Naturforscher VI. 1775 p. 20 von semi- argus: „Es zeigt sich dieser Vogel im Monat Junio in den Gärten und auf den Wiesen, jedoch lange nicht so häufig als der gewöhnliche argus L.“ und p. 22 von zcarus: „Auf der unteren Seite hat diese Art nicht die erünglänzenden kleinen Augen am Rande der Unterflügel wie der argus L.“

Was nun die Frage anbetriftt, welcher der beiden Arten der Name azgus L. beizulegen sei, so scheinen mir die Typen in London doch mindestens ebensoviel für als gegen die Identifizierung mit dem Schiffer- miller’schen aegon zu sprechen. Aber noch ein anderer Umstand veranlaßt mich, die jetzt gebräuch- lichen Benennungen gutzuheißen. Wie Tutt festge- stellt hat, ist Papilio Idas 1. (Fauna Sueeica p. 283 1761) nach der Type in Linne€’s eigener Handschrift ein gewöhnliches argus 2. Verwirft Courvoisier den nach seiner Meinung: wissenschaftlich unbegründeten, ungültigen argus L., so müßte die Art den Namen Zyc. idas L. (1761) und nieht eine der von Schiffermiller 1776 gegebenen Bezeichnungen führen. Und vor einem dritten Namen schreckt, glaube ich, auch Herr Cour- voisier zurück. Stichel (Berl. Entom. Zeitschr. 56 p. 57) hat übrigens den Namen aegon Schift. für eine Unterart der Wiener Gegend erhalten, die also als argus aegon Schiff. u. Den. zu bezeichnen wäre. Daß argus Schiff. vor argus L. als Homonym fallen muß, wie schon Stichel hervorhob, darüber kann gar kein Zweifel sein, da der Name: von. Linn formal

N

als Artname gebraucht worden ist (er bezieht sich auf ihn auch als solchen, z. B. sagt er von seinem

_Papilio Malvae „magnitudo Argi“), mag er auch

artlich enthalten, was er wolle. Der argus Schiff. ist also durch den.nächst älteren Namen, d. h. argyrog- nomon. Bergstr., zu ersetzen.

Meine schon von Courvoisier richtig gestellte frü- here Aeußerung, Bergsträßers Bläulingsnamen seien nicht binär, ist in der Tat irrtümlich. Ich habe das P. P..R. vor der Diagnose hauptsächlich wohl aus dem Grunde übersehen, weil er bei anderen Faltern die Gat- tung ausgeschrieben vor den Artnamen setzt, wie z. B. p. 75 Papilio Argiolus. Wenn er aber meint, die Namen entsprächen „nicht. nur der bi- sondern sogar der tri- und quadrinominalen Nomenklatur“, so muß doch hervorgehoben werden, daß sie mit der. modernen wissenschaftlichen trinominalen Nomenklatur nichts zu tun haben, da bei dieser der dritte Name ein Sub- speziesname ist, wie etwa Zyc. argus aegidion Meisner. Nun ist leider der Bergsträßer’sche argyrognomon auf ein aberratives 2 begründet, das von Berg- sträßer auf Tab: 46 Fig. 1 u. 2. abgebildet wird. Courvoisier belustigt sich über „diese unglaublich gefärbte“ „ultramarinblaue“ Aberration. Nun ist Färbung und Zeichnung dieses Stückes offenbar wie häufig in den alten Werken vom Maler übertrieben. Denn der Autor sagt ausdrücklich von den Flügeln p. 76 nigro caeruleis, subtus einerascenti- bus, und im deutschen Text lautet die Beschreibung 3. - . mit winklichten schwarzblauen (eine aller- dings wohl auch nicht ganz treffende Farbenangabe), unten aschfärbigen Flügeln und einer rotgelben auf den vorderen unterbrochenen. Binde, auf den hinteren segen den Rand oben mit sechs schwarzen, gelb und blau eingefaßten ringförmigen Flecken; unten mit blaulicht silbernen Pupillen“. Der Typus der Art stellt also zwar eine abweichende Form des 2 dar, aber keine „unglaubliche“ und ganz ungewöhnliche; das geht schon daraus hervor, daß Bergstr. mehrere Tiere derselben vorlagen. Die braune Form des 2 ist die f. DJrunnea Spuler. Den Namen deshalb zu verwerien, weil er nicht die häufigste Form des Tieres darstelle, ist aus formalen und praktischen Gründen nicht angängig. Aus formalen nach Art. 27 der Intern. Namenklaturregeln, aus praktischen gemäß folgender Erwägungen. Ein großer Teil der Namen tropischer Insekten müßte als uneültig er- klärt werden, weil zufällig eine seltenere Form der Art zuerst beschrieben wurde; aber in unserer eigenen Fauna müßten wir gleich Scope/losoma satellitia L. streichen, die von Linne nach einem schwarz- grauen deutschen Tier beschrieben wurde, einer Form also, die nur sehr selten vorkommt, wäh- rend die gewöhnliche Form die f. Drunnea Lampa darstellt. Schließlich wäre aber, wollte man alle diese Namen ändern, der Willkür Tür und Tor ge- öffnet, da dann möglicherweise die Entomologen ver- schiedener Länder auf die Idee kommen könnten, Namen zu verwerfen, weil die Nominatform nicht die bei ihnen gerade häufigste Form darstellt. Ich halte daher dafür, dab die Namen Zyc. argus L. und Lyc. argyrognomon Bergstr. für die beiden in Frage kommenden Bläulinge durchaus zu Recht bestehen.

Bericht über meine Ferienreise nach Tirol im August 1912. Von W. Wiisthoff, Aachen. (Schluß.) Das war auch in der Tat so, denn kaum flammmte.das Licht auf, da hob ein Geschwirre

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und ein Geflatter von Faltern an, wie ich es noch nie beobachtet habe. Meist waren es natürlich wieder dieselben Arten wie gestern, etwa 750% Orth. bipunctata und Zar. caesiata, die ersteren an Zahl überwiegend, dann Zar. fruncata und G@no- phos-Arten. Es flogen auch mehr Eulen an wie gestern, und auch Herr A. hatte genug zu tun, um sie alle in sein Glas zu bekommen. Ich erwischte jedoch auch eine größere Anzahl derselben, brauchte aber die Vorsicht, eine ganze Anzahl 2% nicht ins Glas, sondern in mitgebrachte Pappschäch- telchen zu nehmen, um Eiablage zu erzielen. Das ist mir aber nur mit einer Art, nämlich mit Dianth. proxima gelungen. Alle anderen Arten haben nicht abgelegt. Unter anderem erwischte ich an diesem hevorragend guten Abend auch 2 Stück der so sehr seltenen Agr. multifida. Bei meinen einzigen 2. Tötungsgläsern hatte ich einige Mühe, die zu tötenden Tiere auch rasch ins Jenseits zu be- fördern, das schnelle Wiederöffnen der Gläser ließ die Blausäure allzurasch verfliegen. Ich mußte immer wieder unfreiwillige Pausen bei dem Fange machen und hätte das Dreifache erbeuten können, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre. Aber es war auch so viel, sehr viel, so daß ich die größte meiner Schachteln bis oben hin mit dichten Lagen von Faltern und Watte, die ich diesesmal ordent- lich mit Aether tränkte, füllte. Um 2 Uhr ging leider unser Licht aus, so daß wir notgedrungen einpacken mußten. Der Abstieg. in dem Steinge- röll war wieder nicht sehr angenehm, gelang aber schließlich glatt, so daß wir noch vor 3 Uhr wieder im Hotel waren. Da ich den nächsten Morgen früh halb 7 Uhr fort. wollte, so blieb mir nichts übrig, als meine Beute noch zu nadeln und zu verpacken. Wegen Platzmangels mußte ich fast alle Spanner seitlich in der Art nadeln, daß 5 oder 6 oder sogar noch mehr Exemplare an eine Nadel kamen. Nachdem ich hiermit endlich fertig war und dann noch gepackt hatte, blieb mir nicht viel Zeit mehr für die Nachtruhe. Um 1/,7 Uhr stand Herr A. auch schon auf, um von mir Ab- schied zu nehmen. Er versprach mir noch auf meine diesbezügliche Bitte, ein demnächst zu fan- gendes 2 von maultifida leben zu lassen und mir eine Anzahl Eier zu senden, wenn er solche erhalte. Dagegen gab ich ihm auf sein Ersuchen das Ver- sprechen, den Fangplatz nicht zu veröffentlichen. Beiderseits sind wir unserem Versprechen nachge- kommen. Er hat mir 1 Dutzend Eier von zaultifida geschickt, sowie auch von alpestris. Kurz vor 7 Uhr befand ich mich auf dem Wege talabwärts, entdeckte aber, daß ich oben auf dem Fangplatz meine Brille verloren haben müsse, ohne welche ich in der Weite nichts sehen kann. Ich schlug deshalb den zweimal in der Dunkelheit gewandelten Pfad nach oben ein, stieg im Schweiße meines Angesichts bis zu dem sofort von mir aufgefun- denen Fangplatze hinauf, fand auch richtig meine ‚Brille unversehrt auf, trotzdem wir gehörig mit den schweren Bergschuhen da herumgetrampelt hatten, und beeilte mich nun, seelenvergnügt, wieder berg- abwärts zu kommen. Ich durfte mich nun unter- wegs keineswegs mehr aufhalten, wenn ich den Zug nach Meran rechtzeitig unten am Eingang des Tales erreichen wollte, und wurde auch kaum durch Falter in Versuchung geführt, die Zeit zu ver- säumen. Nur ganz weit unten sah ich einige Call. gnadripunctata fliegen, von denen ich mir gern einige 22. zur Eiablage mitgenommen hätte. Da sie aber alle nur mit Zeitverlust erreichbar blieben,

so mußte ich entsagen. Weitere Falter sah ich auf der sanzen Strecke wieder überhaupt nicht, trotz- dem die Sonne warm, ja allzuwarm schien und Blüten zahlreich genug vorhanden waren. Ich wid- mete dem schönen Panorama des Tales demnach ungestört meine Aufmerksamkeit. Als eine Merk- würdigkeit erschien mir, daß das tief unten herab- brausende Gewässer schön grünblau und klar er- schien, soweit es nicht in Schaum aufgelöst war, obgleich es doch, wie auch die sonstigen größeren Gewässer in dem schneebedeckten Gebirge, seinen Ursprung in einem Gletscher hat. Alle bisher ge- sehenen, aus Gletschern stammenden Bäche und Flüsse haben ein mehr oder weniger dunkelgraues Aussehen, ungefähr wie Seifenwasser, welches von den vielen, vom Gletscher zermahlenen Gesteins- teilchen herrührt. Gegen 10'» Uhr erreichte ich den Eingang des Tales und eine halbe Stunde später saß ich im Zuge nach Meran und hatte wieder Gelegenheit, die paradiesischen Gefilde dieses Teiles des Etschtales zu bewundern. In Meran hielt ich mich nur so lange auf, als die Abnahme meines Gepäcks in Anspruch nahm, dann fuhr ich weiter nach Bozen. Hier war es aber ganz uner- träglich heiß, wenigstens kam mir dies so vor. In einem Hotel in der Nähe des Bahnhofes ließ ich mir ein Zimmer geben, in welchem ich mich zu- nächst durch ein Bad erfrischte, die langentbehrte reine Wäsche anzog und dann schließlich meine Beute für den Transport nach Hause verpackte. Ich nahm die sämtlichen Schachteln und Schächtel- chen und umwickelte dieselben mit einem zunächst in Wasser getauchten und dann etwas ausge- wrungenen Nachthemd. Dann schlug ich um das Ganze einen Bogen vorher gekauftes Pergament- papier und hierum zwei Lagen starkes Packpapier, welches ich ordentlich zu einem festen Paket ver- schnürte

Diese Methode hat sich vollkommen bewährt, da die sämtlichen Objekte noch vollkommen weich waren, als ich zu Hause ankam. Nur die seitlich genadeiten Spanner waren schon so an die Nadel geklebt, daß das Herunterziehen von den Nadeln, welches ich sofort noch am Tage meiner Rückkehr vornahm, doch einige Verluste zur Folge hatte. Im übrigen aber konnte ich die sämtlichen Objekte, ohne sie vorher aufweichen zu müssen, spannen, d. h. soweit ich sie nicht zur späteren Präparation bei Seite stellte. Nachdem ich mit Packen und

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einem guten Mittagessen fertig geworden, studierte ich den Fahrplan und entdeckte, daß ich mit einem schönen Zuge über Waidbruck, Gossensaß, Brenner noch heute nach Innsbruck gelangen könnte. Da es mir hier in Bozen doch zu heiß wurde, benutzte ich diese Gelegenheit und war abends in Innsbruck, von wo ich am nächsten Tage’ weiter über Landeck, Feldkirch etc. nach Bregenz fuhr. Am Bodensee trat wieder schlechtes Wetter ein, weshalb ich mich auch hier nicht länger als nötig aufhielt und am darauffolgenden Morgen gegen 8 Uhr wieder zu Hause war.

So hatte denn die unter so schlechten Aus- sichten begonnene und auch bis auf die letzten beiden Tage fast ergebnislose Tour doch noch an den letzten beiden Tagen zu einem ungeahnten Er- folge geführt, mit dem ich äußerst zufrieden sein Konnte.

Die von mir, zum. Teile in größerer Anzahl, erbeuteten Arten sind die folgenden :

P. apollo v. rubidus, Col. palaeno, phicomone, hyale, Van. antıopa (Raupen und Puppen), Mel. di- dyma v. alpina, Arg. pales, arsilache, amathusia, eris, adippe, Er. nerine, ligea, tyndarus, Sat. briseis, statılinus v. allionia, Ep. Iycaon, Coen. arcania V. satyrion, Lyc. argiades, argyrognomon (mit einem Albino), astrarche, icarıs, amandus, semiargus, Agr. polygona, cnprea, alpestrıs, musiva, Incernea, decora, grisescens, simplonia, corticea, multifida, Mam. tıincta, Dianth. proxima, caesia, magnolü, MNiana strigilis, Bryoph. perla, Ap. testacea, Had, adusta, platinea v. ferrea, furva, gemmea, lateritia, khiz. detersa, Zuc. vırens, Leuc. evidens, Car. quadripnnctata, se- leni, alsines, taraxacı, Cal. lunula, Plus. deaurata, van-argenteum, ain, Acid. flaveotaria, asellaria, mar- ginepunctata, incanata, Orth. bipunclata, v. octodu- rensis, An. praeformata, Lygris populata, Lar. ful- vata, ocellata, variata, cognata v. geneata, truncata, aptata, olivata, agneata, salicata, autumnata, caesiata, flavicinctata, nobıliaria, verberata, frustata, minorata, sordidata, Teph. venosata, distinctaria, lariciata, suc- centuriata v. subfulvala, v. oxydala, ıinnotata, so- brinata, Boarmia gemmaria, secundaria, repandata, Oroc. elinguaria, Gnoph. pnllata, glaucinaria, dılnci- dar:a, myrtillata, Pygm. fusca, Lith. Inrideola, Endr. irrocella v. andereggi, Khyp. purpurala, Arct. caja, sowie eine Reihe interessanter, noch nicht be- stimmter Micros und Psychiden.

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a_ \38 4b Guben, den 19. April 1913.

Organ des Internationalen

8 _7. Jahrgang.

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Entomologen- Bundes.

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Inhalt: Eine neue äthiopische Limacodide und anderes. (Fortsetzung.) Neue Noetuiden für Westfalen. Zwei Generation en von Antheraea pernyi im Zeitraume von sechs Monaten im Jahre 1912. Die Großschmetterlinge Nordtirols. Sitzungsberichte der Entomologischen Vereinigung Neukölln. Aus den Sitzungen der Entomal. Gesellschaft zu Halle a. S.

Eine neue äthiopische Limacodide und anderes.

Beschrieben von F. Wichgrat. (Fortsetzung.)

Dann folgt eine unregelmäßige Diskalbinde, schwärzer als die erste, aber heller Punkt, von der Mitte des Vorderrandes zum zweiten Drittel des Hinterrandes mit weitester spitzer Ausbiezung nach außen am Stiel der Rippe 6 und 7. Sie besteht eigentlich aus einer Reihe von Flecken, die durch die Rippen getrennt sind. Es’ lassen sich noch: 2 weitere Binden alınen, von denen die äußerste sich in einem dunklen nicht scharf begrenzten Subapikalfleck zwischen Rippe 7 und 8 deutlicher bemerkbar macht. Das Interessan- teste ist das Büschel von z T. glänzend schwarzen, auch kläulich schimmernden langen (Duft?) Schuppen, aus denen hellere gelbliche noch länger hervorragen. Unter dem Vergrößerungsslase sehen sie wie em Stück von einem Kasuarfell aus. Der Hinterflügel, an Rippe 7 scharf geeckt und von da bis Rippe 2 ziemlich geradlinig geschnitten, ist mehr gelblich graubraun, am Vorderrande am hellsten, nach hinten immer dunkler werdend. Die Fransen breiter als beim Vorderflügel und sich vom dunkleren Grund- tone hell gelblich abhebend. Die Unterseite beider Flügel ist eintönig schokoladenbraun, nach außen ‚aufgehellt. Die Rippen, namentlich gegen den Außen- rand, deutlich gelblich gezeichnet. Kopf und Thorax braun mit borstigen Schuppen am Kragen und an den Schultern. Auch die Vorderfüße an den Tarsen mit langen schwarzen Schuppen bekleidet, während die Tarsen der Hinterfüße, nur kurz behaart, dem unbewaffneten Auge nackt erscheinen. Die gelblichen Fühler sind nicht entfernt so üppig entwickelt wie bei dem maputuana 9, aber ebenso mit doppelter, nach der Spitze sich verjüngender Kammfeder, die an der Basis sich keulenförmig verbreitert. Der Rücken des Leibes ist schwärzlich glänzend. mit rot

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als der

durehschimmernder Basis der Ringe. Die roten Schuppen treten an der Seite noch deutlicher zu Tage und trennen scharf die gelblich braune Unter- seite vom Rücken. Den Abschluß bildet die rote Umkleidung des Afters, von welcher ich den Namen entlehnt habe.

Länge des Vorderflügels 34 mm, Breite 14 mm, Spannweite 64 mm, Körperlänge 38 mm. Coll. Wichgraf.

4. Pieris zochalia (Boisd.) immaculata n. var.

Bei dieser Gelegenheit will ich den längst ge- heeten Vorsatz ausführen, die auf den Höhen südlich von Bromfontein bei Johannesburg erbeuteten ZO- chalia - Exemplare, die sich als eine gute Lokal- varietät erweisen, zu beschreiben. Mir liegen jetzt noch vor, nachdem ich viele fortgegeben, 7 SS und 4 2%, sämtlich von so gleichmäßig: von der Haupt- form abweichender Erscheinung, daß an der Tatsache lokaler Beeinflussung nicht zu zweifeln ist. Schon der Größenunterschied ist ein beträchtlicher gegen das kleinere aus Keysna und Grahamstown stam- mende Pärchen, welches senau der sorgfältigen Be- schreibung Trimens (South African Butterflies vol. III pag. 57 —59) entspricht. Er erwähnt auch, daß die Natal-Tiere größer seien als seine Typen aus der Kap-Kolonie. Als Kuriosum möchte ich übrigens an- führen, daß Trimen die mit gelben Hinterflügeln vor- kommende Form des 2 als typisch beschrieben hat, obgleich diese Form überall sonst nur als seltene Ausnahme gefunden wird, während das weiße 2 die Regel bildet. Die weißen Flecke in dem schwarzen Apikalbande des Vorderflügels sind viel größer, auch bei dem 2, auf dem Hinterflügel sind die festonierten Linien ganz verschwunden und die dreieckigen schwarzen Punkte ganz minimal und von den weißen Rippen durehschnitten. Ein einziges 2 zeigt die typische Zeichnung auf den Hinterflügeln deutlich. Der Hauptunterschied aber ist auf der Unterseite. Der gelbliche Apikalteil der Vorderfügel ist nicht

durch schwarze Rippen unterbrochen und auch die:

Rippen der Hinterflügel haben nicht den leisesten dunkleren Ton, wie auch die festonierten Linien und die Randpunkte entweder ganz fehlen oder nur ganz verschwindend angedeutet sind. Ein © hat in der Tat auf der Unterseite der Hinterflügel nur einen orangegelben Strich an der Costa und einen zweiten an der Wurzel des Feldes 1 c in dem hell-zitronen- gelblichen Grundton.

Länge des Vorderflügels 28 mm, Breite 18 mm, Flügelspannung 49 mm, Länge des Körpers 22 mm. Coll. Wichgraf.

5. Aegocera irangiana n. sp.

Steht nahe bei recti/izea, von der sie sich aber durch lebhaftere Färbung, gesteigerte Gegensätze und auch durch verschiedene zeichnerische Unter- schiede leicht abtrennen läßt. Der Grundton der Vorderflügel ist grau, erscheint aber durck sehr dicht eingestreute schwarze Schuppen ziemlich dunkel, am Vorderrande heller. Von der Basis der Zelle erstreckt sich, ober- und unterhalb des unteren Randes der- selben, der cremefarbene, sich nach außen verdickende Stiel eines Hammers, welcher selber mit dem Außen- rande abschließt, mit. der unteren Spitze aber bis zur zweiten Rippe hinabreicht. Eingerahmt ist diese helle schart begrenzte Zeichnung von braunroten Streifen, die gegen das Weiß einen dunkleren Saum zeigen. Ein zweiter heller subapikaler Fleck zeigt die Gestalt eines nach außen abgestumpften Keiles, dessen breitere Basis außerhalb der Zelle von der vierten bis zur siebenten Rippe sich erstreckt, wäh- rend die stumpfe Spitze ober- und unterhalb der Rippe 5 und 1’. mm vom Außenrande entfernt endiet. Auch dieser Fleck ist rotbraun eingefaßt. Der Außenrand wird von einer gelben, innen rot ge- faßten Saumlinie begleitet, und die an der Basis schwärzlichen Fransen sind silbergrau an der Spitze. Die Hinterflügel sind dottergelb und von einer etwa 2's mm breiten schwarzbraunen Binde nach außen eingeschlossen, welche an Rippe 6 am schmalsten ist, von da breit zur Mitte des Vorderrandes verläuft und am Ende der Zelle einen hakenförmigen Fleck in das gelbe Basalfeld entsendet. Saum und Fransen wie beim Vorderflügel. Die Unterseite der Vorder- flügel ist gelb mit breiter graubrauner Außenbinde. Die hellen Figuren der Oberseite sind durch 3 dunkel- braune angrenzende Punkte angedeutet. Die Unter- seite der Hinterflügel ist eine mattere Wiedergabe der Oberseite, nur ist der längliche Fleck an dem Abschluß der Zelle dunkler als der Rand und nicht in Verbindung mit ihm. Der Kopf ist oben weiß, desgleichen die Schulterdecken; die Mitte des Rückens weißlich mit rotbrauner bis schwarzer Einfassung. Augen braun, Fühler schwarz, Leib und Unterseite gelb, Tarsen schwarz und gelb geringelt. Die Leib- ringe in der Mitte des Rückens durch schwarze Flecke markiert.

Länge des Vorderflügels 15 mm, Breite 7 mm, Flügelspannung 32 mm, Länge des Körpers 16 mm. Ein 2 gefangen von Lt. Gerlich in Kondoa er (D.-Ost-Afrika). Coll. Wichgraf.

6. Teracolus fallax n. spec.

Seit langem schon befand sich in meiner Samm- lung unter den enpompe-Weibern ein sehr kleines Exemplar, nicht größer wie antigone, welches ich für eine der in Afrika so häufig vorkommenden Zwerg- oder Hungerformen hielt, bis sich zufällig neulich bei einer Umsteckung herausstellte, daß es ein d' ist mit allerdings vollständig weiblicher Zeich-

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nung, die es im übrigen unbedingt in die eupompe- Gruppe verweist, aber nunmehr als eine selbständige Art erscheinen läßt, da es auch ganz bestimmte Unterschiede beiden Geschlechtern gegenüber aufzu- weisen hat. Vor allem fehlt dem roten Prachtfieck jede dunkle Begrenzung nach innen, die auch bei den extrem hellsten männlichen Stücken aus Eritrea, die nach außen nur einen haarfeinen Saum zeigen, in Breite von 1 mm deutlich vorhanden ist. Bei den 22 ist sie allerdings manchmal verwaschen, aber doch immer angedeutet. Statt dessen ist hier der Uebergang ins Weiß durch schwefelgelbe Tönung gemildert. Die äußere Begrenzung ist breiter als bei eupompe S' und spitz ausgezackt wie bei eu- pompe 2%; die bei beiden schwarz gefärbten Adern sind hier rot, so daß der Prachtfleck nur durch die Reihe der 5 weiblichen Flecke von Feld 3 bis 8 unterbrochen ist. Zwischen Rippe 2 und 3 erweitert sich die schwarze Binde, ohne aber mit dem untersten Punkte zusammenzufließen. Der Punkt im Felde 2 fehlt gänzlich, der Doppelpunkt im Felde 1b ist nur schwach auf der Unterseite angedeutet. Der Punkt am Ende der Zelle ist rundlich und deutlich, während er bei eupompe S' in der Regel ganz fehlt oder nur strichförmig angedeutet ist. Der Hauptunterschied aber von eupompe 2 ist das Fehlen jedes dunklen Feldes an der Basis, die hier nur durch eine bräun- liche Bestäubung des, Vorderflügels angedeutet ist, während der Hinterflügel fast und die Unterseite ganz frei davon ist. Der Hinterflügel ist weiß, und nur ganz leise schimmert die charakteristische diskale Fleckenreihe hindurch, nur der oberste Fleck am Vorderrande ist deutlicher. Die Außenbinde löst sich in rundliche unbestimmte Flecke an den Rippenenden auf, ohne die schwarze Saumlinie von ezpompe. Die Unterseite der Vorderflügel ist weiß mit leichter

.gelblicher Bestäubung an der Basis und dem Vorder-

rande, die Spitzenhälfte unter dem Prachtfleck ein

zart mit rosa überhauchtes Cremegelb, ohne die

leiseste Färbung der Rippen oder des Außenrandes. (Schluß folgt.)

Neue Noctuiden für Westfalen.

Wenn man in schwüler Sommernacht mit der Eisenbahn fährt, macht man öfter die Beobachtung, daß die Lampen der Abteile von Faltern umflattert werden. Hat sich nun ein solches Tier stundenlang von dem Lichtreiz beeinflussen lassen und gelingt es ihm, durch das offene Fenster wieder die Freiheit zu erlangen, so ist die Möglichkeit gegeben, daß sich die Art in einer Gegend ansiedelt, in der sie vorher gefehlt hat. Wohl nur durch diese Möglichkeit läßt es sich erklären, daß 2 seltene Eulen, die der Ham- burger Fauna angehören, nunmehr auch für Westfalen festgestellt werden konnten. Mein Freund Wagner und ich ködern seit einigen Jahren ab und zu in der Münsterländer Heide bei Sinsen, nur einige hundert Meter von der Bahnstrecke Cöln—Hamburg entfernt. Herr Wagner erbeutete hier am 2. Juli 1911 ein tadelloses Stück von Agrotis Jidia, die bisher nur als Seltenheit von der deutschen Küste vornehmlich bei Hamburg, Blankenese, Bremen und Lüneburg sowie in Holland und Jütland gefangen wurde, und ich fing am 15. Juli 1911 an derselben Stelle 2 ge- flogene Stücke von Hadena funerea, die nach der mir bekannten Literatur vereinzelt bei Hamburg, Hannover, Braunschweig, Gifhorn, Leiferde, Meinersen (an der Bahnstrecke Hannover—Berlin) und außerdem in Süd- europa vorkommt. Wir vermuten, daß auch Agrotis molothina eines Tages am Köder erscheinen wird und

wären. gar nicht überrascht, wenn die Hamburger Aberrationen von Cymatophora or in nächster Zeit in Westfalen gefunden würden. Bei letzterer Art fehlt uns leider die Kenntnis von Fundplätzen der Stammform in erreichbarer Nähe. Cyrm. or soll in Westfalen ziemlich häufig vorkommen, und sobald Fundstellen in der hiesigen Gegend bekannt sind, werden wir durch Zucht festzustellen versuchen, in wieweit unsere Vermutungen zutreffen. Obgleich die Züge von Hamburg bis Sinsen durchschnittlich 6—8 Stunden Fahrzeit haben, ist die Möglichkeit einer Einschleppung der beiden seltenen. Eulenarten durch ‚die Eisenbahn nicht von der Hand zu weisen, wenn es auch nicht ausgeschlossen ist, dab die Tiere im Wege der natürlichen Ausbreitung sich in West- falen eingebürgert haben, aber infolge mangelhafter Durchforschung des Zwischengebietes bisher nicht beobachtet worden sind. Ich möchte auch nicht un- erwähnt lassen, daß wir an der obengenannten Fang- stelle im gleichen Jahre etwa 10 Stücke von Armo- conia caecimacula gefangen und diese Art somit ebenfalls als neu für die westfälische Fauna festge- stellt haben.

Gelsenkirchen. Albert Grabe.

Zwei Generationen von Antheruen pernyi im. Zeit raume von sechs Monaten im Jahre 1912.

Am 10. Mai 1912 erhielt ich 2 Dutzend Eier aus einer Kreuzung zwischen japanischen und chinesischen Antheraea pernyi, welche am 18. Mai die Räupchen ergaben. Diese sind zunächst schwarz, werden nach der ersten Häutung grün und behalten diese Färbung bis zur Verpuppung. Ich züchtete die Raupen bis zur 3. Häutung in einem Einmacheglase und brachte sie dann in einem geräumigen Zucht- kasten unter. Die Raupen gediehen zu meiner Freude ausgezeichnet bis kurz vor der Verpuppung. Da trat plötzlich Regenwetter ein, und obgleich ich den Raupen durchaus trockenes Futter reichte, bekamen sie am 18. Juni die Seuche. Von den 24 Raupen gingen 12 Stück ein. Zwei Raupen sandte ich meinem Freunde Dr. Schwarzenbeck in Roitzsch, welcher daraus später ein d' und ein 2 erzielte; die übrigen 10 verpuppten sich bald und ergaben 10 prächtige Falter.

Die folgende Zusammenstellung gibt die Zeit der Häutungen und die jedesmalige Länge der Raupen an; es wurden die größten Raupen gemessen.

1. Häutung am 26. Mai. Länge der Raupen 21 mm

r » 2. Jımi. e 5 40 mm 3. h, ES. Kuni.a ; 5 62 mm 4. P Dlar uni se, 5 1 79 mm

Vor der Verpuppung hatten die Raupen die stattliche Länge von 112 mm und einen Durchmesser von 18 mm erreicht. Am 24. Juni spann sich die erste Raupe ein und am 29. Juni die letzte. Die sanze Entwicklung vom Ei bis zur Puppe hatte nicht ganz 6 Wochen gedauert. Ich ließ die Puppen ruhig im Zuchtkasten hängen. Kaum 4 Wochen später, am 22. Juli, schlüpfte der erste Falter, der letzte am 26. Juli. Da die Eichen noch im schönsten Blätterschmucke standen, versuchte ich eine zweite Zucht. Ich verwandte ein besonders großes Pärchen zur Kopula, welche 18 Stunden dauerte. Das 2 legte 158 Eier, welche ich größtenteils in unserer Entomologischen Gesellschaft verschenkte. Nur 1 Dutzend behielt ich zur Zucht. Die Raupen schlüpften am 12, August, blieben der ersten Zucht gegenüber bei den ersten drei Häutungen in der Größe etwas zurück, holten dies aber nach der dritten Häutung

nicht nur nach, sondern brachten es in einigen Stücken bis auf 114 mm Länge,

In der nachstehenden Tabelle sind die Daten der‘ Häutungen und die Längenmaße der Raupen verzeichnet. 1. Häutung am 18. Aug. Länge der Raupen 17 mm

2, : > VE ": Be 35 mm 3. 5. Sept. 54 mm 4. N x 14. Sept. = n 82 mm

Merkwürdig ist bei dieser Zucht, daß nach der dritten Häutung ein auffälliges Wachstum eintrat und die Längenzunahme bis zur vierten Häutung 28 mm betrug. Im ganzen wuchsen die Raupen lang- samer, besonders nach der letzten Häutung;; die erste Raupe verpuppte sich am 27, September, während die letzte sich am 4. Oktober dazu anschickte. Die Hälfte der Puppen stellte ich auf den geheizten Ofen; die Temperatur betrug am Tage + 18 bis 26° C, des Nachts + 8 bis 120 C. Ich wollte feststellen, ob die Puppen. noch in diesem Jahre den Schmetterling ent- lassen würden, und ich hatte mich nicht getäuscht; denn am 5. November schlüpfte der erste Falter, ein schönes großes 2.*)

Die Raupen sind nicht sehr wählerisch; nach der 3. Häutung können sie ganz gut hartes Futter vertragen. Bei der zweiten Zucht hatte ich meine liebe Not, noch saftiges Futter zu bekommen, weil gegen Ende September Frost eintrat und die Blätter schon abfielen. Ich hatte Glück mit meiner Zucht, die meisten meiner Freunde aber hatten vergebens gezüchtet. Erfolg hatten nur die Herren Dr. Morgen- taler und Lehrer Brand; sie erzielten 3 bezw. 4 Puppen von 2 Dutzend Eiern.

Was nun die Falter selbst anbelangt, so haben etliche die stattliche Größe von 143 mm, andere 128 mm Flügelspannung erreicht. Die Farbe ist ver- schieden; einige sehen der A. yamamai ähnlich, während andere schmutziggelbliche Färbung haben, auch ist die weißlichrote Binde bei manchen Stücken sehr stark ausgeprägt. Ein co‘ ist fast zeichnungs- los. Die überwinternden Puppen sollen mir zu Kreuzungsversuchen mit Antheraea yamamai dienen.

Franz Bandermann, Halle (Saale).

*) Am Neujahrsmorgen 1913 übersandte mir Herr Bander- mann 1 lebendes g' dieser Zucht. H.

Die Großschmetterlinge Nordtirols

von Michael Hellweger, II. Teil, XXXVII. Jahres- bericht des f. e. Vincentinums in Brixen. 1912.

Vorliegende Arbeit des bereits rühmlichst be- kannten Verfassers behandelt, mit Hinzuziehung des dem Berichte nicht beigeschlossenen Anhanges, die Schwärmer bis einschließlich Brephidae, stellt sich also als Fortsetzung der im XXXVI. Jahresberichte des Vincentinums veröffentlichten Abhandlung über die Tagfalter dar, deren Besprechung durch Fritz Hoffmann im Vorjahre an anderer Stelle erfolgte.

Eigentlich gehört auch die im XXXIIl. Jahres- berichte gebrachte Publikation über die Zusammen- setzung der Tiroler Lepidopterenfauna, eine hervor- ragend wissenschaftliche Abhandlung, hierher.

Der Verfasser behandelt den Gegenstand mit seltener Sachkenntnis und peinlicher Gewissenhaf- tigkeit auf Grund seiner langjährigen Sammeltätig- keit, seiner reichhaltigen Sammlung und unterstützt von erfahrenen Sammlern, unter denen insbesondere auch Prof. Kitt zu nennen ist, der in den Verh. der zool. bot. Gesellschaft in Wien LXI. J. 1912 einen Bericht über die Lepidopterenfauna des Oetz-

tales publiziert, der in der vorliegenden Arbeit zu- meist Verwendung findet.

Hellweger geht sehr, kritisch vor und macht auf verschiedene Irrtümer älterer Autoren aufmerk- sam; wo es sich um irgendwie bedeutsamere Formen handelt, trachtete er, sich durch eigenen Augenschein volle Gewißheit zu verschaffen.

Es werden 20 Sphingidae, 26 Notodontidae, 9 Zymantriidae, 16 Lasiocampidae, 1 Endromis, 2 Saturniidae, 5 Drepanidae, 1 Thyris, 333 Noctuidae, 7 Cymatophoridae und 1 Brephos angeführt, zahl- reiche Fußnoten geben andere wertvolle Aufschlüsse. Besonders bemerkenswert ist die für die Monarchie neue Dianth. tephroleuca B., es finden sich aber auch sonst viele interessante Arten, Angaben über Zwitter und sonstige wichtige Mitteilungen.

In dem mir zugesendeten Exemplare sind hand- schriftlich folgende Nachträge verzeichnet: Aydr. kitti Rbl., Agrotis crassa Hb., Dryoph. muralis Forst., Zencania evidens Hb., Orthosia humilis F. und Cymal. octogesima Hb. (Abart).

Sehr groß ist der erwähnte Formenreichtum.

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Was Berücksichtigung der Variabilität anbelangt, gib! ,

es keine Abhandlung über die öst.-ung. Monarchie, die sich dieser vergleichen ließe; zahlreiche Ab- arten sind in keiner der mir vorliegenden Landes- faunen erwähnt. Kurzum, das Werk zählt zu den besten, die mir je vorlagen, hat bleibenden Wert und wird jeden sachverständigen Leser vollständig befriedigen, selbst bei Berücksichtigung des Um- standes, daß biologische Notizen nur spärlich vor- handen sind.

Wenn. man bedenkt, mit welchen Schwierig- keiten jeder in einer kleinen Provinzstadt wohnende Autor zu kämpfen hat, der sich die einschlä- gige Literatur aus eigener Tasche bezahlen muß, und den nicht, wie den Großstädter, reichhaltige Bibliotheken und Museumssammlungen un!erstützen,

so muß sich die dem tüchtigen Verfasser an und für sich gebührende Wertschätzung umsomehr s!eigern. Das „Hinunterblicken‘“‘“ der Residenzler auf die Provinzler ist ja doch meist, und in diesem Falle ganz besonders, nur in einer maßlosen Selbstüber- schätzung und in einer starken Dosis Dünkel be- gründet, der ja mitunter das Wissen ersetzen soll. Wahrheitsgemäß konstatiere ich jedoch gern, daß trotzdem in Wien und Berlin eine Reihe sehr tüch- tiger Forscher lebt, die begünstigt durch die oben angeführten Tatsachen Hervorragendes geleistet haben.

Nun, einen Mangel muß ich an den Arbeiten Prof. Hellwegers doch feststellen sie sind so schwer erhältlich. Es wäre ihnen vom Standpunkte der lepidopterologischen Wissenschaft die weiteste Verbreitung zu wünschen, aber wenn man nicht durch die Güte des Autors ein Exemplar erhält, so bekommt man nicht leicht eines in die Hände. Möge Prof. Hellweger in vollster Gesundheit nicht nur das Werk über die Nordtiroler Lepidopteren- fauna zu Ende führen, sondern auch trotz seines jetzigen Sträubens die so notwendige Arbeit einer Gesamtlandesfauna Tirols in Angriff nehmen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß er, trotz seiner liebenswürdigen, viel zu weit gehenden Bescheidenheit, der beste Kenner derselben und da- her hierzu der Berufenste ist. Möge er sich der Mühe umsoweniger entziehen, da doch gerade die Zusammensetzung, der Lep:idopterenfauna dieses Landes eine hervorragend interessante und der Schaffenskraft und des Könnens eines so tüchtigen Mannes durchaus würdig ist. Es wäre aber auch zu wünschen, daß er dann seitens aller berufenen Faktoren insbesondere auch des Tiroler Landes- ausschusses die notwendige Unterstützung fände.

H. Skala, Fulnek.

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Aus den entomologischen Vereinen.

Beilage zur Internationalen Entomologischen Zeitschrift.

7. Jahrgang.

Entomologische Vereinigung Neukölln.

Sitzung am 3. April 1912.

Herr Walter zeigt eine Anzahi entomologischer Postkarten aus Japan mit Faltern der dortigen Fauna vor. Das Eigenartige an diesen Karten ist, dab zur Anfertigung der Bilder die Flügelschuppen natür- licher Schmetterlinge Verwendung tanden. Durch ein sinnreiches Verfahren walzen oder pressen die Japaner die Schmetterlingsflügel auf die Karten und heben sie wieder ab. Die feinen Flügelschuppen werden durch einen Klebstoff aut den Karten test- gehalten und ergeben ein Bild, das ganz selbstver- ständlich naturgetreuer sein muß, als der geschick- teste Maler es herstellen kann. Die Bilder erwecken auch auf den ersten Blick den Anschein, als ob man natürliche Falter vor sich hat.

Im Anschluß an die darauf folgende Besprechung und Vorführung weniger bekannter Futterpflanzen unserer Raupen zeigt Herr Langheinrich 4 Blätter seines Herbariums vor, auf denen die Pflanzen durch kleine noch lebende weiße Larven ganz zerfressen sind. Letztere konnten leider nicht bestimmt werden, doch handelt es sich anscheinend um die Larven einer Käferart.

Sitzung am 10. April 1912.

Herr Schindler hält einen eingehenden Vortrag über das Raupensammeln mit dem Schöpfnetz und hat zur Unterstützung seiner Ausführungen ein von ihm selbst angefertigtes Netz mitgebracht.

Die Herstellung des Schöpfnetzes ist die denk- bar einfachste. Ki einer Metallhülse von 10 cm Länge und 21/, cm Durchmesser ist der Bügel an- selötet, der aus 9 mm starkem Eisendraht besteht und eine quer zur Stockhülse liegende ovale Form hat.

Das am Bügel festgenähte Netz ist ca. 75 cm lang und aus sehr starker Leinwand gefertigt. Die Ecken dieses Beutels sind etwas abgerundet. _ An demjenigen Teile des Bügels, welcher beim Schöpfen auf der Erde entlangstreift, ist das Netz durch eine übergenähte Lage starker Leinewand vor dem Durch- scheuern geschützt. Der Netzstock hat fast die Stärke eines Besenstiels, weil er bei der Arbeit fort- ‚gesetzt starken Druck auszuhalten hat.

Um der. Raupen habhaft zu werden, streift man mit dem Netz, dieses hin und her schwingend, die Köpfe resp. Spitzen der Pflanzen ab. Am ergie- bigsten ist der Fang im Frühjahr und Herbst und zwar an warmen, auch feuchten Abenden. Bei auf- steigendem Nebel und in kalten Nächten ist der Er- folg gleich Null. Die geeignetsten Stunden. zum Raupenschöpfen sind diejenigen zwischen 11 und 2 Uhr nachts. Man versäume nicht, gerade zu diesen Stunden in lichten Wäldern das Unterholz und auf Wiesen die Sträucher mit der Laterne nach Raupen abzuleuchten. Es ist dies eine Erholung von der anstrengenden Arbeit des Schöpfens und hat so gut wie immer Erfolg. Die Größe des Erfolges hängt

‚durchaus nicht von der Größe des abzusuchenden

Terrains, sondern lediglich von der Gründlichkeit der Arbeit mit dem Netz und des Suchens ab.

A

19. April 1913.

Nr. 3

Hat man eine Strecke abgeschöpit, so sind die im Netz befindlichen Objekte an geeigneter Stelle (unbewachsene Bodenfläche oder dergl.) auszu- schütten. Die Beute ist oft erstaunlich reichhaltig sowohl an Gattungen wie Arten von Raupen. Aber auch Wanzen, Käfer und deren Larven, Heuschrecken und dergl. finden sich unter den Gefangenen. Wäh- rend des Schöpfens ist von großer Wichtigkeit, ge- nau zu merken, was für Pflanzen man abstreift, um evtl. die Futterpflanzen erbeuteter unbekannter Raupen später feststellen zu können.

Die Arbeit mit dem Schöpfnetz ist zwar des Nachts besonders lohnend, aber auch bei Tage von

‚Erfolg und bringt den Sammler in. letzterem Falle

vor allem in den Besitz von Plusien-Raupen.

Sitzung am 17. April 1912.

Auf die Anfrage eines Mitgliedes, welche Flü- gelhaltung ein tadellos gespannter Falter haben müsse, entspinnt sich eine rege Debatte, die ganz unerwartet verschiedene Ansichten zeitigt.

Trotzdem ‚diese Frage durch die entomologischen Zeitschriften und Werke eingehend behandelt ist und eigentlich als geklärt angesehen werden müßte, erhält man beim Kauf und. Tausch immer wieder Falter, deren Vorderflügel zu hoch, die Hinterflügel zu weit oder nicht weit genug an die Vorderflügel gezogen sind. Jeder Lieferant behauptet aber, seine Falter seien „vorschriftsmäßig“ gespannt. Während einige die horizontale Lage der Flügel als allein richtig bezeichnen, bestehen andere darauf, daß die Flügel etwas nach oben gehoben sein müssen, um dem Falter ein gefälliges Aussehen zu geben. Teils durch das Schönheitsgefühl diktiert, teils aus prak- tischen Gründen wird die Frage, wie weit die Hin- terflügel an die Vorderflügel zu ziehen sind, ganz verschieden beantwortet. Auch die Abbildungen in entomologischen Werken geben keine Klarheit, wofür als Beweis Lampert, Tafel 5, Fig. 4, 7, 8, Tafel 6, Fig. 5, 8, 9, Tafel 7, Fig. 2, 3, 4 u.a. angegeben werden, bei denen die Hinterflügel sehr hoch gezogen sind, während z. B. auf Tafel 7 bei Fig. 1 und 6 der Außenrand der Vorder- und Hinterflügel einen größeren Winkel bildet; die Flügelhaltung bei den letzten beiden Abbildungen wird als die ideale bezeichnet. Von anderer Seite wird dagegen einge- wendet, die Stellung der Hinterflügel beim gespannten Falter hänge von der Zeichnung derselben ab. Es müsse z. B. der typische Fleck am Vorderrande der Hinterflügel bei Pieris brassicae L., Parnassius

:apollo L., Thais polyxena Schiff. u. a. unbedingt

zu sehen, Vorder- und Hinterflügel also weit ausein-

‚andergezogen sein. Lampert legt natürlich bei seinen

Abbildungen weniger Wert auf richtig gespannte, als auf typische Stücke, aber die Falter, welche zu den Abbildungen Verwendung fanden, stammen aus verschiedenen Sammlungen, was wieder beweist, dab

‚die Ansichten über die ideale Flügelhaltung über- -a1ll verschieden sind.

Es entsteht nun die Frage, ob. nicht eine be-

‚stimmte Norm für die Flügelstellung: gespannter

Falter geschaffen werden kann, die wenigstens für den. Kauf und Tausch gilt. Es muß selbstredend

jedem überlassen bleiben, wie er die Falter für seine eigene Sammlung präpariert. Dagegen ist es immer ein übles Ding, auf ein Inserat hin Falter zu be- kommen, welche einer Windmühle gleichen oder an- scheinend nur zwei Flügel haben, weil Vorder- und Hinterflügel fast aneinander liegen.

Es soll durchaus nicht verkannt werden, daß das Festsetzen einer Norm seine Schwierigkeit hat,. die dadurch entsteht, daß gerade der Innenrand der Vorderflügel hei den einzelnen Familien und Gattungen ganz verschieden geformt ist. Der Ge- schmack eines jeden würde also nach wie vor mit- bestimmend sein, aber die Unterschiede würden er- träglicher gestaltet werden. Vor allem ist es ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man sich bei Uebertreibungen auf eine Usanze berufen und evtl. darauf gestützt, einen Betrag für das Umspannen in Anrechnung bringen oder die Falter zurücksenden kann.

Sitzung am 24. April 1912.

Herr Albrecht spricht über die Herstellung und Anwendung des Raupenklopfers.

Er warnt vor allem vor der Verwendung birnen- förmiger Klopfer oder solcher von Kugelform, weil diese, wenn auch durch Gummi geschützt, fast aus- nahmslos die Bäume beschädigen und mit Recht das Mißfallen der Förster erregen. Derartige Klopfer treffen den Baum immer nur an einer kleinen Stelle und durchschlagen stets die Rinde, was bei einiger- maßen vorsichtigevr Handhabung zylinderförmiger Klopfer ausgeschlossen ist.

Vortragender legt einen 10 Pfund schweren Klopfer der letzteren Art vor, welcher nach Angabe des Herrn Rangnow sen. gefertigt ist. Das Instru- ment besteht aus einem Stück Gasrohr von unge- fähr 5 em Durchmesser und 15 cm Länge, das mit Blei ausgegossen ist Etwa 1V: cm unter der oberen Kante geht durch zwei gegenüberstehende Löcher ein starker Bolzen durch das Rohr, der an seinen über- stehenden Enden einen starken Bügel trägt. Um diesen nicht aprutschen zu lassen, sind die beiden Enden des Bolzens umgenietet. Am Bügel ist ein breiter Ledergurt befestigt, der beim Gebrauch über das Handgelenk zu legen ist. Der Bügel muß rund gebogen sein, damit der Klopfer am Riemen senk- recht hängt, Bei eckigem Bügel wird der Riemen stets in eine Ecke rutschen, wodurch ein unsicherer Schlag erzielt wird. Der Bolzen ist zweckmäßig mit in das Blei einzugießen, damit er Rohr und Blei trägt. Um den Klopfer wickelt man zunächst mehrere Lagen Leinewand oder Tuch und läßt ihn mit dickem, aber geschmeidigem Leder beziehen. Der Bügel muß sich am Bolzen und der Riemen am Bügel leicht hin und her bewegen lassen.

Bei kleinen und mittleren Stämmen genügt es vollständig, mit dem Klopfer nur mäßig auszu- holen und ihn mit der ganzen Längsseite gegen den Stamm zu schlagen. Sucht man sich dazu noch eine vernarbte Stelle des Baumes aus, so ist jede Be- schädigung desselben auch bei krättigerem Zuschlagen ausgeschlossen. An starken Stämmen ist das Klopfen überhaupt sinnlos und wird wegen der naturgemäß aufzuwendenden großen Kraft fast immer zu Beschä- digungen der Rinde führen, die in keinem Verhältnis zum Erfolge stehen. Eine Leine von 15 bis 20 m Länge und vom Durchmesser eines Bleistifts tut hier bessere Dienste. Man bindet an einem Ende der- selben einen Stein fest, wirft ihn über den Ast, von dem man die Raupen holen will, läßt den Stein bis zur Erde nieder, erfaßt jetzt beide Enden der Leine und

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zieht mehrere Male mit kräftigem Ruck an derselben, Auf diese Weise kommt man sicherer in den Besitz der Raupen von starken Bäumen als durch Klopfen. Da die Leine im Rucksack nur wenig Platz weg- nimmt, versäume man nicht, sie bei den Sammel- touren stets mitzuführen und möglichst viel als Er- satz für den von allen Förstern bestgehaßten Klopfer zu verwenden.

Sitzung am 1. Mai 1912.

Herr Schindler berichtet über eine im letzten Winter durchgeführte Zucht von Zemonia dumi L. Als Zuchtbehälter wurde ein Kasten von 25 X 30 cm Bodenfläche und 30 cm Höhe verwendet, in welchen 10 cm hoch Erde gefüllt war. Der obere Teil bestand an drei Seiten aus feiner Drahtgaze, vorn war eine Glasscheibe eingesetzt und oben eine solche aufgedeckt. Nach langem Suchen war auch _ die Futterpflanze, das Habichtskraut, gefunden und wurde mit einigen großen Stauden Löwenzahn zu- sammen in den Kasten gepflanzt. Die 25 Räupchen schlüpften sehr ungleich vom 23. Januar bis 5. Fe- bruar und wuchsen derart verschieden weiter, daß sich die einzelnen Häutungen nicht genau vertolgen ließen. An einigen Raupen wurden jedoch 8—9 Häutungen festgestellt. So schön das Habichtskraut auch gewachsen war, die Raupen verschmähten es von Anfang an, fraßen lediglich den Löwenzahn und zwar besonders in den ersten Stadien nur angewelkte, sogar total verwelkte, aber noch weiche Blätter. Bei Tage lagen sie versteckt unter diesen und fraßen auch von hier aus. Interessant war es mit anzusehen, wie entsetzlich faul die Raupen sind. Im Schneckentempo schleichen sie umher und fressen auch so langsam, dabei oft auf dem Rücken liegend.

Am 20. März, also nach 8 Wochen, gingen die ersten Raupen in die Erde, nachdem die meisten eine Länge von 7—8 cm erreicht hatten. Während der ganzen Zucht sind von 25 nur 4 Raupen einge- gangen. Das Resultat war also bis danin ein glän- zendes, aber es hat sich „später kein Falter blicken lassen, obleich der Kasten völlig unberührt geblieben und immer mäßig warm gehalten war. In der Zeichnung und Färbung wichen die Raupen von normalen F'reilandtieren nicht im mindesten ab, Die Puppen lagen teils direkt unter der Futterpflanze auf der Erde, teils dicht unter der Erdoberfläche. Die spätere Untersuchung ergab, daß alle Puppen fehlerlos ausgebildet, aber abgestorben waren; in einigen hatte sich sogar der Falter gebildet. Das traurige Ergebnis soll aber nicht hindern, daß die Zucht im nächsten Winter mit zahlreicherem Mate- rial wiederholt wird, um durch verschiedene Behand- lungsweisen den bei Zerm. dumi allgemein beklagten Mißerfolgen auf den Grund zu kommen.

Herr Hamann teilt mit, daß er in seinem In- sektarium in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai 6°C. unter Null festgestellt habe und infolge der Kälte die P/eris brassicae L., P. napi L., Papilio machaon L. und Papilio alexanor gestorben seien. Dieranura vinula 1. habe dagegen die niedrige Temperatur überstanden.

Ferner erwähnt Herr Hamann, daß eine von ihm wit 6 Räupchen von Ap. z/ia Schift. versuchte Winterzucht völlig mißlungen sei. Die Tierchen nahmen zwar das Futter an, eins von ihnen häutete sich auch einmal, sie wurden aber immer kleiner und gingen schließlich ganz ein.

Der nächste Sitzungsabend fällt auf Beschluß der Versammlung aus, da eine gemeinsame Köder- partie stattfinden soll.

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low:

Sitzung am 15. Mai 1912.

Der Vorsitzende eibt den Mitgliedern, welche die Köderpartie am vorigen Sitzungsabend nicht mitgemacht haben, bekannt, daß an allen drei Köder- stellen kein Anflug stattfand. Um aber auch die schon im ersten Frühjahr fliegenden Tiere zu be- kommen, wird beschlossen, bei einigermaßen gutem Wetter anstatt der Sitzungen‘ Köderpartien zu ver- anstalten.

Der heutige Abend war der Kauf- und Tausch- börse, gewidmet.

Aus den Sitzungen der Entemol. Gesellschaft zu Halle a. $. Sitzung vom 2. September 1912. (Fortsetzung.)

Neben Hicromus paganns und dem in Nord- deutschland seltenen, blattnachahmenden Drepano- pteryx phalaenoides konnte der Redner bei Halle endlich 10 von insgesamt 17 deutschen Heme- robins-Arten nachweisen, nämlich: elegans, coneinnus, subnebulosus, Inconspieuus, nitidulus, humuli, orotypus, micans, sirigosus und pini. Von Coniopterygiden leste er 4 Arten vor: den durch Reduktion der Hinterflügel ausgezeichneten, seltenen, in unserer Heide aber häufigen Ooniopteryx psociformis, ferner lactea und aleyrodiformis, sowie eine Leipziger (onwentzia. Die von Herrn Rosenbaum beobachteten Flug- zeiten stimmen verschiedentlich nicht mit Rostocks Angaben überein. Nach Ansicht des Vortragenden könnten übrigens von den 80 deutschen Neurop- terenarten etwa 70 bei Halle vorkommen ; nachge- wiesen sind von ihm erst 30 Arten. Zur Warnung vor übereilten Schlußfolgerungen teilte Herr Dr. von Schlechtendai mit, daß er vor Jahren in der Heide unter Rinde einen runden Kokon gefunden habe, den er für das Werk einer Spinne hielt, und als er daraus einen Conioptery.x erzog, habe er an- genommen, daß der Netzflügler bei Spinnen schmarotze, und eine dementsprechende Veröftentlichung in die Welt gesetzt. Jedoch habe Bertkau ihn dahin berich- tigt, daß hier keine Rede von Parasitismus sein könne, der Kokon vielmehr von dem Coniopteryx selbst an- gefertigt würde Und tatsächlich habe er nach eif- rigem Suchen einen 2. derartigen Kokon gefunden und sich mit eigenen Augen überzeugt, wie die Co- niopteryx-Larve daran spann. Dazu bemerkte Herr Haupt, daß auch Tetens einmal aus Cicadinen einen Oonioptery.x gezogen habe, dessen Cocon Kolbe für das Gespinst einer Wolfsspinne (Zycosa) gehalten hätte! Herr Spöttel I führte eine Auswahl Bockkäfer meist von Bad Sachsa stammend vor. In der Aussprache konnte Herr Daehne die Angaben des Redners über ihre Verbreitung im en- geren Hallischen Gebiet für verschiedene Arten er- gänzen. Sodann sprach Herr Spöttel I noch ein- gehend an der Hand reichen Belegmaterials und vergröberter farbiger Kartonzeichnungen über die Variabilität von Sirangalia macnlata (einige Nach- träge zu seinem entsprechenden Vortrag vom 5. Aug.) und von Pachytodes cerambyciformis. Herr Ban- dermann zeigte eine Schmetterlingsausbeute vom Granauer PBruchfelde, darunter 1 albinistisches Männchen und 4 Varietäten von Zpinephele jurtina! Sodann eine Mitte Juni im Röpziger Kirschberg ge- machte Fliegenausbeute, darunter eine mächtige Wolfs- fliege (Selidopogon diadema), die für die Hallische Fauna neu ist. Endlich eine Wolfsmilchschwärmer- raupe, die sich gleich am Stengel verpuppt hatte. Herr Brandt zeigte einen mit Mahagoniholz aus

Amerika eingeschleppten Skorpion. den er 8 Wochen lebend erhalten hatte.

Sitzung vom 16. September 1912.

An der Hand einer 2 Kästen größten Formats füllenden, ebenso wissenschaftlich wertvollen wie äußerlich gefälligen biologischen Zusammenstellung (Fraßstücke, Bier, Raupen in versch. Stadien, Puppe, beide Geschlechter des Falters, Schmarotzer) ver- breitete sich Herr Lassmann über die Lebensweise unserer Sesien. Von der in Europa mit etwa 60 Arten vertretenen reizenden F'amilie sind dicht bei Halle 16 Arten festgestellt. Ihre Raupen leben meist mehrjährig in den Holzteilen verschiedener Bäume und Sträucher, einige wenige auch in kraut- artigen Pflanzen. Trotz ihres geschützten Aufent- haltsortes werden sie von einigen Schlupfwespen heimgesucht, die namentlich der Xoridinengattung Perosis und der Braconidengattung Helcon an- gehören. Daß zu den Schmarotzern auch Chelonus- Arten zählen, die keinen vorstehenden Legebohrer besitzen, erscheint auf den ersten Blick auffällig, erklärt sich aber dadurch, daß diese Braconiden sich der Sesienarten annehmen, deren Raupen nahe an der Erdoberfläche liegen. -— Herr Daehne hielt die allgemeine Einleitung zu einer geplanten Vortrags- reihe über unsere Klateriden. Die stark zu Abänderungen ‘neigenden Schnellkäfer sind in Groß- deutschland mit etwas über 300 Formen vertreten, Es sind mit wenigen Ausnahmen ausgesprochene Hochsommer-Tiere, die großenteils, wie schon ihre trübe Färbung von rot über gelb und braun bis schwarz -— vermuten läßt, eine nächtliche Lebens- weise führen; doch treiben sie sich vielfach auch bei Tage aut den verschiedensten Gewächsen herum. Eine Gattung (Oryptohypnus) liebt feuchte Plätze, besonders Flußufer. Die kleinen, weißlichen Eier werden in großer Zahl abgelegt. Die Larven zeigen 2 Grundtypen: einen breiten, abgeflachten mit zan- genartig ausgeschnittenem letzten Segment und einen stielrunden, mit zugespitztem letzten Segment. Sie brauchen 2—5 Jahre zur Entwicklung und fressen in den verschiedensten Pflanzenteilen, so dab sie namentlich die als „Drahtwürmer“ allbekannten Larven der Ackerelateren sehr schädlich werden können. Bloß die Leguminosen nehmen sie nur in der Not an und Senf fliehen sie so- gar. Nach den Zuchtversuchen des Vortragenden entwickeln sich manche Arten ebenso bei tierischer wie pflanzlicher oder Erdkost; nur scheinen sie bei Fütterung mit bloßem Holz oder bloßer Erde etwas langsamer zu wachsen. Die Verpuppung erfolgt bei den Ackerelateren etwa Anfang Juli in einer Erdzelle 10-15 cm unter der Oberfläche, bei den Holzelateren etwas später im Fraßgang. Nach 3, höchstens 4 Wochen ist der Käfer fertig ent- wickelt, bleibt aber bis zum nächsten April oder Mai untätig liegen. Ihren Volksnamen führen die Käfer von ihrem Vermögen, sich mit einem deutlich hörbaren Knipsen sie lassen in Rückenlage ei- nen bauchwärts gelegenen Kortsatz der Vorderbrust in eine Grube der Mittelbrust einschnappen ziemlich hoch emporzuschnellen. Der Schaden, den sie durch Benagen der zarteren Pflanzenteile bewirken, tritt zwar bei weitem hinter dem Larvenschaden zurück, ist aber, wie die Zusammen- stellung des Vortragenden zeigte, nicht unbeträchtlich. Die vielen, seit langem angewendeten Bekämpfungs- mittel haben nur bedingten Wert. Bei Ackere- lateren wirken noch am besten 2 auf der Biolo- gie aufgebaute Verfahren: 1. frühzeitiges, tiefes Um-

pflügen und Esgen, wodurch die in Erdzellen befindliche, gegen die Atmosphärilien sehr empfindliche Brut entblößt wird und zu Grunde geht, und anschließend frühzeitige Bestellung, so daß dann die erstarkten Pflanzen den Angriften der erhalten gebliebenen jün- seren Larven bereits entwachsen sind; 2. die seit 1905 in Italien angewendete Gründüngung mit wei- em Senf (s. 0... Als natürliche Feinde sind be- kannt geworden: Mäuse, einige Laufkäfer und der Pilz Metarrhizium anisopliae Herr Haupt zeigte einen Nefeorus (Braconide), dessen Larve sich an einem Faden aus einer Nonnenraupe herausgelassen hatte. Außerdem führte er einen Kasten der zu den echten Ichneumoniden ge- hörigen, schwierig auseinander zu haltenden Ophi- oninae vor. Herr Hemprich legte seine letzte Ausbeute an Schmetterlingen und Käfern vor, dar- unter 1 reife Larve und 1 Vollkerf von Zrgates faber, die auf dem Güterbahnhof erbeutet, also wohl mit Holz eingeschleppt sind. Doch haben die Herren Daehne und Thieme den Bock auch schon in der Heide erbeutet. Herr Bandermann zeigte Raupen von Antheraea pernyi im letzten Stadium, 2 Stücke des schönen Bären Parasemia plantaginis, einen Bücherskorpion (kein Chelifer!) und einen am 16. September lebend an einem Hause in der Stadt gefangenen Totengräber (Necrophorus vespillo),

Herr Daehne sprach unter Vorlegung der 5 deutschen Arten eingehend über die Verbreitung der Prachtkäfergattung Duprestis in unserer engeren Heimat. Herr Schwarz legte eine Auswahl Bienen vom Klaus- und Galgenberg vor. Die sel- tene Fleckenbiene (Crocisa) dürfte hier ihre Nord- grenze erreichen (Sschmierleknechtgibt hierfür Merseburg an). Herr Schwarz erbeutete sie auf Skabiose, Herr Haupt fand sie in Centaurea schlafend und erkielt ferner eine größere Anzahl aus einem Erbsenfeld im Seekreis. Nach seiner Ansicht haben die Bienen dort nur Honig geraubt, ohne als Be- stäuber tätig zu sein, wie Schmeil bekam

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Herr Haupt hält die Blüte für kleistogam, da nach seinen Versuchen das Gewicht der Biene nicht im entferntesten ausreicht, die Biüte aufzuziehen! Herr Rosenbaum zeigte die äußerst durchsichtige, durch ihre zerschlissenen Tracheenkiemen sehr be- merkenswerte Raupe des Wasserzünslers Parapony.x stratiotata und 5 Arten sehr mobiler niederer Krebs- tierchen, daruter am bemerkenswertesten eine am 16. September im Passendorfer Teich in Menge gefangene Cladocere (Sida erystallina), die sich mit einem im Nacken liegenden Haftorgan leicht an den glattesten Wänden anheften kann. Obwohl die Weibehen noch Sommereier trugen, waren bereits Männchen vorhanden.

Sitzung vom 7. Oktober 1912.

Herr Thieme führte eine reichhaltige Insekten- ausbeute (Hym. Dipt., einige Col. und Lep.) aus der Dessauer Gegend vor, darunter als biolo- gische Absonderlichkeit einen Zophyrus, der sich in der Puppenhülle einer Nonne verpuppt hatte. Herr Faber zeigte in der Heide erbeutete angestochene Raupen von Sphinx pinastri. Herr Schwarz legte eine weitere Auswahl von Hymenopteren vor. Die sonst nicht häufige Holzwespe AXrphydrıa longicollis trat dies Jahr in der Heide recht häufig auf, namentlich im männlichen Geschlecht. In einer anschließenden Aussprache über die Wirkung der Stiche verschiedener Aderflügler wurde von den Herren Haupt, Spöttel II und Schwarz nach eigenen Erfahrungen übereinstimmend bekundet, daß Bienenstiche bedeutend schmerzhafter und an- haltender wirkten als Hornissenstiche. Angesichts der bekannten Angabe, daß 4 Hornissen ein Pferd töten könnten, ist vielleicht die Erfahrung des Herrn Spöttel II von Interesse, daß bei ihm 4 Hornissen- stiche (an einem sehr heißen Tage von gereizten Tieren verabfolgt) im Gesicht und auf der Brust nach. Auflegen von essigsaurer Tonerde nach 48 Stunden ohne Nachwirkung verheilt waren.

(Fortsetzung EIER

Der VII. sächsische Entomologentag

findet am 21. September in Leipzig statt.

Verein für Käfer- und Schmelter- lingskunde für das nördl. Böhmen. Rumburg.

Sonntag, den 20. April I. J, nachm 2 Uhr im Vereioslokal „Hampels Restau- rant“ in Rumburg

Gedenkfeier unläßl. d. 25jähr. Vereinsbestandes.

Programm: 1. Begrüssung. 2. Bericht über d. 25jähr. Vereinstätigkeit. 3. Vortrag. Nachher Unterhaltung,

Hierzu werden Entomologen ergebenst eingeladen.

Verein ‚Orion‘ Erfurt.

Nächster Vereinsabend Freitag, den 2. Mai 1913 im Restaurant ‚„S$Schobers- mühle‘“, Blücherstrasse.

285° Eigene Vereins - Sammlung. BE Gäste willkommen.

Entompologen - Club Heidenau u. Umg. Sitzungen jeden 2. und 4. Dienstag im Monat in der Pechhütte Kleinsedlitz, Bez. Dresden. Rich. Rau, \ors.

Gäste willkommen! Entomologischer Verein Nürnberg. » V.)

Die Sitzungen finden jeden 2. und 4 Freitag im Monat im Lult- poldhaus, dem neuen Heim der Natur- hist. Gesellschaft, statt.

(Haltestelle der elektr. Bahn, Linie 5, Verkehrsmuseum).

Gäste willkommen ! Die Vorstandschaft.

Entomolog. Verein „Iris‘‘, Leipzig. Sitzung jeden Montag, abends "/,9 Uhr Caf® Hartmann, Grimm. Steinweg. Reichhaltige Vereins-Bibliothek, Vereins- sammlung, Tausch-Verkehr, Bespree hung aller Insektengruppen, ebenso der Futter- en.

- Gäste willkommen. = Der Vorstand.

Entomolog. Verein Hamburg -Altona.

Die Vereinsabende finden jeden zweiten Donnerstag im Monat im Restaurant Rätz- mann, Zeughausmarkt 35/37 I. und jeden vierten Freitag im Mouat im Hörsaal des Naturhistorischen Museums, ahends 8, Uhr statt.

Gäste sind stets willkommen!

Berliner Entomelogische Gesellschaft E. V.

Versammlung jeden Freitag 9 Uhr im Restaurant „Zum Einsiedler“, Neue Pro- menade 8a.

Gäste stets willkommen!

Anhaltische Entomol. Vereinigung.

Sitzungen jeden 1. Sonnabend abends und 3. Sonntag nachmittags 2 Uhr. Ab April bis September 1. und 3. Sonnabend abends. Hotel Kaiserhot, Dessau.

Gäste willkommen.

Vereinigung Jenenser £ntomologen. Versammlungen jeden 1. und 3. Diens-

tag im Monat im Hotel „Stern“, Neugasse. Bu Gäste stets willkommen. WE

\38Ub

Guben, den 26. April 1913. 7. Jahrgang.

Enlomologen- Bundes.

ATI <= MITS

Herausgegeben unter Mitarbeit bedeutender Entomologen.

Die „Internationale Entomologische Zeitschrift“ erscheint jeden Sonnabend.

Abonnements nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen zum Preise von 1.50 M. vierteljährlich an, ebenso der Verlag in Guben bei direkter portofreier Kreuzband Zusendung. ‚Insertionspreis für die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Abonnenten haben für ihre entomologischen Anzeigen vierteljährlich 25 Zeilen frei.

Schluss der Inseraten-Annahme jeden Mittwock feüh 7 Uhr.

nn nn m en nn msn SE m m Inhalt: Eine neue äthiopische Limacodide und anderes. (Schluß.) Einige Zuchtergebnisse. Literatur. Briefkasten. Das neue Mitglieder-Verzeichnis.

Eine neue äthiopische Limacodide und anderes. | dunkle Saumlinie abgegrenzt ist, ohne die sonst

üblichen Einzackungen an den Rippenenden, Nach innen aber begleitet den Prachtfleck eine breite schokoladenbraune Binde, die schon am Vorderrande fast an der Basis bis zur Zelle reicht, den Punkt am Einde derselben beinahe aufnimmt und in ruhigem nur leicht an den Rippen bewegstem Linienfluß über beide Flügel in Breite von 2 bis 3 mm sich bis zum Hinterrande fortbewegt. Der weiße Grundton beider Flügel zeigt an der Basis eine graubraune Bestäu- bung und scheint eine dichtere Beschuppung zu haben als eupompe, da die Diskalreihe von Flecken der Unterseite nicht hindurchschimmert. Die Unterseite zeigt auch ein etwas trüberes Weiß als eupompe oder pseudocaste und merkwürdiger Weise eine viel hellere Färbung der Fleckenreihen, die auf den Hinterflügeln sich nach hinten hin fast verlieren und dabei, namentlich der Punkt am Ende der Zelie des Hinterflügels, lebhaft rote Kerne zeigen. Die Saum- binde ist nur durch leichte graue Trübung ange- deutet und durch eine feine dunkle Linie von den helleren Fransen getrennt. Die Rippen ohne jede Tönung.

g: Länge des Vorderflügels 22 mm, Breite 14 mm, Flügelspannung 43 mm, Länge des Körpers 16 mm. Coll. Wiehgratf.

Beschrieben von F. Wichgrat.

(Schluß.)

Schwarz erscheint der ringförmige Punkt am Ende der Zelle, bräunlich die Diskalreihe der 5 eben- falls rinsförmigen Punkte im Prachtfleck in den Feldeın 3, 4, 5, 6, 8. Feld 2 bleikt frei, wie oben, und der Doppelfleck in 1b ist nur verschwindend angedeutet. Unter den Flecken steigert sich die Röte, um am Innenrande wieder durch Schwefelgelb weich in den weißen Grundton überzugehen. Der Hinterflügel zeigt ein rauchiges zartes Cremegelb, heller als die Spitze des Vorderflügels und ohne jeden rosigen Anhauch. Eine leise Verdunklung zeigt sich gegen den Außenrand, der durch eine feine rötliche Saumlinie gegen die wieder helleren Fransen abgetrennt ist. Die Diskalreihe von 7 Punkten, die der ganzen Gruppe so eigentümlich ist, zeigt ein helleres Braun als die des Vorderflügels und sitzt wie der noch hellere Punkt am Ende der Zelle ebenfalls ringförmig sehr weich in dem zarten Grundtone. Auch hier nicht die geringste Tönung der Adern. Das Tier, ein S', stammt aus Ostafrika.

Länge des Vorderflügels 15 mm, Breite 9 mm, Flügelspannung 30 mm, Länge des Körpers 11 mm. Coll. Wichgrat.

8. Pirga perfasciata n. spec.

Zu den drei bis jetzt bekannten, Pirga - Arten, nämlich zmirabilis Aur., weisei Karsch und /utea Grünb., tritt als vierte die oben genannte, welche sich eng an die Grünbergsche anschließt, nur ist sie bedeutend größer und die Flügel gestreckter. Die rauchbraune Binde, welche bei /ztea nur auf den Vorderflügeln sich zeigt, ist hier auch auf den Hinter- flügeln vorhanden,

Grundfarbe ein lehmiges Gelb, welches, nament-

7. Teracolus zupompe purpurea n. £.

Da wir gerade bei Ausgrabungen sind, möchte ich doch eine schöne Lokalform aus Guinea, die, aus der Coll. Sommer stammend, dies wohl verdient, durch Beschreibung festlegen, da ich ähnlichen Exem- plaren hier und da in Sammlungen begegnet bin und sie doch über den Rahmen der pseudocaste bedeu- tend hinausgehen.

Der Prachtfleck ist ausgesprochen purpurrot mit bläulichem Schimmer, im Gegensatz zu dem Blutrot lich in der Mitte der Flügel, halb transparent ist. der ganzen andern Gruppe, und um so prächtiger, Das erste Viertel des Vorderrandes ist durch eine als er auch nicht durch schwarze Adern unterbrochen schwarze Linie betont. Die Rippen sind namentlich und nach außen nur durch eine gleichmäßig geführte ! um die Zelle herum mehr oder weniger fein braun

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gezeichnet, hellen sich aber gegen die Basis hin all- mählich bis zum Grundton auf. Sehr auffällig ist das Fehlen dieser Färbung bei der M. D. C. nur auf den Vorderflügeln, so daß es den Eindruck macht, als sei die Zelle geöffnet. Die Binde beginnt am Vorderrande an der Rippe 11, macht eine Biegung nach innen durch die Zelle und die darin dunkler markierte Mittelfalte und verläßt sie unter Rippe 4, um von da in den Feldern 3, 2 und 1b dreimal nach außen zu biegen. Die der Basis nächste Spitze liegt bei der Mittelfalte in Ib. Auf dem Hinterflügel zeigt sie einen großen Mittelbogen und 2 Halbbogen nach außen, näher nach dem Rande als auf dem Vorderflügel. Die der Basis nächsten Spitzen der Bogen liegen bei Rippe 5 und der Mittelfalte zwischen Rippe 2 und 1b. Unterseite ebenso. Fransen braun, heller beim Hinterflügel. Körper gelb. Die stark sefiederten Kammfühler und Füße schwarz.

Länge des Vorderflügels 32 mm, Breite 13 mm, Flügeispannung 66 mm, Körperlänge 23 mm. 2 Ost-Afrika. Coll. Wichgraf.

Einige Zuchtergebnisse. Von Prof. Dr. Rudow, Naumburg a. S

Die Zinkbedachung eines Hauses ließ Wasser durchträufeln, weshalb ein Klempner nachsehen mußte, wobei er mehrere linsengroße Löcher im Metall bemerkte, darunter zerfressene und ver- morschte Balkenlage. Ein Stück davon, welches ich bekam, entließ nach einiger Zeit den Bock Hylotrupes bajalus L., welcher sich durch das Zink nach außen durchgefressen hatte. Das Metallstück, in der Sammlung aufbewahrt, zeigt an mehreren Stellen die Nagespuren deutlich als tiefe, parallele Rillen. Mehrere Larven entwickelten sich noch zu Käfern, die ebenfalls auf dieselbe Weise zum Vor- schein kamen.

Aehnliches ist von der Holzwespe Sirex gigas L. beobachtet worden, die sich aus Fichtenholz eines Blumenkübels durch die Metallhülle durch- genagt hatte, wovon belehrende Fraßstücke sich im Senckenburgischen Museum zu Frankfurt a. M. befinden.

Aus dem Fensterbrette meiner Wohnung schlüpften eines Morgens drei Stück des nicht ge- meinen Bockes Ziopus nebulosus L. Das Holz war vor zwei Jahren verwendet worden und stammte von Flößen aus der Oder, die von Osten her ge- kommen waren.

In der Niederlage eines Materialwarengeschäftes fand ich in einer Kiste ein Häufchen Reis, in einer andern übrig gebliebene Maiskörner. Beide Male entwickelten sich die kleinen Calandra oryzae L. in größerer Anzahl mit schöner, deutlicher Zeichnung. Ein anderer Kasten barg einen Klumpen Gersten- graupen, die ziemlich fest vereinigt waren. Im Zuchtglase erschienen Dutzende des kleinen Käfers Sitodrepa panicea L., der auch einzeln aus dem Deckel eines älteren Kontobuches ausschlüpfte, welcher von ihm durchlöchert war.

Der kleine Käfer Niptus hololeucus Falderm., früher im Norden selten, erschien plötzlich in großer Menge. Zuerst erhielt ich ihn aus einer alten Apotheke, wo er sich in einem Gefäß mit Lavendel vermehrt und die trockene Pflanze gänzlich in Pulver verwandelt hatte. Darauf trat er in einem Nachbarhause auf, wo er unter alter Tapete, in älteren Polstermöbeln, in einem Kleiderschranke mit zurückgesetzten Kleidungsstücken so massen-

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haft zum Vorschein kam, daß ich in kurzer Zeit ein Wasserglas voll zusammenfegen konnte. Seit der Zeit wird er überall gefunden, auch im Freien an sonnigen Wänden, wenn auch nicht in solcher Menge.

Knackmandeln, durch Insektenlarven zerfressen, lieferten mehrere Male den Käfer Trogosita mauri- ianica L. Aus Loccum-Feigen in Holzkistchen schlüpften einige Male die kleinen Käfer Zpuraea aus, als deren Schmarotzer die Braconide Opius appendiculatus Hb. und außerdem ein Coe/oides er- zogen werden konnte. Die Feigen waren keines- wegs alt und verdorben, sondern frisch von den Bewohnern besetzt worden.

Edelkastanien, aus der Umgegend von Bozen stammend und mit kleinen Bohrlöchern versehen, waren besetzt von Balaninus nucum L., glandium Marsh. und e/ephas Gyll., welche im nächsten Früh- jahr entwickelt waren und im Zuchtglase aus- krochen. Letzterer kam seltner vor, früher mehr- fach aus Früchten, die ich aus Südfrankreich er- halten hatte.

Von Sizilien bekam ich einen nußgroßen, harten, rauhen Ballen, stammend von der Mannaesche und an einem Zweigstücke sitzend. Nach mehreren Monaten war er durchbrochen, und der Käfer Za- rinus turbinatus Gyll. verließ seinen Behälter, welcher innen eine eiförmige, glattrandige Höhlung zeigt. Die Masse ist hart wie Milchzucker und wie dieser fast geschmacklos, erinnert aber nicht an seinen Ursprung Mannazucker.

Steinnüsse, die Früchte von Phytelefas macro- carpa RS. aus Brasilien, die ich von einem Be- kannten aus einer Knopffabrik erhielt und die kleinere und größere Löcher zeigten, waren besetzt von mehreren Käfern. Der winzige Bostrychide Coccotrypes pygmaeus Eichh. durchnagt die stein- harte, weiße Masse gangartig, unregelmäßig, manch- mal so sehr, daß das Innere der Nuß vollständig in Pulver verwandelt wird, während die Umhüllung ziemlich fest bleibt und das Ansehen der Nuß nicht verändert wird. Der Käfer konnte in allen Entwick- lungszuständen, aber niemals zahlreich in der Nuß, manchmal noch lebend, aufgefunden werden,

Ein anderer Feind, Caryoborus bactris L., größer als voriger, von lebhaft roter bis dunkelbrauner Farbe, zerstört die Nüsse auffallender, indem er sie in Faserbündel auflöst, die außen am Keimende oft schon pinselartig vorragen. Die ganze, harte Masse wird erweicht und nimmt zuletzt eine faulige Beschaffenheit an, wodurch die Nuß schwammig. wird. Durch: vorsichtiges Trocknen wird die Ge- stalt der Frucht erhalten. Nur ein Käfer istjedesmal vorhanden. Die Steinnüsse sollen von noch mehr Feinden heimgesucht werden, von denen aber keiner weiter erhalten wurde.

In den Wohnungen der großen Holzhummel Xylocopa latipes Dr., von welcher große Stamm- stücke mit den Gängen und Zellen aus Surinam kamen und die beim Durchschnitt die innere Fin richtung zeigen, hatte sich neben Ameisen in den leeren Zellen auch ein größerer Käfer der Gattung Cissites angesiedelt, der wohlerhalten sich vorfand. Ob er die Larven der Hummel frißt, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Durch gleichgültige Nachbarn wurde unser Grundstück von Ratten überschwemmt, die in Scharen überall im Hofe, Keller, in Stallungen in der Nacht ihr unheimliches Wesen trieben. Nur durch genügende Verwendung starker Gifte gelang es, die Plagegeister zu vertilgen. Sie verschwanden

in unzugängliche Schlupfwinkel, und ihre Leichen machten sich längere Zeit durch Verwesungsgeruch bemerkbar. Im nächsten Jahre erschienen Hun- derte von schwarzen Totenkäfern, B/aps in drei Arten, die sich in den Rattenleichen entwickelten, ohne durch das Gift Schaden zu erleiden. Gegen den Herbst traten sie nur noch vereinzelt auf, in diesem Jahre waren keine mehr zu sehen. Beim zufälligen Bloßlegen der Schlupfwinkel konnte man die zahlreichen Rattengerippe beobachten.

Byctiscus (Rhinomacer) betulae L. (betuleti Fbr.) findet sich jedes Jahr zahlreich in den Weinpflan- zungen Tirols, kenntlich an den zigarreniörmigen, fingerlangen Rollungen der Weinblätter, von denen man in kurzer Zeit Dutzende sammeln kann. Die im Juni eingeheimsten und mitgenommenen Rollen wurden von den Käfern schon teilweise während der Reise, teilweise im Juli verlassen und sind von hellbronzefarbig durch kupferrot bis blau gefärbt, Weibchen häufiger als Männchen. Ebenso häufig kamen die Blattrollungen von Bycefiscus populi L. allerorts vor, und die Käfer schlüpften in den erwähnten Farben aus. Schmarotzer konnten nur wenige gefunden werden: Bracon discoidens Ns, Sigalphus caudatus Ns., Elachertus carinatus Rbg., Chaetostricha signata Rbg. und merkwürdigerweise Chalcis minuta L

Aus Ungarn bekam ich 10 Puppen von Saturnia pyri Schiff, anscheinend gesund. Nach einigen Monaten, zur rechten Zeit, schlüpften anstatt der Schmetterlinge nur Fliegen aus, Masicera pratensis Mg., gewöhnlich über 20 Stück aus einer Puppe, die meisten voll entwickelt, eine Anzahl aber mit zusammengedrehten Flügeln, die sich auch nicht völlig entfalteten. Daneben fanden sich ein Ptero- malus saturniae Rd., kenntlich an der verhältnis- mäßig stattlichen Größe, einige Tachina larvarum L. und Echinomyia tesselata Fbr.

Eine Anzahl Raupen von Parasemia plantaginis L, von Freund Hoffmann in Krieglach auf den Schneefeldern des Hohen Tauern gesammelt, kam nicht zur Verpuppung; mehr als die Hälfte war von der Fliege Tachina agilis Mg. besetzt, die schon nach wenig Wochen, noch während der Reise zahl- reich ausschlüpften, meist drei bis vier aus einer Raupe. Aus den Puppen der Fliegen entwickelten sich außerdem kleine Figitiden, Aegilips nitidula Dim. und opaca Htg., immer nur eine aus jeder Puppe. Nur eine einzige Aspicera wurde neben diesen im Zuchtglase bemerkt.

Zahlreiche Puppen von Aporia crataegi L., die an Mauern, Bäumen, Staketen in Tirol gesammelt wurden, lieferten fast alle nur Schmarotzer, Tachina larvarum L., Pteromalus Boucheanus Rbg., kleine Hemiteles, Pezcmachus agilis Gr., Microgaster glo- meratus L. und congestus Ns. Bei Naumburg kamen im Sommer 1911 ungezähite Puppen von Weiß- lingen, P. rapae L. und brassicae L. vor, die an Wänden von Häusern und Lauben Hände voll ab- gelesen wurden, um zur Zucht von Schmarotzern zu dienen, von denen auch große Mengen von Microgaster glomeratus L., Pteromalus puparum L., weniger Boucheanus Rbg. und Pezomachus erhalten wurden. Im nächsten Jahre fanden sich nur wenige Puppen vor.

1911 und 1912 in verschiedenen Gegenden, Nord und Süd, auf Alpen und in Ebenen gefunden und zugesandt erhaltene Raupen und Puppengehäuse der Dicranura vinula_L. lieferten nur vereinzelt den Schmetterling, dagegen viele Ichneumonen, einzeln die großen Trogus Iutorius Gr. und exaltatorius Pz.,

23

die auch aus Sat. pyri in mehreren Stücken schlüpften, Amdlyteles divisorius Gr. und /chneumon balteatus Wsm., drei bis fünf beisammen, einmal beide Arten aus einer Puppe, sehr häufig Paniscus testaceus Gr. und Ophion luteus L., immer zu mehreren, nur einzein die große Opheltes glaucop- terus L. Pteromalinen kamen daneben genug vor, alle Schmarotzer schließlich so zahlreich, daß die meisten keine Verwendung fanden und frei ge- lassen wurden.

In der Umgebung von Bellinzona kamen an Weiden eine Menge Schwammspinner, Zymantria dispar L. vor als Raupen und schon verpuppt. Den Puppen konnte man nicht ansehen, ob sie ange- stochen waren. Schon nach wenigen Wochen zeigten sich die Schmarotzer, erfreulich in genügender Zahl, und wurden mir später von Freund Hermann, Murr, zur Verwendung zugesandt. Auch bei diesem Schmetterlinge waren es hauptsächlich Opheltes glaucopterusL., Paniscus testaceus Gr. und cephalotes Hgr., Ophion merdarius Gr., von kleinen Ichneu- moniden #Hemiteles fulvipes Gr.. pulchellus Gr., Pezomachus agılis Fst., hortensis Gr., Microgaster solitarius Rbg. u. a.

Eiergelege vom Ringelspinner, Malacosoma neu- stria L. an Weiden, Obstbaum und andern Zweigen, aus Steiermark, Tirol, dem Tessin und der Um- gegend von Naumburg stammend, zeigten auch nicht ein unversehrtes Ei; alle waren angestochen und lieferten zu meiner Freude Hunderte von Schmarotzern, von denen nur eine geringe Anzahl für die Sammlung verwendet werden konnte. Es waren mehrere Arten der kleinsten Gattungen, Encyrtus tardus Rbg., Telenomus terebrans Rgb, neustriae Br.

Gespinste der Weinschädlinge Oenopähthira pille- riana Schiff, Conchylis ambiguella Hb., Heu- und Sauerwurm, welche 1910 so verheerend aufgetreten waren, konnten 1911 nur wenige in den Weinbergen des Neckargebietes gewonnen werden. Gern hätte ich auch Schmetterlinge erzogen, aber nur Schma- rotzer schlüpften in Menge aus und bevölkerten mehrere Tage lang das Zuchtglas. Es waren na- türlich nur die kleinsten Encyrtiden, in Mehrzahl Eulophus pyralidum And., Encyrtus embryophagus Htg., Zruncatellus Mn., Mesopolobus fasciiventris Boh., vereinzelt daneben Zul/ophus pectinicoruis Boh., Monodontomerus capreus Spin., Pteromalus Omni- vorus Rbg

Eine Schachel voll Mutterkorn, Secale cor- nutum, die mehrere Jahre unbenutzt gestanden hatte und zufällig geöffnet wurde, war an Stelle der Pilze nur mit grauem Pulver versehen, worin Puppenhüllen und vertrocknete Motten der Korn- schabe Tinea granella L. lagen, die sich lebend wahrscheinlich durch eine kleine Lücke in die Schachtel geschlichen hatte. Von ihr war auch ein freiliegender Baumpilz, Lenzites, angegriffen und stark durchlöchert worden. Wirklich schädi- gend trat sie aber bei einem Kaufmann auf.

(Schluß folgt.)

Literatur. Biologien heimischer Schmetterlinge. Schäd- linge in Garten, Feld und Wald. Farbige

Abbildungen nach Naturaufnahmen von

Paul Ihie. Verlag von Böhler & Recke,

Frankfurt a. M.

Seit Jahren werden von Naturalienhandlungen artige Glaskästchen in Verkehr gebracht, welche in

augengefälliger Weise die Entwicklungsstadien der häufigsten und mithin der bekanntesten Schmetter- lingsarten in mehr oder minder gut gelungenen Präparaten vorführen. Zumeist wird in den Kästchen ein Raupenpräparat, die Puppe, die Imago in einem oder beiden Geschlechtern und außerdem die getrock- nete Futterpflanze ausgestellt. Der Preis dieser Kästehen schwankt in Oesterreich zwischen zwei bis vier Kronen, je nach der Ausstattung. Karg do- tierte Schulen können sich nicht den Luxus bieten, eine Serie von solchen biologischen Schaukästen sich anzuschaffen, und dies dürfte die genannte Frank- furter Firma veranlaßt haben, farbige Tafeln zu publizieren, welche den Inhalt eines derartigen bio- logischen Kleinmuseums ersetzen sollen.

Das uns vorliegende Heft enthält 10 unnumeriert® Tafeln, auf welchen der Werdegang von folgenden zehn Species in Farbendruck dargestellt wird.

1. Tafel: Deilephila enuphorbiae L. Imago & und 2; sitzendes 2; Eier (! aus der Abbildung läßt sich nur entnehmen, daß die Eier an die Pflaaze gelest werden —); drei Raupen in verschiedenen Entwicklungsstadien; weibliche Puppe; Abbi'dung der Pflanze. 2. Tafel: Abraxwas grossulariata UL. Imagines 92%; Eier; fünt Raupen im gleichen Altersstadium; drei Puppen im Gespinst; eine Aber- ration. 3. Tafel: Zeuzera pyrina L. Imago 3 und 2; Eier; zwei Raupen; Puppe; zwei sitzende 22; Abbildung eines Pappelstammes.

In dieser Weise illustrieren die folgenden sieben Tafeln Eier, Raupe, Puppe, Imagines und Futter- pflanze von den nachgenannten Arten: 4. Pieris brassicae L.; 5. Cosmotriche polatoria L.; 6. Arcta caja L.;, 7. Catocala fraxini L., 8. Amphidasis be- Zularia L.; 9. Lymantria dispar L. und 10. Diera- anra vinnla L.

Wie man sieht: sämtlich Linne’sche Species, von denen aber manche als „Schädlinge“ keineswegs gelten können. Das Heft mit den zehn Tafeın kostet M. 7.50. Um diesen Preis wären sauber ausgeführte Präparate der vorgenannten zehn Species allerdings nicht zu erstehen. Zudem sind Abbildungen, selbst wenn sie Schülern herumgereicht werden, nicht dem Verderben so ausgesetzt, wie die so sehr zerbrech- lichen Originale. Dies mag, wie schon oben be- merkt, die Verlagshandlung veranlaßt haben, mit bildlichen Darstellungen aus dem Leben bekannter Schmetterlinge den Büchermarkt zu beschicken.

UNE ERIK

A. Klöcker: Danmarks Fauna, Sommerfugle III, Heterocera Ii. Noctuidae Brephidae. Kopen- hagen 1913. 201 pag.

Auf die ersten Bände dieser hübschen Sammlung habe ich schon früher hingewiesen (Stuttgarter Entom. Zeitschr. 1908, XXL, Nr. 38). Ich möchte nicht verfehlen, auch auf diesen dritten Band, der die Eulen bis zu den Brephiden behandelt, aufmerksam zu machen. Er weist dieselben Vorzüge wie die ersten Teile auf, analytische Bestimmungstabellen, photo- graphische, in der Regel kenntliche Abbildungen, usw.; ich bitte darüber meine früheren Angaben zu vergleichen.

Ueber faunistisch interessante Kunde sei Einiges mitgeteilt. Neu für Dänemark (d. h. in den älteren Faunenverzeichnissen von Bang-Haas und Ström nicht erwähnt) sind unter anderen folgende Arten:

Hadena pabnlatricnla Brahms (4 Stück bei Hald in

ee et mm nn

Jütland gefangen), Drachionycha nubeculosa Esp. (1905 1 Ex. bei Silkeborg in Jütland), Wania manra L. (einmal in Jütland) und Caradrina respersa Hb. (Laaland). h

Bemerkenswert sind auch folgende Arten: Xylına ingrica H. S., die auf Jütland, Laaland und Seeland fliegt, von den Cucullien praecana Ev. (Nordseeland), prenanthis Bd. (eine Raupe aut Laaland gefunden) und gnaphali Hb. (einmal bei Holstedt in Südjütland). Von den Plusien erwähne ich c-aureum Knoch (See- land, Fünen) und dractea (Seeland, Möen). Auch das Vorkommen von 2. interrogationis L. ist mit Rücksicht auf die vereinzelten Funde in Holstein erwähnenswert.

@. Warnecke, Altona (Elbe).

Briefkasten.

Anfrage des Herrn P. in N.: Welcher der Herren Entomologen kann mir ein gutes Buch über Exoten und deren Zucht empfehlen? Für Antwort an dieser Stelle im voraus besten Dank.

Das neue Mitglieder -Verzeichnis.

Das neue Mitglieder -Verzeichnis wird in einigen Wochen zur Ausgabe gelangen und an alle Mit- glieder kostenlos versandt werden.

Dem Verzeichnisse wird wieder ein Inseraten- Anhang beigegeben werden. Bei dem überaus regen Kauf- und Tauschverkehr, welchen die Mitglieder untereinander pflegen, ist es selbstverständlich, daß das Verzeichnis täglich zur Hand genommen und durchblättert wird. Darum finden die Inserate darin fortwährend Beachtung und dürfen auf besten Er- folg rechnen.

Die Insertionspreise sind äußerst niedrig be- messen. Wir berechnen unseren Mitgliedern -die ganze Seite (13,X19 cm Druckfläche) mit M. 12,—,

die halbe Seite mit I: die Viertel-Seite mit M. 4, die Achtel-Seite mit M. 2,

Die erste und die letzte Seite kosten je M. 18,—.

Nichtmitglieder zahlen um 25°. höhere Preise.

Die Mitglieder werden gebeten, die bereits ein- getretenen oder demnächst eintretenden Adressen- Aenderungen uns baldigst anzuzeigen.

Auch das neue Mitglieder-Verzeichnis wird keinen Aufschluß über die tatsächliche Verbreitung unserer Zeitschrift geben; denn gegenwärtig beziehen etwa 50 Leser die Zeitschrift durch den Buchhandel, nahezu 100 durch die Post und über 350 unmittel- bar vom Verlage, ohne bisher dem Bunde beigetreten zu sein. Diejenigen Damen und Herrn, welche bis- her nur Abonnenten der Zeitschrift sind, aberin das neue Mitglieder-Verzeichnis aufgenommen zu werden wünschen, werden gebeten, ihren Beitritt zum Inter- nationalen Entomologen-Bunde in den nächsten Tagen anzumelden. Eintrittsgeld wird zur Zeit nicht er- hoben. Außer der pünktlichen Zahlung des Bezugs- geldes für die Zeitschrift übernehmen die Bundes- Mitglieder keinerlei Verpflichtungen. Die Zeitschrift ist nur Bundes-Organ, aber nicht Eigentum des Bundes; darum können die Mitglieder niemals zu Nachzahlungen herangezogen werden, wenn die Ver- waltung mit Unterbilanz arbeitet.

In einem besonderen Teile wird auch das neue Mitglieder-Verzeichnis die regelmäßig stattfindenden

1. Beilage zu No. 4,

Sitzungen der Ortsvereine bekanntgeben. Dadurch erfahren auswärtige Entomologen, wenn sie auf einer Reise den Ort besuchen, wo sie den Abend in Ge- sellschaft von Sammelfreunden angenehm verbringen können. Daher werden die Vorstände dieser Vereine gebeten, die noch ausstehenden Angaben recht bald hierher mitzuteilen.

‘Die Ausgabe eines’ neuen Mitglieder-Verzeich- nisses war bereits für 1912 in Aussicht genommen. Es ist uns nun von vielen Seiten zum Vorwurf ge- macht worden, daß das Erscheinen damals unterblieb. Zu unserer Rechtfertigung sehen wir uns daher ge- nötigt, hierüber Autklärung zu geben.

Die im Jahre 1907 erzwungene Spaltung des von Guben gegründeten und damals so blühenden Internationalen Entomologischen Vereines wurde bald von allen Beteiligten, selbst von denen, welche dabei hervorragend mitgewirkt hatten, als ein großer Uebel- stand empfunden. Seitdem wurde der Wunsch immer lauter und allgemeiner, daß sich die beiden Vereine und ihre Zeitschriften wieder. vereinigen möchten. Wir traten daher gern mit dem damaligen: Frank- furter Vorstande zu Anfang des Jahres 1912 in Ver- handlungen ein, um diese Vereinigung, welche von allen Seiten mit lebhafter Freude begrüßt worden wäre, herbeizuführen. Um dieses schöne Ziel zu erreichen, waren wir zu den größten Opfern bereit, wie aus den nachstehenden vertraglichen Bestim- mungen ersichtlich ist.

Zwischen den von heiden Seiten Bevollmächtigten wurde ein Vertrag vereinbart und notariell aufgesetzt, dessen wichtigste Bestimmungen lauteten:

1. Jahrgang,

1) Guben ‚bezahlt an dem Tage, an welchem der Vertrag in Kraft tritt, in bar das Bankkonto des Frank- furter Vereines, welches damals mit M. 4000.— an- gegeben wurde.

2) Der Sitz und der Vorstand des Vereines ver- bleiben in Frankfurt.

3) Die Entomologische Zeitschrift bleibt. Eigen- tum des Internationalen Entomologischen Vereines zu Fıankfurt; nur die Redaktion und der Druck der Zeitschrift gehen auf Guben über, welches hinfort die Beiträge einzieht.

4) Dafür zahlt Guben immer vierteljährlich im voraus an den Vorstand in Frankfurt die Summe von mindestens M. 1800.— jährlich.

‚Angenommen, der Vertrag wäre 20 Jahre in Kraft geblieben, so hätte Guben innerhalb dieser Zeit mindestens M.. 40 000.— Vorstand zahlen müssen. Welch herrliche Bibliothek hätte dieser dafür für den Verein anschaffen können ? Unterdes aber hatte in Frankturt eine‘ andere Strö- mung die Oberhand gewonnen; der Vertrag wurde im "letzten Augenblick ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Die wenigen, welche bisher von. diesen Ver-

‚handlungen erfuhren, haben Guben beglückwünscht,

daß jener. Vertrag nicht zustande gekommen ist.

Ueber den Verhandlungen aber war-die Zeit für die Ausgabe eines neuen Mitglieder -Verzeichnisses für unsern Bund vergangen, und es mußte für 1912 davon Abstand genommen werden.

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Bernhard Kühnel,

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1351 Guben, den 3. Mai 1913.

Organ des Internationalen

_7. Jahrgang.

Herausgegeben unter Mitarbeit bedeutender Entomologen.

Die „Internationale Entomologische Zeitschrift“ erscheint jeden Sonnabend.

Abonnements nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen zum Preise von 1.50 M. vierteljährlich an, ebenso der Verlag io Guben bei direkter portofreier Kreuzband Zusendung. Ingertionspreis für die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Abonnenten haben für ihre entomologischen Anzeigen vierteljährlich 25 Zeilen frei.

Schluss der Inseraten-Annahme jeden Mittwock früh 7 Uhr.

Inhalt: Animalisehe Nahrung der Raupen. Einige Zuchtergebnisse. (Schluß) Erlebnisse beim Insektensammeln in fremden Ländern. Berichtigung. Sitzungsberichte der Entomologischen Vereinigung Neukölln. Aus den Sitzungen der Entomol. Gesellschaft zu Halle a. S. Zu den Sitzungsberichten des Berliner Ent. Vereins.

Animalische Nahrung der Ranpen.

Von Professor Dr. v. Linstow.*)

Während die große Mehrzahl der Raupen von Pflanzenkost lebt, giebt-es doch eine Anzahl, welche ganz oder zum Theil animalische Nahrung genießt.

‘Die Raupe von Zrastria scitula Rmb. lebt in Italien, Andalusien und Südfrankreich auf Rosa, Ficus, Laurus olea und Yucca, frißt aber Schild- läuse, Zecanium oleae und Ceroplastes und deren Eier, benutzt auch die Schalen derselben als Hülle bei der Verwandlung.

Thalpochares communimacula Hb. lebt in Un- garn als Raupe auf Prunus und amyegdalus und nährt sich von den auf diesen wolhnenden Schild- läusen, besonders Zecanium persicae, aus deren Schalen sie sich zum Schutz ein muldenförmiges Ge- häuse baut.

Schildläuse fressende 7halpochares-Räupchen kommen auch in Australien vor.

Die Raupe einer amerikanischen Lycaenide, Fe- nisca Tarquinius Fahr. lebt ausschließlich von Blattläusen, ebenso die einer indischen Lycaenide, Spalgis epius West. und einer westafrikanischen Spalgis signata New. Die Weibchen von Gerydus chinensis Felder. legen in China ihre Eier auf die von Blattläusen bewohnten Pflanzen, von denen sich die ausgeschlüpften Raupen später nähren, wie Pa- gsenstecher angiebt,

Die erste Nahrung der jungen, eben aus der Eihülle geschlüpften Raupe ist vielfach die leere Eischale, und unmittelbar nach der Häutung fressen viele Raupen, besonders in der Jugend, die eben abgestreifte Haut.

Eine große Anzahl Raupen frißt neben ihrer gewöhnlichen Pflanzenkost auch andere Raupen und

*) Auf den ausdrücklichen Wunsch des Herrn Verfassers hat ihm die Redaktion die Korrektur allein überlassen; sie ist daher für die Abweiehungen von der heut gebräulichen Ortho- graphie und Nomenklatur nieht verantwortlich.

x a

Puppen unmittelbar nach der Verwandlung, vor der Erhärtung der Chitin-Hülle; man nennt sie Mord- raupen und Gauckler theilt sie ein in eigentliche und gelegentliche; die letzteren sollen nur dann Raupen fressen, wenn sie durch Hunger oder Durst dazu gezwungen werden. Der Unterschied wird schwer aufrecht zu erhalten sein, da es nur äußerst selten gelingen wird, einen solchen räuberischen Ueberfall aut andere Ruupen im Freien zu beobachten; wir sehen sclchen nur in der, Gefangenschaft, und können nicht wissen, ob. dasselbe auch im Freien vorkommt.

Gauckler führt 47 Arten als Mordraupen an, nimmt man aber die von anderen Autoren beobach- teten dazu, so wächst die Zahl auf 104. Auf die 5 Familien vertheilen sie sich. in: folgender Weise:

KRhopalocera: Papilio machaon L., Antho- charis eupheno L., A. cardamines L., Thecla ilicis Esp., Th. rubi L., Th quercus LI. Lycaena icarus Rott., /. baton Bergstr., Z. telicanus Lang. (9).

Sphingidae: Sesia myopilormis Bıkh , S. em- pilormis Esp., S. asiliformis Rtt., S. culiciformis br, (a),

Bombycidae: Stauropus fagi L., Cosmotriche potatoria L., Harpyia vinula 1., Pygaera pigra Hfn,, Arctia caja 1., A. Quenselii Payk.,. A. villica L., A. purpurea L., Phragmalobia caesarea Goeze, Euchelia jacobeae L., Callimorpha dominula L., Spilosoma fuliginosa L., Sp. lubricipeda L., Sp. menthastri Esp., Naclia ancilla L.. Gnophria quadra L., Lithosia deplana Esp., Lith. griseola

. Hb., Cossus ligniperda F., Hepialus humuli L. (20).

Noctuidae: Acronycta alni L., A. megacephala F., Scodra. ridens F., Miselia oxyacanthae L., Agrotis praecox L., A. molothina Esp., A. augur F., A. exc/amationis, A. fimbria 1., A. janthina Esp., A. ripae Hb., A. vestigialis Rott., Taenio- campa 'munda Esp. T. miniosa ®. T. incerta Hfn., 7. gracilis F., T. pulverulenta Esp., Hadena basilinea F,, H. monoglypha Hfn, Mamestra

pisi L, M. glauca Hb., M. persicariae L., Luceria virens L, Orrhodia vau punctatum Esp., O. ligula Esp., O. silene Hb., O. rubiginea F., O. fragariae Esp., O. vaccinii L., Orthosia lota L., ©. circel- laris Hin, O. pistacina F. O. litura L., Cosmia abluta Hb., C. paleacea Esp., Scopelosoma satel- litia L.. Apamea testacea Hb., Amphipyra pyra- midea \., Gortyma ochracea Hb. Fydroecia mica- cea Esp., Dianthoecia capsincola Hb., Chariclea umbra Hfn., Senta maritima Tausch, Nonagria typhae Thnb., Calymnia trapezina L., C. pyralina View., C. affinis L., C. ditfinis L., Catocala sponsa L., Plusia ain Hochw., Cueullia verbasci L., C. scrophulariae Cap., AXylina ornithopus Rott., He- liothis armigera Hb., H. dipsacea L., Anarta myr- tıll! L., Erastria scitula R., E. venustula Hb. (58).

Geometridae: Angerona prunaria L., Metro- campa margaritaria 1. Crocallis elinguaria \., Urapteryx sambucaria 1., Abraxas grossulariata L., Boarmia repandata 1L., Biston zonarius S.-\V., B,.alpinus Sulz., Eupithecia togata Hb., Eup. coro- nata Hb., Eup. trisignaria H. Sch., Zup. oblongata Thnb., Zup. castigata Hb, (13).

Bei weitem das grönte Kontigent unter den 104 Arten stellen also die Noctuiden, die mit 58 Arten

vertreten sind, Von San mein Tausch, die in Rohr-

stengeln lebt, wird angegeben, daß die Raupe sich nicht nur von Raupen, sondern auch von anderen im Rohr lebenden Insecten nährt; in der Ge- fangenschaft frißt se Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers, 7Tenebrio molitor L.; und eine Mischung von Gänseschmalz mit Pflaumen- oder Apfelmuß.

Die Raupe des Fettzünslers, Aglossa pingu- inalis 1L., lebt von Schmalz, Butter, Speck und Tale.

Raupen, denen zum Zweck des Aufblasens der After angestochen war, so daß ein Theil des Leibes- inhalts hervorgequollen war, fraßen sich selber auf, bis sie am dritten Leibesringe angekommen waren, dann starben sie; ein Beweis für völlige Ge- fühllosigkeit. Die Mittheilung dieses seltsamen Falles von Autophagie, der beobachtet wurde an der Raupe von Jaeniocampa miniosa F., verdanken wır Reichenau.

Parasitisch lebt wahrscheinlich die Raupe von Bradypodicola Hahneli Spuler im Pelz des Faul- thiers, Bradypus.

Ebenfalls als Parasiten wohnen die schildlaus- artigen Raupen der Gattungen Epilırops, Palaeopsyche, Heteropsyche, Agamopsyche in Hawai auf dem Rücken von Cicaden (Delphax), mit dem Kopf der Atteröft- nung der letzteren zugewandt, und nähren sich von dem Honigsaft, den die Cicaden absondern; ähn- liche Beobachtungen sind in Nord- und Mittelame- rika, in Japan, in Queensland gemacht.

Die Raupe von Nola antıgua Meig. lebt para- sitisch im Innern der Larven von /orficula tomis nach Rodzianko, vom Fettkörper.

Tinea columbariella Wcek. lebt als Raupe im Taubenmist, von dem sie sielhı ernährt.

Die Raupe der Wachsschabe, Galleria mellonella L., welche vom Wachs der Bienenwaben lebt, ist schon in fortlaufenden Bruten in der Weise erzogen worden, dab eine Generation von dem Koth der vorhergehenden lebte, welcher wenig vom Wachs verschieden zu sein scheint.

Aphomia sociella 1. lebt in Nestern von Hum- meln und Wespen, vermuthlich auch von dem Nest- material.

2

28

Von thierischen Resten lebt die Raupe von Melissoblaptes bipunctanus 2.

Wachs ist die Nahrung der bereits erwähnten Raupen von Galleria mellonella L., die in Bienen- stöcken oft großen Schaden anrichten, ebenso der von Achroea grisella F. Die Raupe von Epiphora anomala Westw., einer Arctiide, lebt in Honkong parasitisch auf einer Cicade, Pyrops candelaria von dem von derselben abgesonderten Wachs.

Theile todter T'hiere, Haare, Leder, Speck, aus ihnen hergestellte Gewebe, Federn, Gehörn, bilden vielfach die Nahrung von Raupen.

Der Schrecken unserer Hausfrauen ist die Klei- dermotte, 7irea pellionella L., deren Raupe Ver- wüstungen anrichtet unter Tuch, Pelz, Polster- möbeln; die Raupe von Zrichophaga tapetiella L. verwüstet besonders Pelzwerk und Woll- stoffe, ebenso Leder, ausgestopfte Thier- felle, und vernichtet so oft die Bestände ın Mu- seen; Federn, Polstermöbel, trockene Häute werden von den Raupen von Zineola biseliella Zell. zerfressen. Die Raupen von B/abophanes leben von Pelzwerk und Wolle; die Raupe von Tineola biseliella Hum. zerstört besonders die Vo- gselfedern in zoologischen Sammlungen, die sie bis auf die Schäfte skelettirt. Das Gehörn einer Antilope, Antilope melampus, wird von der Raupe von Tineola vastella angegriffen; sie frißt kreis- runde Bohrlöcher hinein, die auf der Außenfläche münden.

Todte Insekten, besonders Fliesen, werden von verschiedenen Psychiden-Raupen gefressen.

Mit rohem Fleisch hat man die Raupen von Ärctia villica L. monatelang ermährt.

Aus der unbelebten Natur ist Wasser der ein- zige Stoff, den Raupen genießen. Von den Raupen von Cosmotrici,e potatoria L. ist es bekannt, dab sie gern Wasser trinken; andererseits giebt es Raupen, die nie mit einem Wassertropfen in Be- rührung kommen, wie die von 7inea pellionella L., die ihr Leben in verschlossenen Kleiderschränken und Schubladen von Kommoden verbringen können.

Litteratur.

W. Rodzianko. Horae entomologicae Ross vol. XXXI, Petropoli 1897.

W. v. Reichenau. Einiges über die Macrolepi- dopteren unseres (des Mainzer) Gebiets. Jahrb. d. nass. Ver. f. Naturgesch. Bd. 58, Wiesbaden 1904, pag. 258.

A. Spuler. Biolog. Centralbl. Bd. XXVI, Leipzig 1906, pag. 690 697.

A. Pagenstecher. Die geographische Verbreitung der Schmetterlinge, Jena 1909, pag. 20—21.

H. Gauckler. Europäische Mordraupen. Ento- molog. Rundschau, Jahrg. XXVIII, Stuttgart 1911, p. 1—11.

Einige Zuchtergebnisse. Von Prof. Dr. Rudow, Naumburg a. S (Schluß.)

Ein Säckchen mit Steinpilzen in trockenem Zustande und eins mit solchen Champignons waren in einem Winkel längere Zeit unbeachtet geblieben. Bei vorgenommener, gründlicher Reinigung des Ladens kamen die Pilze zum Vorschein, waren aber von der Kornmotte so stark zerstört, daß der ganze Vorrat in einen Teich geworfen werden mußte. Von Schmarotzern konnten leider nur stark beschädigte kleine Pteromalinen angetroffen werden, die sich der Bestimmung entzogen.

ag

Zahlreiche kleine Schmarotzer, zuın Teil nicht häufige Arten, erhielt ich von Freund Hermann, Murr; die niedliche, metallisch grün glänzende Eucharis adscendens F. erbeutete er zu Dutzenden auf der Dolde Sium falcaria L. mehrere Sommer nach einander. Vorher hatte ich sie auf derselben Pflanze ganz vereinzelt angetroffen. Bei Bellinzona zeigte sie sich mehrere Male; vor einigen Jahren erbeutete ich hier auch die größere Art Zuch. cyni- pitormis Rossi, welche mehr im Süden und Osten lebt. Es gelang uns leider nicht, die Wirte zu ergründen, trotz der gleichbleibenden Nährpflanze.

Aus derselben Quelle in Württemberg stammen viele plötzlich auftretende Rhopalicus in mehreren Arten. Sie schmarotzen bei Bostrychiden, welche mit Brennholz eingetragen waren.

Einige andere Pteromalus-Arten, wie curculi- onides Rbg., waren nur vereinzelt dazwischen. Der Rüsselkäfer Cionus alauda Herbst (b/attariae Fbr.) war in Steiermark an Scrophularia canina L. 1912 sehr häufig und hatte die Samen an einer Anzahl Pflanzen stark aufgetrieben. Neben vielen aus- schlüpfenden Käfern zeigtensichwenigeSchmarotzer, besonders Macrocentrus interstitialis Rbg.

Artemisia vulgaris L, bei Naumburg überall sehr häufig und als Gewürz zu Gänsebraten ge- schätzt, war an einer Fundstelle gänzlich verändert und mit kirschkerngroßen Gallen in sehr großer Menge besetzt, die von Aphis artemisiae B. d F. hervorgebracht waren. Zur Zucht eingetragene Pflanzen lieferten zwar auch die Erzeuger, aber in bei weitem größerer Menge die Schmarotzer, kleine Braconiden, Aphidius absynthii Wrh Im nächsten Sommer suchte ich vergeblich nach den Mißbil- dungen.

Zahlreiche Stauden von Verbascum thapsus L waren 1911 im Juli verunstaltet durch Gallen von Asphondylia verbasci Vall., von denen Hun- derte zur Zucht eingetragene schon nach wenig Tagen die lebhaften Mücken ausschlüpfen ließen. Wenige, äußerlich nicht unterscheidbare Gallen rührten vom Käfer 7ychius her. Schmarotzer gab es sehr wenige, Opius /ugens Hal. und irregularis Wsm., sowie ein einziges Stück der kleinen Proc- totrupide Diapria picipes Ns.

An den Ufern der Saale bei Bad Kösen kamen 1912 sehr viele Gallen von Bathyaspis aceris Fst. vor, ebenso in den Wäldern am Königsee im Salz- kammergut. Hunderte konnten gesammelt und zur Zucht verwendet werden, welche in der Stube schon in den Wintermonaten die Wespen entließen. Fast die Hälfte aller Gallen war aber leer, obschon sie die volle Größe erreicht hatten. Die Schmarotzer waren vie] weniger zahlreich. Am häufigsten zeigte sich die charakteristische Aulogymnus aceris Fst., daneben Torymus incertus Fst. in nur kleinen Stücken, Eurytoma aceris Gir, und einzeln Olinx acerinus Gir.

Aus Württemberg, Mürr, erhaltene Gallen an Potentilla, hervorgebracht durch Diastrophus Mayri Rnh. lieferten fast in gleicher Menge Wespen und Schmarotzer, unter denen die dunkel metallgrünen Oligosthenus stigma Fbr. am häufigsten erschienen, während andere, wie Zurytoma rosae Ns. und Monodontomerus aerens WIk. viel einzelner zu sehen waren. Auch diese Gallen waren in einem Sommer sehr häufig, im darauffolgenden fast gar nicht zu finden . Schöne Stengelverdickungen an Rubus, Gallen in verschiedener Form von der Gallwespe Diastro- phus rubi Hıt. waren in Steiermark nicht selten

und zeitigten die Wespen im Zuchtglase schon im Februar und März. Sie waren dünn bevölkert, die Wespen aber größer als die vor Jahren in Mecklen- burg gezüchteten Im Norden sind diese Gall- wespen wenig und sehr zerstreut zu finden, sehr häufig dagegen die Gallen der Mücken Zasioptera rubi Mg. in sehr verschiedenen Gestalten, welche aber keine Schmarotzer geliefert haben, ebenso- wenig wie viele Gallenbildungen von Mücken an Weiden.

Rohrhalme, in großer Menge mit Zellen von Osmien und Sphegiden oder kleinen Odyneriden belegt, zeitigten Nachkommen ihrer Erbauer, aber oft auch Schmarotzer in Unzahl. Vorzüglich waren es die kleinen Mevittobia Audouini Wstw., be- merkenswert wegen der Verschiedenheit der Ge- schlechter. Sie hatten oft alle Nachkommen der Wirte unterdrückt und schlüpften aus einer Zelle bis zu fünfzehn Stück aus, gleichgültig, wer die Verfertiger dieser gewesen waren. Im Verein mit ihnen erschienen die schon erwähnten Oligosthenus stigma F., gewöhnlich auch in größerer Zahl.

Erlebnisse heim Insektensammeln in fremden Ländern.

Von Curt von Graumnitz.

Insektensammler, die in den Tropen und in weit vom Verkehr abgelegenen Gegenden auf den Fang von Schmetterlingen, Käfern etc. ausgehen, haben dabei oft mancherlei Gefahren zu bestehen und auch Entbehrungen der verschiedensten Art zu erdulden; aber man nimmt. doch von seinen Sammel- reisen so manche schöne und interessante Erinnerung mit nach Hause.

Von außerdeutschen Ländern waren es bis jetzt drei verschiedene Gegenden unseres Erdballs, wo ich Gelegenheit hatte, längere Zeit als Insekten- sammler tätig zu sein. Mein erstes exotisches Sam- melgebiet war das Usambara-Gebirge, das in Deutsch-Ost-Afrika im Hinterlande der Hafenstadt Tanga gelegen ist; dann war ich in der Sierra von Cordoba in Argentinien, und zuletzt sammelte ich in Brasilien, in der Südostecke des Staates S. Paulo, in dem noch zum größten Teil mit Urwald bestan- denem Ribeiratale, das sich südlich von Santos bis zur Grenze des Staates Parana ausbreitet,

So manchen und besonders jeden, der selbst Insekten sammelt, wird es sicher interessieren zu erfahren, was einem Sammler in fremden Ländern alles passieren kann. Vieles habe ich nun bei diesen meinen Sammelausflügen erlebt und will versuchen, einiges davon zu erzählen.

Ueberall, wohin man kommt, wird man von den meist auf noch recht niederer Bildungsstufe stehenden Bewohnern des betreffenden Landes ange- staunt, bewundert und befragt, weshalb man eigent- lich all dies Ungeziefer sammle und mit nach Hause nähme. Da waren die Eingeborenen Afrikas, die viehzüchtenden Gauchos in Argentinien und die arım- seligen Caboclos des Ribeiratales alle gleich neu- gierig, alle wollten wissen und frugen mich immer und immer wieder, wozu ich die vielen, nach ihren Begriffen gänzlich wertlosen Insekten so eifrig sam- mele und so sorgfältig aufbewahre.

In der Nähe von Cordoba wohnte ein ziemlich wohlhabender Gaucho einsam zwischen den Bergen in einer ziemlich primitiven Behausung, in einem Rancho, wie man dortzulande sagt, bei dem ich mich auf einige Wochen einquartiert hatte. Mein Wirt interessierte sich ganz besonders für meine Sammeltätigkeit, brachte mir auch oft schöne Käfer,

=

legte diese eigenhändig in mein Giftglas und beob- achtete dann aufmerksam, wie dieselben durch die Einwirkung der Cyankalidünste in kurzer Zeit ge- tötet wurden. Es machte ihm großen Spaß, dies immer und immer wieder mit anzusehen, eine ge- wisse Mordlust spiegelte sich (dabei in seinen Augen. Er suchte eifrig nach mehreren dort häufig vor- kommenden schönen und für mich besonders inter- essanten und wertvollen Dungkäferarten. Tagtäglich brachte er mir davon einige Exemplare, und es freute ihn jedesmal, wenn dieselben nach so kurzer Zeit im Giftglase kein Glied mehr rührten und, wie er sagte, tot w aren, weil sie nicht mehr zappelten. (Schluß folgt.)

Berichtigung.

In dem Artikel „Das neue Mitgliederverzeich- nis“ in Nr. 4 der Internationalen Entomologischen Zeitschrift Seite 25 linke Spalte die 3 letzten Zeilen von unten stehen die Worte: „Zwischen den von

v

beiden Seiten Bevollmächtigten wurde ein Vertrag

. vereinbart und notariell aufgesetzt‘“.

Ich habe dem hinzuzufügen, daß ich, als ich im Februar 1912 mit Herrn Paul Hoffmann in Berlin zu- sammentraf, hierbei nicht als Bevollmächtigter des Internationalen Entomologischen Vereins gehan- delt habe, und daß unser Vertrag nicht notariell gezeichnet wurde, sondern die Besprechung mit Herrn Hoffmann hatte lediglich den privaten Zweck, zu untersuchen, unter welchen Bedingungen ich es als Freund des Friedens ermöglichen könnte, die beiden Vereine wieder zusammenzubringen. Auch ich bedaure es mit Herrn Hoffmann lebhaft, daß un- sere Besprechung durch eine Indiskretion allgemein bekanntgeworden ist, und daß diese Vorbedingungen, deren Verwirklichung den gesamten Entomologen zum Vorteil gereicht hätte, an dem Widerstand des Vorstandes des Internationalen Entomologischen Vereins gescheitert sind.

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Ü maera, Drusillopsis dohertyi @, Pap,

homerus 2, Helcyra chionippe g\

gibt ab W. Niepelt, Zirlau b. Freiburg, Schlesien.

Aus den entomologischen Vereinen. Beilage zur Internationalen Entomologischen Zeitschrift.

7. Jahrgang.

Entomologische Vereinigung Neukölln.

Sitzung am 22. Mai 1912.

Herr Hamann zeigt als Seltenheit für den Monat Mai ein am selben Vormittag geschlüpftes C' von Catocala fraxını L. vor. Das Stück stammt aus einer Winterzucht und ist in der Färbung der Vorderfiügel bedeutend heller als normale Stücke, dagegen ist die Zeichnung aller Flügel einschließlich der blauen Binde normal.

Die Zucht wurde (als Winterzucht) ziemlich spät, nämlich Mitte Februar begonnen und unter großen Schwierigkeiten durchgeführt. Vortr. hatte den Raupen bei weitem nicht den gesunden Appetit zugetraut, den sie tatsächlich entwickelten, und ge- stattete, weil seines Erachtens genug Futter vorhanden war, einigen irgendwo hergelaufenen Zym. dispar L., sich an einer schönen 1m hohen Pappel gütlich zu tun, was sie auch gründlich besorgten, zum Schaden der fraxini. Letztere waren fast gleichzeitig aus dem Ei geschlüpft, wuchsen aber äußerst ungleich weiter, trotzdem sie sofort an lebendes, gut ausgewachsenes Futter gebunden und in immer gleicher, angenehmer Temperatur gehalten wurden. Die Unterschiede im Wachstum wurden schließlich so groß, daß noch zwei Raupen fraßen, während 8—10 Puppen im Gespinst lagen und ein Falter bereits geschlüpft war. Im April war das ausgereifte Futter dank der gütigen Mithilfe der Zym. dıspar L. aufgezehrt. Als Ersatz wurde Weide angeboten und auch angenommen. Aber auch der Weidenvorrat war bald aufgefressen, und da gab es eine Zeitlang recht schmale Bissen, abwechselnd mit regelrechten Hungertagen. Letztere sollten eigentlich die schon erwachsenen Raupen zur Verpuppung zwingen; diese aber bestanden darauf, weiter zu fressen, und so wurde schließlich junges Laub von Populus balsamifera gereicht, das trotz heftigen Regens weither geholt werden mußte. Zum Erstaunen aller lehnten die Raupen dies Futter (mit dem so oft junge Räupchen aufgezogen wurden) ein- fach ab und führten den Hungerstreik weiter. Was nun? Die in Wasser gestellten Zweigspitzen von Populus canadensis hatten zwar schon ganz winzige Blättchen angesetzt, aber dies durchsichtige, klebrige Zeug. konnte doch noch nicht verfüttert werden. Da es jedoch einen andern Ausweg nicht gab, wurde den Raupen schließlich das „Gift“ vorgesetzt mit dem Ersuchen, Abschied von dieser Erde zu nehmen und siehe da! ohne den geringsten Schaden an der Ge- ‚sundheit zu erleiden, fraßen die Raupen einen Topt unreifen Futters nach dem andern kahl, die im Wachstum zurückgebliebenen Raupen wuchsen sogar dabei sehr schnell heran, alle ergaben gesunde Puppen, die trotz des ausgestandenen Hungers kräftige Falter, ‚so wie der vorgezeigte ist, erwarten lassen.

Herr Walter hält einen 1!/, stündigen Vortrag über seine letzte Sommer- und Sammelreise nach Berchtesgaden und erntete durch seine angenehme, frische, mit vielem Humor gewürzte Vortragsweise, wie auch durch die große Anzahl selbstgetertigter, sehr gelungener Photographien der bereisten herr- lichen Gegenden reichen Beifall.

3. Mai 1913.

Nr. 5.

Sitzung am 29. Mai 1912.

Um den Mitgliedern einen Einblick in den wun- derbaren Bau der mit bloßem Auge nicht erkenn- baren Teile der Insekten zu geben, stehen heute zwei große Mikroskope mit über 100 Präparaten zur Ver- fügung, die wegen der kurzen Zeit bei weitem nicht alle vorgeführt werden konnten. Naturgemäß wandte sich das größte Interesse den Schmetterlingsteilen zu, die in 80 bis über 300facher Vergrößerung ge- zeigt wurden, wobei das Leitz-Mikroskop des Herrn Walter wegen seiner großen Klarheit, die besseren Dienste leistete. Herr Walter hatte auch eigens für diesen Abend mikroskopische Tierchen im Wasser gezüchtet und zeigte das Leben im Wassertropfen. Das wilde Durcheinander, dies Hasten und Rasen, Verschwinden und Erscheinen so üngeahnt großer Mengen und Arten von Lebewesen in einem einzigen Tröpfehen erregte das höchste Erstaunen. Wieder andere Arten von Urtieren zeigte Herr Hamann jr. unter seinem Mikroskop, in einem dem Wasser des Bötz-Sees entnommenen Tropfen. Die mikrosko- pischen Abende sollen zur Erweiterung der Kenntnis unserer Insekten öfters wiederholt werden.

Die bisher ausgeführten Sammeltouren und Kö- derabende bei Karlshorst, Sadowa und in der Königs- heide haben den Beifall der Mitglieder gefunden. Es wird beschlossen, die Sitzungsabende zunächst bis Ende August ausfallen zu lassen und dafür jeden Mittwoch Abend an den vom Vorstande bestimmten Stellen zusammen zu kommen, um gemeinschaftlich Lichtfang, Raupensammeln mit dem Schöpfnetz zu betreiben oder zu ködern.

Aus den Sitzungen der Entomol. Gesellschaft zu Halle a. S.

Sitzung vom 7. Oktober 1912.

(Fortsetzung.) Herr Bandermann zeigte trische Kokons von Antheraea pernyi die ersten Raupen spannen

sich am 26. September ein und eine Auswahl solcher exotischen Schmetterlinge, die nicht erheblich von unseren Inländern abweichen, so Pyrameis in- dica, Papilio xuthus, Neope ete. Herr Haupt war geneigt, dieselben überhaupt nur als Lokalrassen einzuschätzen, während die Herren Bandermann und Lassmann sie ertschieden für gute Arten erklärten. Veranlaßt durch den Umstand, daß ei- nige vorliegenden, ganz neuen Faunen alte, längst gerügte Mängel wieder aufwiesen, verbreitete sich Herr Haupt ausführlich über die Speiser’schen und Hormuzaki’schen Forderungen und regte da- durch eine bis Mitternacht dauernde allgemeine Aus- sprache an, in deren Verlauf namentlich Herr Daehne unter eingehender Darlegung ihrer prak- tischen Ausführbarkeit seine alte Lieblingsidee

" entwickelte, für unser Gebiet mit Hilfe unserer Spe-

zialkenner eine allgemeine, aber bis auf die einzelnen Teilgebiete durchgearbeitete Lokalitätencharakteristik aufzustellen, die die paläontologischen, geologischen, klimatologischen, oro- und hydrographischen, floris- tischen und allgemein -zoologischen Zusammenhänge

32

aufzeigen müsse und jeder Insektenfauna als Grund- lage voranzustellen sei.

Sitzung vom 21. Oktober 1912.

Herr Zander hielt einen Demonstrationsvor- trag über die fast über die ganze Erde verbreitete, aber wenig erforschie Gruppe der Landasseln (Onzs- cidae), von der bisher etwa 60 Gattungen bekannt geworden sind; über die Zahl der Arten läßt sich keine sichere Angabe machen, da die noch in den Antängen steckende Artunterscheidung zuviel Unge- klärtes und Widersprechendes enthält. Die Land- asseln sind durchweg nächtliche, Wärme und Feuch- tigkeit liebende Tiere, die durch ihr Benagen zarter Pflanzenteile, von Spalierobst, Champignonkulturen usw. beträchtlichen Schaden anrichten können. Doch zog bei den Fütterungsversuchen des Vortragenden unsere Kellerassel (Porcellio scaber) Yaulfleckiges Obst (bes. Birnen) bei weitem vor und verschmähte sogar im Gegensatz zu Schöbls Angaben Kohl, Spinat und Salat vollkommen ; eine genauere Ünter- scheidung der Fraßbilder, die einige Aehnlichkeit mit Schneckenfraß aufweisen, gelang noch nicht. Ebenso kam der Vortragende angesichts des Wider- spruchs seiner einzelnen Beobachtungen zu keinem abschließenden Urteil über die hauptsächlichsten bio- logischen Daten. Er konnte bisher nur feststellen, daß mehrere, zeitlich ungewöhnlich weit auseinan- derliegende Häutungen vorkommen, daß die. von Degeer*), für August angegebene 2. Brut erst Mitte Oktober erschien, und dab die Lebensdauer der Tiere 1 Jahr überschreitet. Die so verachtete Gruppe bietet also der Forschung noch ein dank- bares Feld; die Tiere sind zudem entwicklungsge- schiehtlich von hohem Interesse dadurch, dab sie erstlich eins der wenigen Beispiele für Kiemener- haltung bei Landtieren darstellen, und ferner da- durch, daß bei ihnen eine Begattung für zwei, durch eine längere Zwischenzeit voneinander getrennte innere Befruchtungen ausreicht, die den Anstoß zu sehr merkwürdigen anatomischen Veränderungen geben. Herr Haupt führte die Schlupfwespen- gattung Pimpla vor, die sich durch gedrungenen, mehr oder weniger grob punktierten Körper, stets ungefelderte Mittelbrust und eine trapezische Spiegel- zelle im Vorderflügel auszeichnet. Die düster schwarzen Tiere nur selten treten Rot oder Gelb als Schmuck- farben auf können mit ihrem meist kurzen und kräftigen, in einer beborsteten Scheide liegenden Legebohrer empfindlich stechen. Sie schmarotzen überwiegend bei Schmetterlingen, aber auch bei Blattwespen, Borken- und Rüsselkäfern, 3 Arten sogar in den Eiballen von Spinnen. Dabei bevor- zugen manche ganz bestimmte Wirtstiere, andre be- faılen eine ganze Reihe verschiedener Insekten: von unserer gemeinsten und zugleich größten Art, ?. ıin- stigator, kennt man bereits 20 Wirtstiere. Diese Pımpla verteidigt sich übrigens sehr wirkungsvoll durch Ausspritzen einer scharfen, stark riechenden Säure, vermutlich Buttersäure. Von den 55 in Mitteleuropa heimischen Arten stellte der Vortragende bei Halle bis jetzt 33 fest. Herr Lassmann legte 15 erst am 18. Oktober geschlüpfte Schweb- fliegen (Syrphus balleatus) vor, die sämtlich gegen- über der bekannten gelben Sommerform eine auf- fallende Verdunklung, bis zu Tietschwarz, aufweisen, die vielleicht auf das kalte und nasse Wetter zu- zückzuführen ist. Ferner zeigte er aus Wien stam- mende Rau;en des Blausiebs (Zeuzera pyrina) in

*) Die verbreitete Schreibung „De Geer“ ist nach aus- drücklichen: brieflichen Zeugnis falsch (Daehne),

1. und 2. Generation, die sich bemerkenswerter Weise tief in das sehr harte Holz einer alten Robinie ein- gefressen hatten. Herr Rosenbaum zeigte frisch von Kalkutta eingetührtes Reismehl, das buchstäblich von 2 Käferarten soweit in der Sitzung ersicht- lich, Zrogosita und Gnathocerus wimmelte; Herr Schwarz Schmarotzerwespen (Druconidae) und Blattwespen (Tenthredinidae) aus der Heide; Herr Bandermann als letzte Nachzügler der sommer- lichen Falterwelt 4 am 20. Oktober auf dem Bruch- telde gefangene Schmetterlingsarten: Pyrameıis ata- lanta, Macrothylacia rubi, Acronycta rumicis und Spilosoma menthastrt.

Sitzung vom 4. November 1912.

Herr Haupt sprach unter Vorlegung einer lehrreichen Zusammenstellung über Bau und Lebens- weise der Weichleib -Schlupfwespen (Draconidae). Die von den deutschen Entomologen wenig beachteten Tiere sind nach der guten Bearbeitung in Schmie- deknechts „Hymenopteren Mitteleuropas“ leicht bis auf die Gattung zu bestimmen. Die Rinteilung erfolgt nach der Gliederung des Hinterleibes, der Bildung der Mundteile und vor allem nach dem

Flügelgeäder. Es finden sich unter ihnen höchst merkwürdig gestaltete Tiere, einige zeigen sogar einen recht altertümlichen Körperbau. So hat eine

Oaenopachys, die bei Borkenkäfern schmaroötzt, auch im Hinterflügel ein Stigma! An echte Ichneu- monen erinnern die Zelcon-Arten, die einen langen Bohrer besitzen und bei Bockkätern schmarotzen. Buntflügelig sind Angehörige der Gattungen Dracon und Vipio, die besonders im Süden durch grobe und auffällig gefärbte Tiere vertreten sind. Die Meteo- 7us-Arten verpuppen sich in einem Kokon, der frei- schwebend an einem fingerlangen Faden hängt. Ei- nige Braconiden haben saugende Mundteile ähnlich denen der Bienen —, andere wieder Kiefer, die zum Kauen untauglich sind, da sie sich nicht erreichen und sogar nach außen gewendet getragen werden (Exodonten). Die rätselhafteste Unter- familie, deren Unterbringung im System die meisten Schwierigkeiten macht, bilden die Pachylommatinae, bei uns durch 2 sehr seltene Gattungen mit je I Art vertreten. Aus dieser Gruppe publizierte der Vortragende eine neue Gattung Ogkosoma nach 2 im Oktober dieses Jahres in der Dölauer Heide erbeuteten Stücken! Sie übertrifit die größte der bekannten beiden Arten um das doppelte und ist nach Gestalt und Gliederung der Flügelfläche eine: der merkwürdigsten Hymenopteren überhaupt. Herr Bauer führte die letzten 6 Gattungen der Zifho- südae wor. Die Flechtenspinner, die zu den kleinsten Spinnern gehören und über das ganze paläarktische Gebiet verbreitet sind, umfassen je 1 rote und I schwarze Art ausgenommen gelbbraune oder graue Formen; ihre sechzehnfüßigen Raupen leben an Flechten. Die 11 Arten, die Stange für Halle anführt, fand der Vortragende hier sämtlich wieder bis auf 2. pallifrons, deren Artrechte überhaupt be- stritten werden. Die orangegelbe Zndrosa irrorella bildet in den Alpen viele Var. aus, von denen Herr Bauer eine stattliche Reihe selbsterbeuteter Formen vorweisen konnte. Z. roscida wird in den Alpen: von v. melanomas verdrängt. Die hauptsächlich in Rußland verbreitete #. Kuhlweini kommt in Deutsch- land nur im Nordosten vor. Z. aurita soll als Cha- rakteristikum an der Wurzel der Vorderflügel einen schwarzen Punkt aufweisen, den der Vortragende jedoch bei vielen Stücken nicht feststellen konnte. E. ramosa geht in den Alpen sehr hoch; Herr Bauer

fing sie noch in einer Höhe von über 3000 m. (y- bosia mesomella ist in der Heide nicht selten; da- gegen wurde die schwarze Afolmis rnbricollis bei Halle nur zweimal von Herrn Bandermann ge- fangen. Oeonistis quadra, die einzige Art mit kras- sem Sexualdimorphismus, ist hier gemein; sie fliegt selbst mitten in der Stadt an die Lampen und ist z. B. vor Cafe Bauer regelmäßig anzutrefien. Ziiho- sia complana kommt hier zu Hunderten ans Licht, dagegen nur einzeln /urzdeola, die in vielen Faunen fehlt; aber wohl nur, weil sie meist mit complana verwechselt wird. 2. deplana, Intarella und soror- cula, sowie Pelosia muscerda fliegen in der Heide. Aus der Verbreitung von cereola und melanomos könnte man auf ein hohes erdgeschichtliches Alter der Gruppe schließen. Kerner zeigte Herr Bauer die sehr seltene Sienoptilia pnenmonanthes, die er Anfang August abends aut einer Wiese im Finken- krug in Mengen zwischen den Blüten von Gen- tiana pneumonanthe schwärmend erbeutete. In einer Blüte fand er dabei ein gesponnenes weibes Tönnchen, aus dem nach 3 Wochen eine ameisen- ähnliche Imago schlüpfte, wahrscheinlich ein ?ezo- machus. Somit wäre als Primärschmarotzer wohl ein Hicrogaster zu vermuten. Herr Sparing legte als bei Könnern gemein 2 Cikadenarten -— Jassus mixtus und Jdiocerus populi sowie große Reihen der Wasserwanze Corısa Geoffroyi von eben- da vor. Als Kuriosität zeigte Herr SpöttelI ein sehr kleines Stück von Cefonischema aerugınosa das von Herrn Haupt am 29. September in der Heide lebend auf dem Hut einer Dame erbeutet worden ist. Der Käfer, der sich in alten Eichen entwickelt, tritt gewöhnlich im August auf; er über- wintert aber. Bei Halle ist er sehr selten; Herr Spöttel fing ihn nur zweimal in der Heide und einmal auf dem Petersberg. Einige weiteren Stücke wurden an denselben Oertlichkeiten von den Herren Daehne, Füge und Sparing erbeutet, während Herr Dr. med. Bischoff in der Heide nur mehr- mals einige Bruchstücke aufand.. Die verwandte Liocola marmorata fand Herr Dr. Bischofi be- reits zweimal spät im Jahr im September und Oktober in frisch geschlüpften Stücken. Ferner zeigte Herr Spöttel den seltenen Tropideres albı- rostris, den er am 29. September auf der Bischots- wiese von Eiche klopfte. Dazu bemerkte Herr Dr. Bischoff, daß er den Käfer ebenfalls in der Heide erbeutet habe. Der in seiner weißen Ringelung einer Spinne ähnelnde und auch ebenso laufende Käfer sei hier bereits von Schaller aufgefunden, aus unbekannten Gründen jedoch in kein Verzeichnis aufgenommen worden! Herr Bandermann

33

zeigte einen Krüppel von D. galı, der ihm am 2. November im ungeheizten Zimmer geschlüpft ist. Anschließend wandten sich die Herren Bauer und Daehne scharf gegen den auch nach den No- menklaturregeln unzulässigen immer mehr ein- reißenden Unfug, „gallii“ anstatt des einzig richtigen „gell“ zu schreiben. Herr Bandermann sprach endlich noch über seine Versuchsanordnung, die Ueberwinterungsfrage von /yrameis atalanta, die zur Schande der Lepidopterologen immer noch um- stritten werde, experimentell zu lösen. Dazu be- merkte Herr Bauer, daß nach seinen Wahrneh- mungen alle Vanessiden weibchen überwinterten.

Sitzung vom 18. November 1912.

Herr Bauer führte die 6 Hailischen Arten der Mottengattung Cerostoma vor. (. persicellum fand er allerdings erst auf den Saalewiesen bei Naum- burg auf; da aber bei Halle die gleiche Formation vorhanden ist, dürfte auch die Motte mit Sicherheit hier vorkommen. (. radiatellum zeichnet sich durch außerordentliche Veränderlichkeit aus, so daß mehr als 15 Synonyme festgestellt sind. Zarenthesellum wurde in der Heide, sylivellum 1910 bei Collenbey, vylostellum bei Naumburg und Halle erbeutet. Zu- cellum fliegt in der Heide, wurde aber auch im September auf den Brandbergen gefangen. Zersi- cellum, das an Prunus-Arten fressen soll, fand der Vortragende zahlreich auf Saalewiesen, auf denen nicht eine der bekannten Hutterpflanzen stand. Ferner zeigte Herr Bauer einen der schönsten Wickler, Zaspeyresia albersana, den Herr Dähne auf der Pfingstexkursion in der Goitzsche in Anzahl von Lonicera caprifolium klopfte. Daß Eppelsheim den Wickler einmal mit Sym- phoriearpus racemosus erzog, hält der Vortragende für eine durch das Gefangenschafts- leben bedingte Zufälligkeit. Anschließend kam Herr Bauer auf die angesichts der Schönheit der Mi- erolepidopteren höchst bedauernswerte Tatsache zu sprechen, daß diese reizvolle Gruppe von der Sammlerwelt so vernachlässigt wird.

(Fortsetzung folgt.)

Zu den Sitzungsherichten des Berliner Ent, Vereins. Berichtigung,

Die im Sitzungsbericht des Berl. entom. Ver. vom 24. 10. 12 als bei Zehlendorf gefangen erwähnte Agrotis sobrina Gr. stammt nicht von diesem Orte, sondern aus der Gegend von Eydtkuhnen.

N Vereins-Nachrichten.

Entomologischer Verein „Anpollo‘‘, Frankfurt a. M.

Donnerstag den 8. Mai, im Saale „Zum Schlagbaum“ bei Frau Rühl, Ww., Bergerstr. 37.

Gemeinsame Sitzung

mit dem Verein zur Förderung für Klein- gartenbau. Tages-Ordnung: Der heutige Stand unserer Reb- lausbekämpfung, Referent Herr Arthur Vogt.

Anfang 9 Uhr abends. Gäste willkommen.

Zoologisch-Entomologischer Verein Warnsdorf in Böhmen. Sitzung jeden 1. Dienstag im Monat, freie Zusammenkünfte jeden Dienstag im Gasthaus zur Grimmerflur, III. Bez. Gäste willkommen!

Verein der Entomologen zu Halle a.S.

Sitzung jeden Donnerstag nach dem 1. u. 15. desMts. im Restaurant „Zu den 2 Türmen“, Geiststr. 23.

Gäste sind willkommen!

Entomologischer Verein Erfurt. Nächste Vereinsabende Dienstag den 6. und 27. Mai 1913 im Restaurant Stei- niger, Prediger-Strasse 4. ; Gäste willkommen !

Entomolog. Verein „Fauna“ Leipzig.

Von jetzt ab Sitzungen jeden Montag 8, Uhr im Saale des Börsen-Restaurant, Tröndlinring 2. Vereinsbibliothek über 750 Bände. ca. 125 Mitglieder. Im Verein werden alle Insektengruppen gesammelt und besprochen.

BER” Gäste stets willkommen. eg

Der Vorstand,

Entomologischer Verein „Pacta‘“ Regelmäßige Sitzungen am ersten und

dritten Montag im Monat, abends 8!/, Uhr, im Restaurant Eyrich, Falkenwalderstr. 15.

Gäste willkommen! Der Vorstand.

Der VII. sächsische Entomologentag

findet am 21. September in Leipzig

Entomologen - Club Heidenau u. Umg. Sitzungen jeden 2. und 4. Dienstag im Monat in der Peehhütte KRleinsedlitz, Bez. Dresden. Rich. Rau, \ors. Gäste willkommen!

Verein ‚Orion‘ Erfurt.

Nächster Vereinsabend Freitag, den 16. Mai 1913 im Restaurant „Schobers- mühle‘‘, Blücherstrasse.

Gäste willkommen.

Entomolog. Verein „Iris“, Leipzig,

Sitzung jeden Montag, abends 1,9 Uhr Caf& Hartmann, Grimm. Steinweg. Reichhaltige Vereins-Bibliothek, Vereins- sammlung, Tausch-Verkehr, Besprechung aller Insektengruppen, ebenso der Futter- pflanzen.

———— Gäste willkommen. Dar Vorstand.

Anhallische Entomol. Vereinigung.

_ Sitzungen jeden 1. Sonnabend abends und 3. Sonntag nachmittags 2 Uhr. Ab April bis September 1. und 3. Sonnabend abends. Hotel Kaiserhof, Dessau.

Gäste willkommen.

Vereinigung Jenenser Enlomologen.

Versammlungen jeden 1. und 3. Diens- tag im Monat im Hotel „Stern“, Neugasse. SE” Gäste stets willkommen. BE

Entomologische Gesellschaft, Halle a. d. Saale (E. V.).

Unsere Sitzungen finden jeden 1. und 3. Montag des Monats im Neumarkt- Schützenhaus, Harz 41, statt.

Gäste stets willkommen!

Entomologischer Verein Ohligs.

Versammlungen finden statt jeden 1. und 3. Samstag im Monat abends 8!/, Uhr im Hotel-Restaurant „Zum Löwen‘! gegenüber dem Rathaus, 5 Minuten vom Bahnhof.

BB Gäste willlkommen. 2

Gesellschaft der Naturfreunde 1911 Hirschberg (Schlesien). Unsere entomologischen Abende finden jeden 1. und 3. Sonnabend im Monat im Hotel „Graf Moltke‘“ statt. Gäste sind stets und herzlich willkommen.

Der Vorstand.

Entomologischer Verein Sonneberg

achs.-Mein.).

Unsere Sitzungen firden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von abends 9 Uhr ab im Rest. Heinz, Kaiser Wil- helmsplatz, statt.

———— Gäste willkommen.

EntomologischerVerein Oberschlesien,

Verelnsabende jeden 3. Sonntag im Monat, nachm. 5 Uhr im Vereinslokal Cafe Jusezyk in Beuthen-Boulevard.

Jeden 1. Freitag im Monat ebenda: Zwangsloses Belsammenseln.

Gäste stets willkommen!

statt.

Berliner Entomologischen Vereins E, V,., gegründet 1856, erhalten frei zugesandt die

Berliner Entomologische Zeitschrift,

jährlich 4 Hefte, ca. 320—350 Seiten wissenschaftl. Textes, mit Illustrationen und Tafeln (Scehriftleiter Dr. Paul Schulze, Berlin N 4, Zool. Inst. der Univ) sie haben Insertionsfreiheit in dem Kauf- und Tauschanzeiger und Berechtigung zur Benützung der erstklassigen Bibliothek, enthaltend über 5000 Bände mit 75 entomol. und naturwiss. Zeitschriften, Versand auch nach auswärts. Aufnahmefähig auch auswärtige Entomologen und Korporationen (Institute, Vereine etc.). Beitrag 10 Mk. p. Jahr und 3 Mk. einmalig für künstler. Mitglieds- diplom (Kupferstich). Entomol. Berlins und Umgebung sind zum Besuche der Sitzungeu, Donnerstags abends 81, Uhr, jeden dritten Donnerstag im Monat:

Tauschabend, eingeladen. SW. Berlin, Königgrätzerstrasse 111. Königgrätzer-Garten. Nähere Auskunft erteilt der Schriftführer Dr, 7. Bischoff, Berlin NW, Werftstr. 20.

Entomolog. Verein Hamhurg - Altona. Entomologischer Tisch, Cöln.

Die Vereinsabende finden jeden zweiten Sitzungen jeden 1. und 3. Montag im Donnerstag im Monat im Restaurant Rätz- | Monat abends 9 Uhr im Hotel Kaiser mann, Zeughausmarkt 35/37 I, und jeden | Wilhelm in Cöln. vierten Freitag im Monat im Hörsaal des Scehmetterlingsfreunde willkommen!

Naturhistorischen Museums, akends 81/ Uhr statt. Entomologen - Verein Basel und Umgegend.

Gäste sind stets willkommen! Sitzung jeden 1. Sonntag im Monat,

Berliner Entomalogische Gesellschaft freie Zusammenkünfte jeden Freitag Abend

im Restaurant Henssler, Leonhardseck, Basel.

Versammlung jeden Freitag 9 Uhr im Restaurant „Zum Einsiedler*, Neue Pro-

= a . ! ee menade 8a. Gäste willkommen

Die Kommission.

Entomologischer Verein „Favoritu“,

Wien X, Landgutgasse 11 in Johann Kawan’s Gasthaus. Vereinsabende jeden zweiten Donnerstag von 7—9 Uhr abends. Karl Schirl, Franz Kleffler Schriftführer. Obmann. SE” Gäste stets willkommen. BE

Entomologen-Club Teplitz- Schönau und Umgebung. Die Sitzungen finden jeden zweiten u. vierten Donnerstag im Monat, in „Stadt Dresden“, Elisabethstrasse, statt. { Gäste willkommen, J. E. Kuhr, Vorsitzender.

Entomologischer Verein „‚Polyxena“ Wien Vll. Kirchengasse 33. Restaurant Kollmann.

Vereinsabende jeden Dienstag, abends $ Uhr. Vorträge und Diskussionen. Tausch-Verkehr, Bibliothek.

Carl Polt, Otto Neumann,

Schriftführer. Obmann.

Verein für Käfer- n.Schmetterlings- kunde für das nördl. Böhmen Sitz: Rumburg.

Die Mitglieder-Zusammenkünfte erfolgen jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, abends 6 Uhr im Vereinslokal „Hampels Restau- rant“ in Rumburg.

Gäste willkommen!

Verzeich. d. i. nördl. Böhmen beobach- teten Macrolep. Teil 1, Tagfalter, Teil 2,

Gäste stets willkommen! Entomologischer Verein Nürnberg. (E. V.

Die Sitzungen finden jeden 2. und 4. Freitag im Monat im Lult- poldhaus, dem neuen Heim der Natur- hist. Gesellschaft, statt.

(Haltestelle der elektr. Bahn, Linie 5, Verkehrsmuseum).

Gäste willkommen ! Die Vorstandschaft.

Entomolog. Vereinigung „Sphinx“, Wien XVI, Neulerchenfelderstr. 79.

Sitzung jeden Dienstag, abends von 7—-9 Uhr, Altermann’s Gasthaus, Gäste stets willkommen.

Jahrbuch 1911—13

64 Seiten Text, 1 Dreifarbendrucktafel, 1 Liehtdrucktafel K. 3.30.

Jahrbuch 1910 52 Seiten Text, 4 teilweise kolor. Licht- drucktafeln K. 2.30. Frankozusendung gegen Vorausbezahlung. Beide Jahrgänge zusammen franko K. 5.

Entomologischer Verein Karlsbad. Gegr. 1887. .. 96 Mitglleder.

Vereinsabende jeden 1. und 3. Montag im Monat abends 8 Uhr im Vereinsheim, Restaurant „Deutsches Heim“.

Gäste stets willkommen.

Wiener eniomolog. Verein.

Die Vereinsrersammlungen finden jeden Freitag, abends 8 Uhr, im Vereins- lokale: Schwärmer und Spinner, gegen Einsen-

1. Johannesgasse No. 2 dung von 50 h für jeden Teil vom Schrift- statt. | führer Kar! Freyer jun., Oberhennersdori Gäste willkommen. b, Rumbürg, zu beziehen.

= rate Guben, den 10. Mai 1913.

Organ des Internationalen

7. Jahrgang.

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Entomologen- Bundes.

Herausgegeben unter Mitarbeit bedeutender Entomologen.

Die „Internationale Entomologische Zeitschrift“ erscheint jeden Sonnabend.

Abonnements nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen zum Preise von 1.50 M. vierteljährlich an, ebenso der Verlag in Guben bei direkter portofreier Kreuzband Zusendung.

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vierteljährlich 25 Zeilen frei.

Schluss der Inseraten-Annahme jeden Mittwoch früh 7 Uhr.

———— ——

Inhalt: Die Zucht von Smerinthus populi v. austauti. Worauf soll in einer Abhandlung über die Lepidopteren: eines Landes Betracht genommen werden? Erlebnisse beim Insektensammeln in fremden Ländern. (Schluß.)

Die Zucht von Smerinihus populi v. austautl:

Schon oft verlangte man von mir eine Anwei- 'weisung für die Zucht dieses seltenen und schönen Schwärmers. Ich will daher im nachstehenden ge- 'nau beschreiben, wie ich dabei verfahre, und werde mich freuen, wenn auch andere mit diesem Verfahren gute Erfolge erzielen.

Zur Zucht verwende ich zylinderförmige Gläser. Die untere Oeffnung des Glases ruht auf einem viereckigen Holzuntersatze, welcher in der Mitte einen großen kreisförmigen Ausschnitt hat, der mit feiner Drahtgaze überspannt ist. Dieser Untersatz steht auf vier etwa 1 cm hohen Holzfüßchen, damit die Luft von unten her zum Glase Zutritt hat. Als Deckel kann man gleichfalls ein teines Sieb nehmen, welches in einen Holzring eingezogen .oder mit Blech eingefaßt wird. Ein derartiges Glas wird nie schwitzen, was ja unbedingt vermieden werden muß. Seine Reinigung ist die denkbar einfachste: man nimmt das Glas aus dem Untersatze heraus, entfernt den Kot und reibt das Glas mit einem Tuche sauber.

Die Futterpflanze (Schwarzpappel) stellt man in ein halb mit Wasser gefülltes kleines Gläschen in der Weise, daß einige Blätter den Boden berühren. Die Oeffnung dieses Gläschens verstopft man dicht mit Watte, damit die Räupchen keine Gelegenheit "haben, in das Glas zu kriechen.

Die Räupchen schlüpfen in der Regel am 10. Tage nach der Eiablage. Zwei Tage zuvor tut man die Eier in das auf die beschriebene Weise zube- reitete Zuchtglas. Die ausschlüpfenden Räupchen gehen sofort ans Futter und streben an demselben in die Höhe. Futterwechsel genügt alle 2 Tage; hierbei ist zu beachten, daß die Räupchen nicht mit den Fingern angefaßt werden. Man schneidet die Blätter, auf denen Räupchen sitzen, mit einer Schere ah und lest sie auf das frische "Futter. Die Tierchen verlassen bald das alte Blatt und suchen das neue Futter auf. Um ihnen das Emporkriechen

W

von etwa heruntergefallenen Blättern zu. erleichtern; stellt man einige Zweige lose in das Glas.

Nach etwa 8 Tagen vollzieht sich die erste Häutung. Schon jetzt ist es ratsam, nicht zu viele Räupchen beisammen zu lassen, höchstens 2 Dutzend in einem Glase von etwa 10 cm Durchmesser. Nach der 2. Häutung soll nur noch 1 Dutzend Raupen beisammenbleiben. Nach der 3. Häutung bringt man die Tiere in ein größeres Glas und nach der 4. endlich in ein noch größeres, in welchem man nur noch 6 Raupen beisammen läßt. Darin bleiben die Raupen, bis sie zur Verpuppung schreiten wolien. Die Anzeichen hierfür sind für jedermann leicht er- kennbar. Die Raupe verläßt das Futter, läuft auf dem Boden des Glases herum und färbt sich bräunlich. Das bereit stehende Puppenbett ist ein grober, mit gesiebter Erde gefüllter Blumentopf. Nach ganz kurzer Zeit. gräbt sich die Raupe in die Erde. Zur Sicherheit bindet man Gaze über den Topf, aut welchem man den Tag anmerkt, an welchem sich die Raupe in die Erde begeben hat. Vom Aus- schlüpfen des Räupchens bis zur Verpuppung rechnet man 30 Tage. War während der ganzen Zucht jede Feuchtigkeit sorgsam zu vermeiden, so wird die Erde nach der Verpuppung alle 6 bis 8 Tage leicht bespritzt.

Nicht unerwähnt darf bleiben, daß es durchaus falsch ist, die Gläser mit den Raupen den unmittel- baren Sonnenstrahlen auszusetzen. Ebenso muß Zug- luft vermieden werden. Ferner ist zu beachten, daß daß Futter nicht von Sträuchern, sondern nur von großen Bäumen, welche einen freien, sonnigen Stand- ort haben, genommen werden soll. Die jüngsten, elänzenden Blätter entfernt man von den Zweigen. So einfach die Zucht ist, muß doch die peinlichste Reinlichkeit beobachtet werden; bei jedem Futter- wechsel ist auch Reinigung notwendig.

Werden diese allgemeinen Vorschriften richtig befolgt, so sind bei der Sommerzucht sicher gute Erfolge zu erzielen, für gewöhnlich auch bei der Herbstzucht,. Im Sommer schlüpft nach etwa 30

Tagen der Falter. Die Herbstpuppe überwintert meistens. Während man im Sommer mit ziemlicher Sicherheit auf jede Puppe einen Falter rechnen kann, ist bei der überwinternden Puppe mit einem Ausfall bis zu 50% zu rechnen.

Außergewöhnliche Witierungsverhältnisse, wie sie der August und September 1912 brachten, verlangen allerdings eine bedeutend größere Sorgfalt. Um hier nur ein einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, mußte der Natur nachgeholfen werden. Die Zimmertemperatur konnte man nur durch Heizen auch des Nachts auf 4 15° C. erhalten. Schließlich war auch die Beschaffung von gutem, trockenem Futter mit Schwierigkeiten verbunden, so daß die letzten Raupen zu früh zur Verpuppung gingen.

Als im November die Puppen der Winterruhe übergeben wurden, waren darunter nur etwa 12 schöne große, zur Weiterzucht fähige; die übrigen 30 waren kleiner. Letztere ergeben natürlich auch kleinere Falter. Jean Roth, Fürth.

Worauf soll in einer Abhandlung über die Lepido- pteren eines Landes Bedacht genommen werden ?*)

Von Hugo Skala in Fulnek. --

Ueber dieses Thema wurde schon mehrfach ge- schrieben. Ich erwähne hier die von Handlirsch seinerzeit in den Verh. der k. k. zoo]. bot. Ges. in Wien geäußerte Ansicht, die weniger Beifall gefunden haben dürfte, sowie Hormuzaki’s, des bekannten Bukowinaer Lokalfaunisten an gleicher Stelle kund- gegebene Meinung. Auch Prof. Dr. Hans Rebel hat bei Besprechung meiner Abhandlung über die Lepi- dopterenfauna Mährens I. T. mit einigen Worten zu dieser Frage Stellung genommen, und gerade letzteres Referat veranlaßt mich, zur Feder zu greifen, um auch meine Änsicht über diese Sache zu äußern.

Rebel unterscheidel zwischen „Beiträgen“ und „Faunen“. Erstere registrieren nach ihm nur Tat- sachen, für deren Richtigkeit der Faunist einzutreten hat, letztere seien aber systematischen Monographien zu vergleichen und sollen nach jeder Richtung mög- liehst Vollständiges bieten, namentlich bezüglich der bereits vorhandenen Literatur, welche bei den einzelnen Arten nicht nur angeführt, sondern auch kritisch verwertet werden soll. Tatsächliches und Literatur- historisches müsse erschöpfend zum Ausdrucke ge- bracht werden und „diesen höheren Anforderungen sei der Faunist in der Regel nicht gewachsen“.

In Rebels Ausführungen blieb mir unklar, ob die betreffende Landesliteratur oder die gesamte lepido- pterologische Literatur gemeint sei. Die Berück- sichtigung der ersteren ist wohl selbstverständlich, wenn auch deren vollständige Anführung bei jeder Art und in jedem Falle nicht nur nicht notwendig, sondern oft geradezu wertlos sein würde. Nur auf- fallende Angaben sollten nicht übergangen werden.

Im übrigen stimmt meine Ansicht über eine gute faunistische Abhandlung im wesentlichen mit derjenigen Prof. Dr. Rebels nicht überein. So viel Köpfe so viel Sinne, und wenn die Wissenschaft nicht zur Schablone werden soll, muß die freie Meinungs- äußerung selbst anerkannten Autoritäten gegenüber gestattet sein. Nur eines sollte immer und überall fortbleiben, der persönlich verletzende Ton.

Es scheint von mancher Seite als unerläßliche Vorbedingung für eine „wissenschaftliche“ Betätigung

*) Wie schon oft, so geben wir auch den nachfolgenden Ausführungen Baum, obgleich wir in einigen Punkten den hier ausgesprochenen Ansichtennicht zustimmen können. D. Red.

die akademische Vorbildung angesehen zu werden, was in ernsten Sammlerkreisen doch gewiß nur mit Lächeln aufgenommen werden kann, da jene Vor- bildung doch nicht als grundlegendes Studium für einen Lepidopterologen aufgefaßt "werden kann.

Auch sonst haben Leute, deren Schulbildung nicht einmal über die Elementarschule hinausging, auf vielen Gebieten für die Menschheit Großes ge- leistet und anderseits —.

Doch genug davon; es liegt mir gänzlich ferne, irgend einen Stand herabsetzen zu wollen, und von dieser Ansicht werden mich auch persönliche An- rempelungen nicht abbringen.

Meiner Ansicht nach genügt, um eine lepido- pterologi